Sonntag, 30. M

Sven Felix Kellerhoff ueber Michael L. Mueller und den Sturm auf das Springer-Hochhochhaus Ostern 1968

Rudi Dutschke

Sven Felix Kellerhoff berichtet heute auf einer Doppelseite im Berlin-Teil der Berliner Morgenpost über die Schüsse auf Rudi Dutschke und wie der Morgenpostreporter Michael L. Müller die Situation damals erlebte. Das Buch über 1968 von Müller im Berlin Story Verlag wird am 10. April im Amerikahaus in der Hardenbergstraße vorgestellt, siehe Startseite dieser Homepage. Neben Müller wird der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin auf dem Podium vertreten sein, Klaus Schütz. Der Eintritt ist frei.
Das vollständige journalistische Meisterstück von Sven Felix Kellerhoff über das Buch 1968 von Michael L. Müller lesen Sie bitte hier …

Sonnabend, 29. M

Wieland Giebel mit der Grenadiersmuetze des Infantrieregimente No 6 Wir sind nicht Papst. Das ist die Grenadiersmütze des Infanterieregiments No 6, dem Königsregiment. Friedrich der Große löste die Truppe der Langen Kerls auf, weil ihr Unterhalt zu teuer war. Um aber weiter stattliche Mannskerle vorzeigen zu können, setzte er seiner Garde einfach höhere Mützen auf. Gerd Kinnemann vom Zeughaus Kinnemann hat diesen Prototyp nach einem Modell des Armeemuseums von Brüssel nach einer Ausführung aus dem Jahr 1739 gebaut. Sämtliche Werkzeuge wurden dazu entwickelt, das Messingschild geprägt. Und innen wird die Mütze mit künstlichem Fischbein verstärkt.

Evelyne aus Utrecht sucht ein Buch zur Musikgeschichte in Berlin. Evelyne aus Utrecht sucht ein Buch zur Musikgeschichte in Berlin. Ganz früher, zum Beispiel Mendelssohn. Wie es in den Wilden Zwanzigern war. Welche Bands in der DDR gespielt haben und ob sie rauskonnten. Was Udo Lindenberg jetzt eben herausgebracht hat. Daß gerade heute in der Berliner Morgenpost eine Liste mit über 80 Berlinmusiktiteln war, half ihr, sich auf den Besuch mit einer studentischen Gruppe vorzubereiten. Aber eigentlich müßte sie das Buch noch schreiben. Oder findest sich jemand aus dem Kreis der Leser?

Vier unserer Bücher möchte ich heute hier vorstellen.
Agarottis Broccoli Was soll uns das sagen? Friedrich der Große ließ Orangen in der Orangerie züchten, Ananas liebte er und Ingwer tat er sich gern in den Kaffee. Aber Broccoli? Das ist doch eine neue Züchtung. Das gibt es doch erst seit ungefähr der Ära Kohl. Irrtum. Graf Algarotti schreibt am 24. November 1749 an Friedrich: „Ich nehme mir die Freiheit, nach Sanssouci Broccoli-Samen zu schicken, den ich aus Italien erhalten habe. Zur Ehre meines Vaterlandes und zu Ew. Majestät Vergnügen wünsche ich, daß sie gut fortkommen mögen …“ Nachzulesen auf Seite 88.

Die Flagge auf dem Reichstag, Ernst Volland, Jewgeni Chaldej Diese Foto-Ikone kennt jeder weltweit und wir machen jetzt das Buch dazu. Ernst Volland organisiert eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau und beim Berlin Story Verlag gibt er dazu dieses Buch heraus mit jedem Detail dieses Fotos, wie es entstand, wie es manipuliert wurde und welche Rolle es spielt. Das Buch entsteht so schnell, es ist nicht einmal bei den Vorankündigungen des Verlags zu finden. Die Ausstellung „Der bedeutende Augenblick“ läuft vom 9. Mai bis zum 28. Juli 2008.

Pappeln und Autonome am Luisenstaedtischen Kanal Diese Pappeln an der Waldemarstraße (bei Seyfried wie in der gerade laufenden Ausstellung zu sehen: Krawallemarstraße) in Kreuzberg haben es heute auf die Seite 2 der FAZ geschafft. Ins Tagebuch gehören sie, weil wir dazu auch ein Buch machen, an dem Dr. Klaus Duntze schon ein Jahr arbeitet und auch noch einige Zeit braucht, weil er so gern in Archiven wühlt. Sie werden davon profitieren. Markus Bickel schreibt in der FAZ über die sozialen Auseinandersetzungen zwischen Baumschützern und dem Bürgerverein Luisenstadt.

„… Die Umweltschützer fürchten einen Kahlschlag im einstigen Mauerstreifen zwischen den Stadtteilen Mitte und Kreuzberg: Anfang März hatte eine vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beauftragte Firma versucht, hier elf Pappeln zu fällen. Ziel der Maßnahme war die Absenkung des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals, um den Bau eines Spielplatzes zu ermöglichen.
Doch das Projekt ist vorerst gescheitert. Demonstranten verhinderten das Fällen der Bäume. Hinfällig ist damit bis auf weiteres auch das vom Bürgerverein Luisenstadt schon seit 2005 mit Zustimmung des Bezirks betriebene Vorhaben, den Grünstreifen nach historischen Plänen umzugestalten… „Unter dem Deckmantel der angeblichen Bürgerbeteiligung“, heißt es auf einem Flugblatt der Umweltschützer, betreibe dieser die Vertreibung „von türkischen Rentnern und Alkoholisierten“ sowie die Schaffung einer „historisch-preußischen Flaniermeile“.
Ein abwegiger Vorwurf, basieren die Umgestaltungspläne doch auf den Arbeiten des reformerischen Landschaftsarchitekten Erwin Barth aus der Weimarer Zeit, als dieser die einstige Verbindung zwischen Spree und Landwehrkanal zur Gartenanlage umgestaltete. Dem Anspruch des Bürgervereins, „einen Kanalzug für alle“ und „nicht für Kreuzberg allein“ zu schaffen, komme die Konzeption Barths am nächsten, sagte die Sprecherin des Vereins…“ Mehr über den Bürgerverein Luisenstadt erfahren Sie hier …

Iris Groetschel ihr Mathematisches Berlin Dieses wird ein wunderbares Buch und es geht diese Woche in Druck. Das sind die Bücher, die wir unendlich lieben, weil sie eine neue Welt in Berlin eröffnen. Hier können Sie schon einmal in das Buch gucken, das Mathematische Berlin von Iris Grötschel.

Freitag, 28. M

Berlin for Beginners von Thomas Knuth heute erschienen Thomas Knuth in der Mitte mit seinem heute erschienenem Buch „Berlin for Beginners“. Im Verlag gibt es gar keine Sektgläser. Das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen. Samuel und Angelina sowie Norman und Katharina freuen sich mit ihm. Den Film zum Buch finden Sie im Tagebucheintrag vom 22. März, Abendschau. Das Seminar zum Buch sowie die Führungen finden Sie auf der Seite von Thomas Knuth. Ziemlich sensationell für unsere Verhältnisse ist, daß das Buch bereits vor erscheinen schon 21 Mal in den Medien war.
Heute floß der Schampus. Stadtführerin Monika brachte eine weitere Flasche in der Buchhandlung vorbei und eine dritte kam von einem Kunden – nur so, weil man bei uns so schön einkaufen kann.

Donnerstag, 27. M

Schulung mit Joerg Winter zum Thema
Susanne, Romy, Stefan, Daniela und Silvia beim Seminar „Der Kunde ist Gast“ mit Jörg Winter in den Räumen des Buchhandelsverbands. Gast ist der Kunde nämlich wie auf einer Party, wo man auf gleicher Augenhöhe und mit viel Lebensfreude miteinander redet. Wäre der Kunde König, würden die Verhältnisse nicht stimmen. Wir veranstalten mit unserer Vorstellungskraft die Party, wir bereiten alles schön vor, wir begrüßen erst, wenn der Besucher sich einigermaßen orientiert hat und wir sind immer ziemlich gut drauf. „Kunde vor Kiste“ war ein wichtiger Merksatz, daß man nämlich gelegentlich gucken könnte, ob ein Kunde orientierungslos im Laden herumirrt, und die Buchhändlerin von der wichtigen Kiste voller Bücher Mal aufblickt, die gerade ausgepackt wird.
Im September nehmen wir an einem Seminar zur Teambildung bei. Das ist neu. Bisher haben wir Teambildung ja immer ganz praktisch mit den Grillpartys mehrmals im Sommer versucht. Wir werden berichten, ob Bierkisten und Würstchen oder ein Referent wirkungsvoller sind.

Berlino, der DuMont direct von Wieland Giebel jetzt auch italiniesch

BERLINO, also Berlin auf italienisch, heute in der Buchhandlung eingetroffen.
Deutsch gibt es dieses Buch seit 1997, niederländisch seit etwa drei Jahren, jetzt endlich auch italienisch. Prima, denn wir hatten immer wieder Anfragen nach diesem schönen, praktischen, kurzen Buch für ein Wochenende mit der großen, ausklappbaren Karte.
Der Autor kennt sich mit Berlin und den Fragen der Besucher der Stadt ganz gut aus, er heißt Wieland Giebel. Bald kommt auch die aktuelle Ausgabe in deutscher Sprache mit wiederum etwa 600 Änderungen (auf 120 Seiten) gegenüber der Vorjahresausgabe.

Zwei neue Homepages zu neuen Buchtiteln, erstellt von Katharina aus der Marketingabteilung. Hallo an alle, es gibt eine neue Buchseite zu Das mathematische Berlin. Das Buch erscheint in wenigen Tagen. Ich bin jetzt schon ganz angetan von dem Buch. Falls euch Berlin-Sudoku, ein Mathe-Buddy Bär oder Matheaufgaben aus einem Schulbuch zu Zeiten der Nationalsozialisten auch reizen, solltet ihr euch das Ganze mal anschauen. Parallel dazu gibt es jetzt auch die Autorenseite für Iris Grötschel auf unserer Verlagsseite:
http://www.berlinstory-verlag.de/autor-iris-groetschel.html, Kathi

Hallo an alle, die Homepage zum Buch „Berlin, Die polnische Perspektive“ ist jetzt online. Das Buch erscheint voraussichtlich Anfang April. Viele Grüße, Kathi.

Mittwoch, 26. M

Birthler, Marianne Marianne Birthler (rechts stehend) sagte, es sei auch immer ein großer Schmerz gewesen, wenn Freunde in den Westen ausreisten, weil wir dann noch weniger wurden. Das war auf der Veranstaltung „Der Letzte macht das Licht aus“ zum Spannungsverhältnis zwischen Ausreise und Opposition.
Die Referenten des Abends sieht man nicht, weil in der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße das Publikum beleuchtet war, die Referenten aber im Schatten saßen.
Unter den Referenten befand sich auch Dr. Hans-Jürgen Fischbeck, der mit Anderen am 13. August 1989 die erste oppositionelle Partei in der Bekenntniskirche in der Plesser Straße in Treptow gründete. Daß das schon ein bißchen spät und kurz vor dem Fall der Mauer war, konnte man in dem Augenblick absolut nicht ahnen. „Ach Sie waren das! Das war ja wichtig für uns!“ Damals war ich als einziger westlicher Journalist dabei, die Meldung kam als Titel der taz und auch (und viel wichtiger) ziemlich weit vorn in der Tagesschau. Jetzt hat Dr. Fischbeck die DVD „The Making of Berlin“, in der diese Situation geschildert wird.

Historiale: Heute haben wir zur aktuellen Historiale den hundertsten Beitrag in den Medien gezählt.

Dienstag, 25. M

Stefan und Jens und die vielen Kabel Stefan Dotterweich und Jens Koop stehen jetzt vor der Situation, entweder die Kabel zu entwirren oder schnell alles mit Gipskarton zubauen zu lassen, damit man nichts mehr sieht. Der Gipskartonausbau geht seiner Vollendung zu. Mehrere Teams arbeiten gleichzeitig. Der edle Parkettboden aus Räuchereiche wird gelegt.

Ostermontag, 24. M

Marx und die Pickelhauben Karl Marx (ganz links, natürlich!) sagt in seinem 1848 geschriebenem Manifest, der Kapitalismus mache alles zur Ware. 1848 wurden auch diese Pickelhauben (schwarz/gold, in Reih und Glied, noch 18 von ursprünglich 20) eingesetzt, genauer gesagt noch vor wenigen Tagen bei unseren Kämpfen. Und schon sind sie zur Ware geworden, werden jedermann wohlfeil angeboten für 580 Taler. Genauer sagte Marx:
„Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhaß der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen; sie zwingt sie, die sogenannte Zivilisation bei sich selbst einzuführen, d.h. Bourgeois zu werden. Mit einem Wort, sie schafft sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde.“
Wer das Theaterstück zur Eröffnung der Historiale besucht hat, wird sich an diesen Satz erinnern, den Marx in der Einspielung sagte, als er aus Köln zugeschaltet wurde. Er war dort gerade Chefredakteur der Neuen Rheinischen Zeitung.

Sonntag, 23. M

ueber die Aufbahrung der Maerzegallenen durch die Historiale B.Z. am Sonntag über die Aufbahrung der Märzgefallenen durch die Historiale.
Kurier ueber die Aufbahrung der Maerzegallenen durch die Historiale Kurier am Sonntag über die Aufbahrung der Märzgefallenen durch die Historiale.

Osterkonzert Ich wünsche den Lesern ein Osterfest der Erfüllung.
Osterkonzert in der Neuapostolischen Gemeinde in der Nacht zum Sonntag.

Fuelling in der Berliner Morgenpost ueber die Historiale am Gendarmenmarkt
Thomas Fülling auf der Titelseite des Berlinteils der Berliner Morgenpost:
Wie vor 160 Jahren – Blumen für die Toten der Märzrevolution. Eine Szenerie voller Trauer, aber auch voller Zuversicht: 50 Särge, gehüllt in schwarzes Tuch, wurden gestern Mittag auf dem Gendarmenmarkt aufgestellt. Junge Leute in historischen Bürgergewändern gingen schweigend durch die Reihen und legten gelbe Blumen nieder. Nach dem Glockengeläut wurden auf der Treppe zum Deutschen Dom die Namen der Toten, ihr Alter und Beruf verlesen. Passanten verfolgten gebannt das Geschehen auf dem Platz. Teilnehmer des Geschichtsfestivals Historiale hatten detailgetreu die Aufbahrung von 183 Märzgefallenen vor 160 Jahren am selben Ort nachgestellt. „Wir gedenken der Geburtsstunde unserer Demokratie“, sagt Projektleiter Enno Lenze. Eine Woche lang hatten der Jurastudent und seine mehr als 60 Mitstreiter vom Verein Historiale an mehreren Orten in der Stadt an die Märzrevolution von 1848 erinnert. Damals hatten sich die Berliner erhoben, um bürgerliche Rechte und Pressefreiheit zu fordern. Bei anschließenden Kämpfen mit preußischen Soldaten gab es mehr als 270 Tote, die am 22. März in Friedrichshain feierlich beerdigt wurden.

Tagesspiegel über die Historiale mit dem Vergleich zum Gemaelde von Menzel
Der Tagespiegel berichtet: … Trotzdem waren hunderte Besucher und Schaulustige nach Mitte gekommen, um dem Ende der Historiale beizuwohnen. Jeder Sarg war mit zwei gelben Blumen geschmückt, und Schauspieler verlasen die Texte, die jüdische, katholische und evangelische Geistliche vor 160 Jahren angesichts der Toten sprachen. Von den Schicksalen einzelner erzählten weitere Texte aus zeitgenössischen Briefen und Berichten. Der gesamte Bericht über die Aufbahrung der Märzgebfallenen durch die Historiale im Tagesspiegel …

Sonnabend, 22. M

rbb Abendschau Logo 184

Zweimal sind wir heute in der Abendschau, mit der Historiale am Gendarmenmarkt und mit dem zur gleichen Zeit in der Berlin Story stattfindenden „Seminar Berlin for Beginners“.

Historiale am Gendarmenmarkt in der Abendschau des rbb in einem Filmbeitrag im Nachrichtenüberblick. Historiale im Fernsehen, vorher kommen einige andere Nachrichten. …

rbb Abendschau Logo 184

Beate Ostermann berichtet heute in der Abendschau des rbb über das Seminar Berlin für Anfänger. Das überraschend andere Seminar – Zugezogene können lernen, wie sie in der Großstadt klarkommen. Gut 120.000 Menschen ziehen im Jahr nach Berlin – damit gibt es genug Neu-Berliner, die ein bisschen Orientierung gut gebrauchen können. Thomas Knuth ist der Leiter des Seminars und hat diese Marktlücke entdeckt. Er bietet Erklärungen für Berlinerische Phänomene wie die berüchtigte Berliner Schnauze, aber auch ganz praktische Lebenshilfe wie Orientierungspunkte im Stadtplan oder Tipps bei der Suche nach einer Wohnung … Der Beitrag über Thomas Knuth, „Berlin für Anfänger“ und die Berlin Story als Video …

Enno im IVW mit Radio Berlin
1 Samuel, Patricia und Franziska
2

Jens
Auch an Ostersonnabend gehen die Bauarbeiten Unter den Linden 26 weiter. Sven bringt die fertigen Möbel ins Zwischenlager.

Blumen auflegen
Verlesen der Namen
Vom Schauspielhaus aus
Die Saerge der Maerzgefallenen

Wieland, (Enno) Norman

Zwei Zeiten begegnen sich, Wieland Giebel im knallroten Shirt der Historiale und in historischer Kleidung Norman Bösch (rechts). Dazwischen gibt Projektleiter Enno Lenze dem rbb Berlin Radio ein Interview. Fotos oben: Die Bürger Norman, Florian und Johannes verlesen die Namen der Märzgefallenen. An alle Aufgebahrten wird mit Namen, Beruf, Alter und Wohnort erinnert.
(4 Fotos Tanja Zanolli)

Bild zur Historiale Bild.de auf der Startseite über die Historiale. 50 Särge auf dem Gendarmenmarkt. Es herrscht eine bedrückende Stimmung in Berlins historischem Zentrum. 50 Särge sind mitten auf dem Gendarmenmarkt aufgestellt – mit schwarzen Tüchern bedeckt. Dunkel gekleidete Trauergäste legen gelbe Blumen ab, sprechen Gebete und verlesen Texte. Irritiert beobachten Touristen die Szenerie zwischen Berlins altehrwürdigen Bauten. Der gesamte Bericht von Bild über die Aufbahrung der Märzgefallenen durch die Historiale.

Josef Nyary erläutert in der B.Z. ausführlich und hervorragend die Hintergründe der Märzrevolution:
Die ganze Stadt in Aufruhr: Barrikaden, Schüsse, Soldaten gegen das Volk. Mit der März-Revolution von 1848 wird Berlin zur blutigen Wiege der deutschen Demokratie. Überall in Mitteleuropa herrschen Hunger und Hass: Missernten verteuern die Lebensmittel. Billige Industriewaren machen Handwerker brotlos. Einer Bevölkerungsexplosion folgt Massenarbeitslosigkeit. Fürstenwillkür erstickt jede Freiheitsregung mit brutaler Gewalt. Der ausführliche Beitrag über die Hintergründe der Märzrevolution in der B.Z.

Die Berliner Morgenpost kündigt an: Historiale endet mit Aufbahrung. Der gesamte Beitrag der MoPo zu Historiale …

Freitag, 21. M

Hagel vor der Berlin Story

Michael Cullen referiert

Michael Cullen, der amerikanische Berlin-Historiker, berichtet darüber, was der amerikanische Gesandte Andrew Jackson Donaldson seiner Regierung direkt am 18. März abends über die Märzunruhen berichtete. Wird aus Preußen eine Republik? Das war seine zentrale Fragestellung. Ihn interessierte weniger, was die einzelnen Menschen bewegte. Es handelte sich um einen klaren Kampf zwischen Soldaten und dem Volk. Infanterie und Kavallerie wüteten gegen die Bevölkerung. Der Kampf war äußerst ungleich, weil sich das Volk kaum Waffen besorgen konnte. Gegenwärtig befindet sich alles in einem Zustand der Panik. Es sieht so aus, als könne sich die Monarchie halten. Nach diesem Blutvergießen wird das Volk sicherlich größere Rechte erhalten.
Zwölf Stunden später, am Vormittag des 19. März 1848, berichtet er: Es sind Boten unterwegs, die bekannt geben, daß sich das Militär zurückzieht. Ohne Gnade hatten Soldaten Menschen bis in das dritte Stockwerk verfolgt und dort umgebracht.
Heute fand die Historiale in den Räumen der Berlin Story statt. Es war ein Vortragstag, dicht gepackt mit überwiegend neu aus den Archiven geholten Materialien. Dr. Klaus Duntze berichtete über die Kämpfe am Engelbecken noch im Herbst, herausragend visualisiert. Dr. Kurt Wernicke, Dorothea Minkels, Klaus Beddies und Michael Hensch hielten weitere historische Vorträge.
Der Vortragsraum war etwas klein. Wir brauchen für diese Veranstaltungen doch mehr Platz.

Dr. Heide Thielbeer kam zur Historiale nach Berlin und besuchte alle Veranstaltungen Dr. Heide Thielbeer kam zur Historiale aus Mainz nach Berlin und besuchte alle Veranstaltungen. In der Zeitschrift G wie Geschichte erschien ein Vorabbericht über unsere Aktionen zu 1848. Ein Berliner Geschichtsfestival mit deutscher und europäischer Ausstrahlung – so haben wir es ursprünglich geplant, da wollen wir hin.

Kurzmeldung um 13 Uhr. Die Vorträge im Kinosaal kommen super an. Frau Minkels hatte 25 Zuhörer, Herr Beddies überfüllte den Kinoraum mit fast 40 Besuchern. Michael redet jetz noch 40 Minuten. Grüße, Hannes

Berlin online Logo

Erst gestern haben wir festgelegt, wie es morgen auf dem Gendarmenmarkt genau ablaufen wird, und schon heute morgen um 9:21 Uhr meldet ddp, was wir besprochen haben, wie es weitergeht mit der Historiale, daß wir nämlich Blumen auf die Särge legen.