Mittwoch, 22. August 2007

Prof. Laurenz Demps auf der Historiale

Prof. Dr. Laurenz Demps, Berlins prominentester Historiker, Autor unzähliger Bücher über Berlin, hält im Abgeordnetenhaus von Berlin einen Beitrag darüber, welche Auswirkungen die Französische Revolution auf Berlin hatte. Er schildert den Zustand des ländlichen Berlin mit Ackerbauern in Prenzlauer Berg, die in der Lage waren, die Stadt zu versorgen, so lange es viertausend oder sechstausend Einwohner waren. Dann, so heißt es in vielen Reiseberichten jener Zeit über die ungeliebten Großstädte, ballten sich die Menschenmassen und ihre Ausdünstungen und Gewerbe verpesteten die Luft. Für die Reformer, die sich lange auf ihre Aufgaben vorbereitet hatten, meist auf ihren Landgütern, ergab sich dann nach der preußischen Niederlage ein kurzes Zeitfenster, ihre Vorstellungen umzusetzen, die Stadt zu strukturieren, fachliche Zuständigkeiten zu schaffen, die Gewerbefreiheit durchzusetzen. Was der Staat an matrieller Kraft verlor, so Humboldt, muß er an intellektueller gewinnen. Preußen entwickelte sich zum Rechtsstaat ohne demokratische Willensbildung. Weil es aber keine politischen Reformen gab, wurde die wirtschaftliche Entwicklung gehemmt, das Kapital konnte nicht aktiviert werden. Berlin wurde zum Exerzierfeld der Moderne – siehe ausführlicher in unserem Buch „Kaiserzeit und Moderne“.

Voller Saal1

Demps sein Publikum Der große Veranstaltungssaal im Abgeordnetenhaus von Berlin war voll. Es mußten zunächst Stühle herbeigeschafft werden, dadurch verzögerte sich der Beginn etwas. 160 Besucher fanden einen bequemen Platz, 40 weitere saßen auf Tischen und den Fensterbänken. Prof. Demps wird immer stärker zum Pubikumsmagneten.

Demps und Wieland Giebel

Wir bedankten uns beim Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, der diese Veranstaltung ermöglichte. Prof. Demps (rechts) erhielt unseren Buchtitel zum Joachimsthalschen Gymnasium. Demps möchte gern Büsching besprechen, findet dafür aber keine Zeitung, die sich dem Thema 1775 ausführlich widmen möchte. Mittags gab es bereits eine Pressekonferenz zur Vorbereitung, siehe dazu Zeitungen morgen. Morgens drehten wir mit Andreas Schneider vom rbb die Einspielung mit Königin Luise aus Tilsit für Sonnabend in der Talk Show. TV.Berlin brachte zwei Minuten zur Historiale.

Mittwoch, 22. August 2007

Norbert Koenig, Projektleiter der Historiale Norbert König, Projektleiter der Historiale, vor seine derzeitigen zweiten Heimat, dem Abgeordnetenhaus von Berlin.

Montag, 20. August 2007, Er

Eroeffnung im Bankhaus Loebbecke

Dr. Susanne Brockfeld vom Geheimen Preußischen Staatsarchiv eröffnete die Historiale 2007 im Bankhaus Löbbecke mit dem Vortrag „Vom Untertan zum Staatsbürger – und Steuerzahler“.

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Wir hatten mit der Bank abgemacht, daß es nur dreißig Besucher geben kann, die in den edlen Räumen am Bebelplatz mit Blick auf die Humboldt-Universität dabei sein könnten.

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Dann waren es 48 – und wir mußten vorher (deswegen bestand Anmeldepflicht) leider sehr vielen absagen, weil mehr Menschen wirklich nicht im Saal Platz finden konnten.

Es wurde ein großartige Eröffnung mit herausragendem, plastischem Vortrag und großer Gastfreundschaft. In Berlin lebten damals 150.000 Menschen. 11.000 französische Soldaten waren einquartiert. Die Stadt und Preußen litten unter Kriegskontributionen und der Beschlagnahme der Staatseinnahmen. Preußen war pleite! In dieser Situation krempelten die Reformer den Staat gegen heftigen Widerstand um. Immer wieder versetze Dr. Brockfeld die Zuhörer ganz anschaulich in die Zeit vor genau 200 Jahren. Wie Preußen ein Agrarstaat war, die Bauern dem Gutsherren lebenslang dienen mußten, uneingeschränkt dienstpflichtig waren und schollenpflichtig, also nicht weggehen konnten. Wie die Zünfte dicht machten, jede Entwicklung zum Stillstand gebracht wurde. Wie dagegen das GLÜCK des Einzelnen, die Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit und Verwaltungsreform Ziele der Reformer waren.

Bankhaus Loebbecke vom Bebelplatz

Zur Überraschung der Gäste führten Vorstand Heinrich Wittig und Bankdirektor Frank Glagow persönlich durch das Haus – durch die historischen Vorstandszimmer bis hinauf zur Dachterrasse mit Blick auf die Humboldt Universität, zum Alexanderplatz und über Mitte. Gleich links neben der Bank schließt das Hotel de Rome an, auch im ehemaligen Gebäudekomplex der Dresdner Bank, wo sich nach der Wende lange die Hauptstadtausstellung befand.

Stilsicher und nicht aufdringlich wurde der ehemalige Direktorenflügel der Dresdner Bank restauriert, hier das prächtige Treppenhaus, das Direktorentreppenhaus. Jetzt befindet sich dort neben dem 1761 (!) gegründeten Bankhaus Löbbecke die Berliner Niederlassung von M.M. Warburg & Co.

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Freie Luft in den Städten. Jeder Ritter durfte ein Gewerbe betreiben, alle Privilegien der Zünfte erloschen, aufgrund der Städtereform konnten die Bürger selbst über kommunale Ausgaben bestimmen, erstmals bürgerliches Engagement zeigen. Die Veredelung des Menschen war das Ziel. Veredelt wurden den Gästen dieser Abend durch einen abschließenden Empfang im Foyer der Bank.

Montag, 20. August 2007

Kurioses von den Suchmaschinen. Es gab in den letzten 30 Tagen genau 60 Anfragen nach „Pergamon Museum Öffnungszeiten“, die Google zu uns leitete. Selbst wer richtig in einem Wort fragte, nämlich „Pergamonmuseum Öffnungszeiten“ kam an dritter Stelle zu uns. Die Berichte über die Stadtführungen sind auch wichtig, weil Besucher darüber eher zufällig auf unsere Seite gelangen.

Neulich berichtete ich voller Stolz dem Chef der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, daß wir jetzt über 300.000 Pageviews im Monat haben. „Toll“, sagte der gute Pädagoge und fügte leise hinzu: „Wir haben acht Millionen.“

Sonntag, 19. August 2007



Lange bevor die jungen nationalen Sozialisten Unter den Linden vor der russischen Botschaft zusammenkamen, war die Polizei mit extrem starken Kräften vor Ort, die signalisierten: Ihr habt keine Chance.



Auf dem gelben Transparent wird gefordert: Für ein nationales Jugendzentrum.



Auf dem Rückweg nach einer Stunde hatten sich neben den beiden Blocks von Rechten, bestehend aus 30 Leuten, danach 20 Leuten, auch an die 10 Gegendemonstranten eingefunden, hier auf dem Bürgersteig links zu erkennen. Diese vertraten die Meinung : Deutschland ist Scheiße.

Sonntag, 19. August 2007

Veredelung der Gesellschaft durch Weisheit der Regierung

Karl August von Hardenberg tritt bald in der Historiale auf

Sven Felix Kellerhoff beschreibt heute ausführlich in der Berliner Illustrierten Zeitung, der Beilage der Berliner Morgenpost, was es mit Scheitern als Chance auf sich hat, was Karl August von Hardenberg (Abbildung) leistete.

Das Land liegt am Boden. Militärisch besiegt, von den Feinden besetzt, wirtschaftlich ausgeblutet und politisch machtlos, ist es anderen Staaten vollkommen ausgeliefert. Doch dann beginnen erfahrene Politiker, das Land vollständig umzugestalten. Sie wissen: Eine Liberalisierung ist notwendig, eine Verfassung, die mehr Freiheiten vorsieht, ein geistiger Aufbruch und eine neu aufgebaute Verwaltung. Und auch in vielen weiteren Bereichen müssen Reformen durchgesetzt werden, um das Land aus der Talsohle herauszuholen.

Mehr in der Berliner Morgenpost.

Freitag, 17. August 2007

Die Einladung zur Historiale wurde heute auch als Newsletter versendet. Joest Feenders achtet bei der Versendezeit darauf, daß die 4755 Empfänger gut zu erreichen sind. Wir wollen niemanden mit dem Newsletter nerven, deswegen ist er so kurz. 15 haben sich abgemeldet. Das entspricht knapp 3 Promille. Daß sich nur 3 Promille der Adressaten genervt fühlen, ist ein super Ergebnis.

Derzeit haben wir pro Tag mehr als tausend Pageviews auf der Homepage der Historiale. Als wir mit der Berlin Story anfingen, wäre das eine traumhaft hohe Anzahl gewesen.

Die erste Veranstaltung im Bankhaus Löbbecke am Montag ist fast ausgebucht. Am frühen Abend waren nur noch wenige Plätze zu vergeben. Das ist die einzige Veranstaltung mit Anmeldung.

Freitag, 17. August 2007

Berlin Story Verlag, das Programm Herbst 2007

Das aktuelle Verlagsprogramm hat etwas Verspätung, aber nur wenige Tage. In Berlin sind wir Verspätungen gewohnt, besonders bei der Bahn. Bei Zügen geht es ja noch so, aber die Bahnhöfe hatten zum Teil mehrere Jahre Verspätung. Hier geht es aber darum, daß Sie das neue Programm ab heute bereits als PDF ansehen können, auf der Verlagsseite ganz oben befindet sich der Link. Falls Sie sich die Zeit nehmen können, das Verlagsprogrmm durchzublättern, werden Sie staunen, wieviele Fotobücher jetzt kommen. Norman Bösch, als er den Buchhändlerinnen neulich das Programm vorstellte, kam aus dem Schwärmen gar nicht raus. Er meint, wird hätten wirklich ein tolles, interessantes und ganz überraschendes Programm.

Freitag, 17. August 2007

Conny Fetzer für die Berlin Story, Berlin von oben „Alles über Berlin“ kommt im nächsten Jahr heraus. Und uns stellt sich die Frage, ob man alles eher so von oben sieht wie hier, aus der Vogelperspektive (den Berliner Dom natürlich, nicht den Deutschen) ….

Conny Fetzer in Augenhoehe

… oder eher aus der Fußgängerperspektive, man könnte auch sagen in Augenhöhe. Conny Fetzer, die Grafikerin, hat beides gezeichnet. Die Grafiken wirken ja auch anders als freigestellte Zeichnung im Buch und innerhalb eines Stadtplans.

Donnerstag, 16. August 2007

Kostümprobe in Babelberg von Historiale und Berlin Story Wieder sowas wie Party, das machen wir jetzt jeden Tag, diesmal in Babelsberg. Kostümprobe für die Historiale. Alle Schauspieler waren da, die bei der Talk Show im Abgeordnetenhaus auftreten. Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von uns möchten sich in historischen Kostümen zeigen.

Kobold Wieland im Goldrausch

Wenn man Praktikanten an den Computer läßt, kommt sowas dabei heraus. Kobold Wieland mit einer Tonne voll Gold. Vor der Historiale. Nachher wird die Tonne leer sein. Es werden wieder weit über 200 Aktive dabei sein. Im Nikolaiviertel wimmelt es von Soldaten. In der Nikolaikirche gibt es ein wunderbares Konzert aus der Welt der Singakademie am Freitag, dem 24. August. Besonders arbeitsintensiv war die Vorbereitung des Abends im Abgeordnetenhaus. Mehr über die Historialevorbereitungen dort auf dem Blog. Fotozauberer: Johannes, auf dem Foto oben rechts.

Mittwoch 15. August 2007

Berlin Story Mitarbeitertreffen im August 2007 Mitarbeiterbesprechung. Norman stellt das neue Verlagsprogramm vor, das in wenigen Tagen aus dem Druck kommt. Dabei erinnert er sich an „Bücher über Berlin“, unseren Sammelband im Mai 2006. Damals bestand der Verlag aus ihm und Angelina. Beide sind auf dem Backcover des Buchs zu sehen. Wie es um den Verlag heute bestellt ist, sieht man hier im Tagebuch am 27. Juli 2007. Neun Leute. Dabei fehlt noch Azubi Patricia, die direkt danach anfing. Im Hof war schön der Tisch gedeckt, da fing es an zu tröpfeln. Kein Thema. Wir rutschten in die Unterführung zwischen unseren beiden Höfen.