Donnerstag, 31. August 2006

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Es geht noch gar nicht los. Es ist nicht alles fertig. Der Internetzugang für unsere Kunden ist noch nicht ganz eingerichtet. Das interessiert die Dame aus Kalifornien gar nicht. Da steht ein Computer, eine Tatstatur und schon geht’s los. Wir kennen das von unseren Kunden auch nicht anders. Auf die Bücher am Auspacktisch, die noch nicht registriert und ausgepreist sind, müssen wir immer besonders aufpassen, weil sie zu den begehrtesten Artikeln gehören.

Heute ging das Berliner Lindenblatt in Druck. Das ist spannend. Die erste Zeitung. Bei Büchern haben wir ja jetzt Routine, da kann kaum etwas schiefgehen. Mal sehen. Mit einem leichten Zittern ist die Geschichte ja verbunden.

30. August 2006

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Das ist so einfach gezeichnet und der Besucher erkennt doch alles prima, besonders die Nummer 8, unsere Buchhandlung. „Oh, Rich Steves send you to us“ begrüßen wir Kunden, die mit dem blauen Buch kommen. Neulich eine indische Gruppe, heute ein amerikanisches älteres Ehepaar. Den Text zu dieser Abbildung finden Sie in der Eintragung vom 10. August. Irgendwie ist diese schöne Zeichnung dazu damals untergegangen.

Dienstag, 29. August 2006

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Die Alexandrowka, unten in der Mitte bei den gekreuzten Wegen. Im aktuellen Rundbrief haben wir auch das schön gestaltete Buch über die Alexandrowka in Potsdam besprochen, das man bei uns bestellen kann. Die Besprechung veranlaßte Herrn Dr. Kremer, der Gründer des Alexandrowka-Museums, der uns auch diese einladende Aufnahme der Potsdamer Seenlandschaft schickte.
Die Buchbesprechung finden Sie hier
Einfach und unkompliziert bestellen können Sie hier

Montag, 28. August 2006

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Warteschlangen vor der Berliner Münze. Mit einem solchen Besucheransturm in der Langen Nacht der Museen am Sonnabend hatte niemand von der Staatlichen Münze Berlin gerechnet, mit so vielen Leuten, die endlich einmal sehen wollten, wie unser Hartgeld geprägt wird. Die 300 Erinnerungsmedaillen, die jedem Besucher überreicht wurden, waren so schnell vergriffen, dass Münzdirektor Andreas Schikora zwischendurch noch weitere nachprägen lassen musste. Großes Interesse fand ein in der Geldfabrik für die PIN AG hergestellter Numisbrief, also die Kombination von Münze und Postwertzeichen auf einem Karton, der die Stadtansicht von Dresden mit dem Eingangsgebäude der Berliner Münze kombiniert und mit abgestempelten Postwertzeichen versehen ist. In diesen ist das mit dem Berliner Münzbuchstaben A versehene Zehn-Euro-Stück zur Achthundertjahrfeier Dresdens eingelassen. Münzdesigner Heinz Hoyer, der diese Silbermünze gestaltet hat, schilderte, was ihn bewogen hat, die berühmte Silhouette von „Elbflorenz“ im Fluss spiegeln zu lassen, und zwar mit den 1945 beim Bombenangriff zerstörten Gebäuden.
((060828Caspar)Zum randvoll gepackten Programm der Langen Nacht in der Staatlichen Münze gehörten die Präsentation unseres neuen Buchs „Vom Taler zum Euro – Die Berliner, ihr Geld und ihre Münze“ durch den Autor Helmut Caspar sowie ein Lichtbildervortrag, in dem die Kunsthistorikerin Ingrid Hägele die im Betriebsarchiv der Staatlichen Münze Berlin aufbewahrten Schätze – Geldstücke, Medaillen, Modelle, Stempel – vorstellte.
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Nach der Aufarbeitung dieses wertvollen Bestandes zum Teil noch aus dem 18. Jahrhundert stammenden Erzeugnissen des 1280 erstmals erwähnten Betriebs ist die Herausgabe eines wissenschaftlichen Katalogs mit allen notwendigen Angaben zu jedem Exponat geplant. Die schönsten und interessantesten Stücken können im Münzmuseum betrachtet werden, das sich als jüngste Einrichtung würdig in die Berliner Museumslandschaft eingereiht hat und von den Berlinern begeistert angenommen wurde. HC

Sonntag, 27 August 2006
Der Hololulu Advertiser berichtet heute ausführlich über Sven Felix Kellerhoff (und über die Berlinstory). Der Bericht ist zu lang für das Tagebuch, den Artikel finden Sie in unserer Presseübersicht.
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Balsam für die (historische) Seele nach den Vorhaltungen gegenüber der Historiale, siehe die Eintragung vom 24. August 2006 dieses Tagebuchs.

Otto von Habsburg (von hinten), Chef des Hauses Habsburg, 94 Jahre alt, topfit wie ein junger Prinz, man könnte sagen der letzte Repräsentant des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen (962 bis 1806), im Gespräch mit dem Historiker Prof. Dr. Michael Stürmer bei der Eröffnung der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum. Die Ausstellung mit 650 Exponaten, an der vier Jahre gearbeitet wurde, sollte man sich mit einer Führung ansehen. Und darum ging es heute: Prof. Hans Ottomeyer, Chef des DHM, wies darauf hin, daß Gedenktage etwas vor Augen führen sollen. Dass Geschichte Konjunktur habe, merke man im DHM jeden Tag. Wir, die Berlin Story, fühlen uns dem DHM so verbunden, weil unsere Auffassungen von Geschichtsvermittlung sich weit überschneiden. Zu Napoleons Einmarsch werden wir etwas vor Augen führen; und die Buchhandlung ist wieder schön voll, wir verkaufen Bücher, Bücher, Bücher – das Interesse an Geschichte ist überwältigend. Unser Föderalismus, so Ottomeyer, geht ebenso auf das HRRDN zurück wie die Idee der Europäischen Union, diese weltweit einzigartige Kulturlandschaft. Unlösbar sei Europa seit Jahrhunderten verbunden.

Zentrale Begriffe der deutschen Geschichte, so Prof. Matthias Puhle, der Chef der Museen in Magdeburg, wo der erste Teil der Ausstellung läuft, müßten wieder in Erinnerung gerufen werden, auch wenn sie von den Nationalsozialisten mißbraucht und entstellt wurden. Der begriff „Reich“ verbindet sich heute fast nur noch mit „Drittem Reich“, obwohl das unsere Nation und Europa prägende Heilige Römische Reich Deutscher Nationen eine viel umfassendere historische Spanne umfaßt. Nie seien die Holländer auf die Idee gekommen, das Rijksmuseum umzubenennen.

Robert Palmer, Direktor der Abteilung Kultur, und Kulturelles Erbe beim Europarat in Straßburg, vermittelte uns noch einen Merksatz: History is the LIVING Basis of our civilisation.
Prof. Michael Stürmer, der wohl bekannteste deutsche Historiker, erinnerte daran, daß es zuerst die Idee des Reiches gab, dann erst allmählich die Umsetzung. Als Rechts- und Lebensform hat das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen Jahrhunderte überdauert, und es erstand nach seinem Untergang im Jahr 1806 rund 150 Jahre später durch die Römischen Verträgen die EWG mit dem Ziel, eine „immer engere Gemeinschaft“ zu bilden. Nicht eine gemeinsame Verfassung sollte über alles gezwängt werden. Sebastian Haffner, so erinnert Stürmer, habe die für Deutschland doppelschneidige Folge der Besatzung durch Napoleon so auf den Punkt gebracht: Das soll uns nie wieder passieren! – Das können wir auch!
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Napoleon, Alexander und Friedrich Wilhelm III. auf einem Floß auf der Memel, als der Frieden von Tilsit geschlossen wurde, der Napoleons Vorherrschaft über Europa besiegelte. Die Ausstellung auf zwei Etagen (Anfang ganz unten) in der Ausstellungshalle von I.M. Pei ist bis zum 10. Dezember 2006 täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Sonnabend, 26. August 2006

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Dr. Frank Bauer in der Uniform eines Majors des Ersten Garderegiments zu Fuß als Schlachtenlenker beim 193. Siegesfest in Großbeeren. Sein Buch „Napoleon in Berlin“ erscheint bei uns und geht diese Woche in Druck. Unter Hochdruck hat er daran bis vor wenigen Tagen gearbeitet und sich dann auf diese große Veranstaltung vorbereitet. Im Hintergrund in heller Uniform die 1813 auf der Seite Napoleons kämpfenden Sachsen. Sie werden geschlagen, und damit wird eine zweite Einnahme Berlins durch napoleonische Truppen nach 1806 verhindert.
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Hier am Mühlenhügel formierte sich vor 193 Jahren die preußische Landwehr. Es war eine blutige Schlacht mit 150 Kanonen. Nach mehrtägigem Regen war es so feucht, daß die Zünder nicht funktionierten und beim Vorstoß auf das Dorf Großbeeren überwiegend mit dem Kolben gearbeitet wurde. Am Morgen des nächsten Tages kamen die Berliner mit Kutschen, um die Verwundeten zu bergen und zur Pflege nach Berlin zu holen.

Freitag, 25. August 2006

Gedenktafel-Einladung. Unter den Linden stehen die Denkmale der Generale der Befreiungskriege gegen Napoleon. Ihre Standorte wurden mehrmals verändert. Daran wird eine Gedenktafel des Bildhauers Reinhard Jacob erinnern, die am Dienstag, dem 5. September 2006 um 16 Uhr eingeweiht wird. Dazu sind Sie herzlich eingeladen. Es sprechen Dr. Klaus von Krosigk, Chef der Gartendenkmalpflege, Dr. Benedikt Goebel, Historiker der Gedenktafelkommission sowie Joachim Zeller, unser Bürgermeister von Mitte.

Donnerstag, 24. August 2006

„Der Einmarsch Napoleons hat später zur nationalen Erneuerung geführt“ – so ähnlich haben wir wohl Mal in Gesprächen die Folgen der französischen Besatzung geschildert. Das führt dazu, daß uns inzwischen von zwei Seiten vorgehalten wurde, wir würden nationalsozialistische geprägtes Gedankengut verbreiten oder von den Nazis geprägte Begriffe verwenden. Das ist zum Haare raufen. Damals, 1806 gab es kein nationalsozialistisches Gedankengut. Und wenn Schleiermacher in seinen Reden an die Nation, wenn die anderen Philosophen und Politiker diese Wort und Gedanken so oder ähnlich benutzten, dann ging es darum, die zersplitterten deutschen Kleinstaaten zu einigen. Natürlich haben wir in beiden Fällen nur über Dritte und hinter vorgehaltener Hand davon gehört, daß wir solches Gedankengut verbreiten würden. Das ist total nervig. Als ob aus unserem ganzen Handeln, Tun, auch Unterlassen nicht hervorginge, was das für ein Quatsch ist.

Dienstag, 22. August 2006

Unser Newsletter an über viertausend Empfänger wurde heute tagsüber von Joest Feenders verschickt. Als Newsletter bezeichnen wir das Rundschreiben (per Post jetzt 2.700 Abonnenten) in elektronischer Form. Wir nehmen Sie gern in die Verteilerliste auf.
Reitet Napoleon am 27. Oktober durchs Brandenburger Tor wie vor 200 Jahren und wird er vielleicht von mehreren hundert Soldaten begleitet? Noch wissen wir es nicht. Aber es könnte sein. Die Historiale, bescheiden geplant, lieber kleiner als zu groß, könnte sich ausweiten, weil viele auf die Homepage www.Historiale-Berlin.de aufmerksam geworden sind. (Ab heute dürfen Sie auch www.Historiale.eu testen, da kommen wir auch.) Auch ein Netzwerk von Menschen, die sich mit der Darstellung der Geschichte jener Zeit befassen, finden die Idee gut und wollen mitmachen. Das könnte dann eine größere, spektakuläre und medienträchtige Angelegenheit werden. Living History oder Re-enactment heißt das, also theoretische und praktische Auseinandersetzung mit einer bestimmten Zeit. In den USA (und Irland und England) ist das ganz normal, siehe www.history.org. Ein zeitgemäßes Beispiel ist Colonial Williamsburg, wo die Gründung der Vereinigten Staaten anschaulich dargestellt wird. Als wir dort zu Besuch waren und ein Treffen mit der Marketingleiterin hatten, Conny C. Graft, hat uns besonders die intensive Besucherforschung beeindruckt. Das hat wesentlich dazu beigetragen, daß ich an jedem Wochenende im Laden stehe.

Montag, 21. August 2006

Hier im Tagebuch sind wir wieder super schnell. So wird der Titel der Zeitung aussehen, die am Tag des Offenen Denkmals erstmals erscheint.
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Wenn Sie ganz schnell sind und heute Nacht unsere Webcams laufen lassen, können Sie beobachten, wie der Laden umgebaut wird, wie zum Beispiel Holgers T-Shirt-Pyramiden, am Sonnabend noch im Bau, ab morgen früh voll in Funktion sein werden. Damit der Laden morgen voll überquellender Vielfalt fast aus den Nähten platzt, hat Elena Boedecker heute den ganzen Tag Ware anfahren lassen. Das wird ein fest morgen. Und heute Nacht freut sich Pizza-Hut, weil die Mitarbeiter in der Nachtschicht was auf die Rippen brauchen.

Sonntag, 20. August 2006

Unter den Linden 57/58, so war die Hausnummer von 1812, hier auf der Karte des Polizeireviers No. 7. Erst im Jahr 1937 wurden die Hausnummern Unter den Linden geändert, in unserem Fall also Nummer 40. Ein Besucher brachte uns diesen historischen Plan freundlicherweise vorbei.