Donnerstag, 19. Januar 2006

Der neue Flyer (Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht) ist angekommen, den Norman Bösch weiterentwickelt hat, nachdem wir auf einem Seminar gelernt haben, daß nicht zu viele Fixationen auf einer Seite sein dürfen. Fixationen sind Punkte, auf die das Auge gelenkt wird. Jetzt hat der Flyer noch weniger Text, aber alles ist größer, man könnte auch sagen seniorenfreundlicher.
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Mittwoch, 18. Januar 2006

Es gibt ein neues Magazin für Neuberliner New in the City, ziemlich praktisch und umfangreich, 210 Seiten zum Preis von 6,90 Euro. Wir kommen auf Seite 191 vor und da heißt es: „Buchhandlung mit unschlagbarer Vielfalt an Büchern über Berlin (offering an incredible selection of books on Berlin), auch Berlin Spiele, Accessoires, T-Shirts und „DDR“-Souvenirs, kompetente Beratung auch in Englisch.“ Danke für die Würdigung.

Dienstag, 17. Januar 2006

Wir hatten an alle Kirchengemeinden in Berlin und an kirchliche Institutionen geschrieben (rund 500 insgesamt), unser Buch Kirchen in Berlin angekündigt und den Autor angepriesen, Sven Scherz-Schade der gern einen Gemeindeabend über die Geschichte der Kirche in Berlin gestaltet. Wohlweislich haben wir gleich seine Telefonnummer angegeben. Jetzt, wo Weihnachten ausgeklungen ist, klingelt es bei ihm dauernd. Es sieht so aus, als könne er monatelang tingeln gehen.
 

Montag, 16. Januar 2006

Diese Homepage hat die hunderttausender Linie überschritten, wir hatten im vergangenen Monat über 103.000 Pageviews (!).
Unsere Linksammlung zum Thema Berlin wächst und wächst. Uns erreichen immer mehr Anfragen nach Aufnahme in unsere Linkliste. Eine Bitte von unserem Webmaster – Bitte lesen Sie diese Seite bevor Sie anfragen – Danke.
Noch mehr Statistik? Die Inventur ergab, daß wir soviel Werte im Laden haben wie im Vorjahr, aber viel mehr Bücher und weniger Souvenirs. Genau genommen sind es auch nicht weniger Souvenirs, sondern weniger viel. Die Lagerhaltung ist immer besser geworden, immer mehr der Marktlage angepaßt. Das geht nur, wenn personelle Kontinuität und Mitdenken (danke Heyam!) da sind.
 

Sonntag, 15. Januar 2006

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Neujahrsempfang der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg im Hilton am Gendarmenmarkt. Dunkler Anzug, Uniform oder Couleur waren erwünscht, und mehrere hundert Menschen folgten dem Ruf. Oben hält der Vorsitzende Volker Tschapke seine Rede, in der er ein Verschuldungsverbot des Staates forderte und Applaus erhielt für seine Meinung, Deutschland sei hoffnungslos mit Bürokratie überfrachtet, mit steuerverschlingenden Einrichtungen und Verhinderern.
 
Die Männer rechts in den schicken Uniformen stellen Soldaten der anti-napoleonischen Befreiungskriege im Jahr 1813 dar. Vor 200 Jahren, also Ende 1806, hatten französische Truppen Berlin besetzt, Napoleon zog durchs Brandenburger Tor ein. Als die Festlichkeiten gerade zu Ende waren, kamen junge Franzosen in die Berlin Story und erkundigten sich danach, was das für Zinnfiguren bei uns in der Vitrine in diesen blauen Uniformen seien. Super. Nach dem langen Gespräch mit den drei Befreiungskriegern konnte ich alle Fragen glänzend beantworten.
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Freitag, 13. Januar 2006

Die Neujahrsempfänge sind noch nicht vorüber, da kommt schon die Repräsentationspflicht auf einen zu, sich bei den Nordischen Botschaften anläßlich der Grünen Woche sehen zu lassen und allen Vorsätzen zuwider isländischem Seelachs, schwedischen Elch auf warmen Pfifferlingen sowie dänisches Süßzeug zu naschen.
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Donnerstag, 12. Januar 2006

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung [www.faz.de] besprach heute unser Buch Bienert/Buchholz über die Zwanziger

Mit der Kutsche bis Paris
Im Jahr 1928 machte sich Gustav Hartmann mit seiner Pferdedroschke auf den Weg von Berlin nach Paris und zurück. Zweitausend Kilometer reiste er in 165 Tagen. Berlin fand so zu einem Symbol für den Übergang von der Kaiserzeit zum schnellen zwanzigsten Jahrhundert. Denn zu diesem Zeitpunkt fuhren schon Autos und Busse. Vier Jahre zuvor war am Potsdamer Platz die erste Ampel installiert worden. Gustav Hartmann wurde – auch das Zeichen der neuen Zeit – zu einem Medienstar. Der Ullstein-Verlag, damals einer der großen Zeitungsverlage, hatte einen Reporter mitgeschickt. Später widmete ihm Hans Fallada den Roman „Der eiserne Gustav". Michael Bienert und Elke Linda Buchholz gehen in ihrem Stadtführer auch diesem Mythos nach – vor allem aber dem Mythos Berlin. Sie beginnen bei der Novemberrevolution 1918/19, widmen sich dann der Entwicklung des Stadtverkehrs, den Bauten, der Kunst, der Großstadtpresse. Der Kurfürstendamm bekommt ein eigenes Kapitel wie auch die „Metropole des Verbrechens". Das letzte Kapitel erzählt unter anderem vom reichen jüdischen Leben bis 1933. Bienert und Buchholz erzählen davon, was damals berühmt war oder wurde und was heute davon noch zu sehen ist – etwa vom Denkmal des „eisernen Gustav" auf der Potsdamer Straße. „Die Zwanziger Jahre in Berlin" ist nicht nur ein wohlgeordneter, kluger Wegweiser durch das Berlin von heute. Es ist auch ein Nachschlagewerk für jene, die meinen, es habe bessere Zeiten als die unsere gegeben.
Die Zwanziger Jahre in Berlin – Ein Wegweiser durch die Stadt von Michael Bienert und Elke Linda Buchholz. Berlin Story Verlag, Berlin 2005. 280 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Broschiert, 19,80 Euro. ISBN 3-929829-28-2. Direkte Bestellmöglichkeit in unserem Webshop
 

Dienstag, 10. Januar 2006

Lernen kann man bei der Inventur, was sich unter dem Tisch mit Friedhofsbüchern verbirgt, nämlich riesige Kartons voller Nudeln, Nudeln mit Brandenburger Tor und mit Berliner Bären. Die hatte mir ja bis heute noch nie jemand gezeigt. Heute mußte ich sie zählen. Inventur ist Party. Da gibt es im Filmraum einen langen Tisch fürs Frühstück mit Baguette, französischem Käse, atlantischem Lachs und spanischer Wurst. Und natürlich hatte ich Marmelade und Nutella vergessen, weil die Zeit von Kindertagesstätten in meinem Leben eigentlich vorbei ist. Aber selbst daran hatte jemand gedacht. Heyam und Lydia hatten die Inventur so perfekt vorbereitet, daß es um 15 Uhr nichts mehr zu zählen gab und wir die Kunden reinließen, die immer wieder an die Türscheibe geklopft hatten.
 

Sonnabend, 6. Januar 2006

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Neulich hat Google ein Internetportal gekauft, in dem man seine privaten Fotos einstellen und Freunden zeigen kann. In den USA ist das noch mehr verbreitet als hier, www.flickr.com. Um mal zu gucken, wie das funktioniert, gebe ich einen Begriff ein, was könnte man mal eingeben, Friedrich der Große zum Beispiel und – da kommt der Fritz aus unserem Fenster, künstlerisch toll bearbeitet. Den hat ein amerikanischer Besucher im November 2005 fotografiert. Und wenn Sie „Lola rennt“ eingeben, werden Sie sich wundern …

Donnerstag, 5. Januar 2006

Gianluca wird heute gefeiert im Börsenblatt, der Wochenzeitschrift, die an alle Buchhandlungen und Verlage geht. Dort beschreibt Volkhard Bode unter dem Titel Italienische Momente, wie ein Buchhandelslehrling dazu kommt, ein Buch über die Humboldt Universität zu schreiben.

Noch einmal die Schulbank drücken zu müssen – das war für Gianluca Falanga »wohl der größte Schock« in seinem neuen Leben als Azubi bei der Buchhandlung Berlin Story Unter den Linden 40. Schließlich kann der Süditaliener, der perfekt deutsch spricht, schon allerhand vorweisen: Er hat Philologie und Literatur in Turin und Kopenhagen studiert, Gedichte veröffentlicht und neben dem Studium in dem kleinen Mailänder Verlag Iperborea als Lektor und Übersetzer gearbeitet. Außerdem wurde seine akademische Abschlussarbeit in Italien als beste philologische Abhandlung 2002 ausgezeichnet. Sein Dasein als Berufsschüler hielt der 28-Jährige sechs Monate aus – dann konnte er in einen Fernlehrgang wechseln, den die Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt-Seckbach anbieten. Außerdem machte sich sein Arbeitgeber für eine verkürzte Ausbildungszeit stark. In dem auf Berlin und seine Geschichte spezialisierten Ladengeschäft nahe dem Brandenburger Tor hält man große Stücke auf den jungen Mann aus Turin – auf seine profunden Geschichtskenntnisse, seinen Umgang mit Kunden und nun auch auf seine Fähigkeiten als Autor.

Erstes Buch auf Deutsch
Denn gerade hat Falanga im Verlag der Berlin Story sein erstes deutschsprachiges Buch vorgelegt: ein ebenso unterhaltsames wie lehrreiches Taschenbuch zur Geschichte der Humboldt-Universität, das auch als praktikabler Wegweiser durch den aktuellen Hochschulbetrieb zu lesen ist.

Als Falanga mit einem DAAD-Stipendium in Berlin landete, hatte er noch seinen Forschungsgegenstand, die Nibelungenlieder der Färöer-Inseln, im Blick. Doch so sehr ihn die europäische Literaturgeschichte interessierte – in Berlin wurde ihm klar, dass das einsame Studierzimmer nichts für ihn ist. So zog er die Notbremse, brach die Akademikerkarriere ab und bewarb sich 2003 spontan um eine Berufsausbildung im Buchhandel. »Ich wäre auch nach Turin zurückgekehrt, aber eine Buchhändlerlehre gibt es in Italien nicht«, sagt Falanga. Wofür lebt man im vereinten Europa?
In Berlin fühlt sich der Italiener pudelwohl. Am Prenzlauer Berg, wo er seit zwei Jahren zu Hause ist, haben Sommerabende ohnehin südliches Flair. Was nach der Abschlussprüfung im Frühjahr wird? So genau weiß Falanga das noch nicht. Buchhändler möchte er gern bleiben. Aber auch an Ideen für eigene Buchprojekte fehlt es nicht. Über den Roman, an dem er arbeitet, will er lieber nicht sprechen. Doch eine Kulturgeschichte von Deutschen und Italienern in Berlin ist schon geschrieben, der entsprechende Vertrag mit einem Verlag unterzeichnet.Zur Person
Gianluca Falanga, 1977 im süditalienischen Salerno geboren, studierte in Turin und Kopenhagen Philologie und Literatur. Er übersetzte Belletristik aus nordischen Sprachen ins Italienische und veröffentlichte in Italien Gedichte und literaturwissenschaftliche Untersuchungen. Seit 2002 lebt er in Berlin, wo er derzeit eine Buchhändlerlehre absolviert. Außerdem ist von ihm im Verlag Berlin Story gerade eine Geschichte der Humboldt-Universität erschienen.
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