Donnerstag, 17. November 2005

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Nachtrag, weil dieses Foto wieder aufgetaucht ist: Am 11.11. um 11.11Uhr zwischen der „Ständigen Vertretung

Dienstag, 15. November 2005

Aus München erreichte uns folgender Hilferuf: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe ein eher unkonventionelles Anliegen. Meine Freundin, gebürtige Berlinerin, hat die gelbe Stofftasche mit Berlin-Aufdruck (so weit ich mich erinnern kann, einfach der Name ihres Ladens mit Anschrift Unter den Linden) verloren, und ist – ja, ich weiß, es ist nur schwer nachvollziehbar – darüber ganz untröstlich. So wollte ich sie bitte, ob es nicht möglich wäre, mir einen solchen Stoffbeutel per Post zu schicken.“ Ist unterwegs.
 

Montag, 14. November 2005

Normalerweise machen wir keine Vorankündigungen, außer vielleicht bei Büchern, die sich schon im Druck befinden. Was wir aber heute in die Wege geleitet haben, stieß auf so großes Interesse, daß es schon vorab gemeldet sei. Wir, Silvia Knüver und Wieland Giebel, haben die Confiserie Sawade [www.sawade-berlin.de] besucht und ab nächste Woche gibt es Süßkram der edelsten Art in historischer Verpackung mit Brandenburger Tor und Gendarmenmarkt. Sawade wurde 1880 Unter den Linden gegründet und war lange Hoflieferant. Wir passen also gut zusammen. Wie wir das kalorienmäßig bewältigen sollen ist noch völlig offen.
 

Sonntag, 13. November 2005

Sonntage sind häufig die schwierigsten Tage. Ein Kinderbuch über Berlin auf Spanisch? Hamma nich. Berlin auf Koreanisch? Hamma nich. Luisenstadt auf Englisch? Hamma nicht. Aber wieso Luisenstadt auf Englisch? „Mein Urgroßvater ist da 1847 geboren“. Da könnte man im Kirchenarchiv recherchieren, Bethaniendamm, da liegen alle Kirchenbücher. Mit den Geburtseintragungen.
 

Sonnabend, 12. November 2005

In der Berliner Morgenpost[www.morgenpost.de] bespricht Sven Felix Kellerhoff heute das Buch von Bienert und Buchholz über die Zwanziger Jahre. [Hompage zum Buch: www.Zwanziger-Jahre-in-Berlin.de]
Berlin, das ist Energie, Intelligenz, Straffheit
Dem Mythos der „Goldenen Zwanziger“ auf der Spur
Sie gelten als die „beste Zeit in der Geschichte Berlins“: die Jahre zwischen Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise, die „Goldenen Zwanziger“. Nie zuvor und nie danach schien die Stadt so lebendig, so kosmopolitisch wie zwischen Frühjahr 1924 und Herbst 1929. „Natürlich waren die fabelhaften Zwanziger Jahre keine Erfindung Berlins oder der Berliner“, urteilte im Rückblick Peter de Mendelssohn, damals ein ganz junger Journalist: „Auch London und New York kannten den Überschwang und die schöpferische Produktivität der ,Roaring Twenties‘; auch Paris wurde vom Schwung der Zwanziger Jahre mitgerissen, und gar aus Moskau kam eine wahre Sturzwelle des Neuen und Befeuernden. Dennoch waren die Zwanziger Jahre recht eigentlich das Jahrzehnt Berlins. Mehr als irgendeine andere Stadt war Berlin für sie geschaffen; die Zeit saß ihr wie angegossen.“
 
Mendelssohns Urteil beruht auf der Kultur: Berlin konnte in jenen Jahren als wichtigste Metropole der klassischen Musik gelten, mit drei renommierten Opernensembles und mehr als zwanzig Berufsorchestern auf internationalem Niveau. Seine Theaterszene wuchs zur größten der Welt heran, mit 35 000 Plätzen laut Baedeker von 1927. Die Sammlungen der Berliner Museen gehörten zu den wichtigsten Sammlungen überhaupt. Auch der Expressionismus und neue Kunstbewegungen wie Dada konzentrierten sich in Berlin; seine Salons waren Paris ebenbürtig. In Studios in Berlin und Babelsberg entstanden viele der wichtigsten Stummfilme.
 
Kein Wunder also, daß ausgerechnet zwei Kulturjournalisten dem Mythos der „Goldenen Zwanziger“ in Berlin jetzt einen „Wegweiser durch die Stadt“ gewidmet haben. In vielen kleinen, abgeschlossenen Kapiteln spüren Michael Bienert und Elke Linda Buchholz einzelnen Aspekten der Berliner Geschichte zwischen Erstem Weltkrieg und Machtergreifung nach (Verlag BerlinStory. 278 Seiten, 19,90 Euro).
 
Natürlich beginnt ihr reich bebildertes, gut lesbar geschriebenes Buch mit der „Novemberrevolution“ 1918 und endet mit dem Zeitbruch von 1933. Doch dazwischen gliedern die Autoren klugerweise nicht chronologisch, sondern thematisch. So werden die Felder, auf denen Berlin zeitweise an die Spitze der Entwicklung weltweit stand, besonders deutlich. Das waren einige, auch abseits der Kultur. So hatte Berlin in den zwanziger Jahren dank der Elektrifizierung der S-Bahn und der neuen U-Bahn-Linien C, D und E (heute U 6, U 8 und U 5 sowie Teile der U 7) das modernste Nahverkehrsnetz der Welt, die erste Ampel Deutschlands (auf dem Potsdamer Platz), die erste innerstädtische Autobahn (Avus), die modernste Stromversorgung und den leistungsstärksten Binnenhafen.
 
Doch all das verschwindet in der Wahrnehmung der Berliner Zwanziger gegenüber der Rolle in der europäischen Kultur; entsprechend handeln drei Viertel des Buches von Bienert und Buchholz auch von im weiteren Sinne kulturellen Themen. Zum Beispiel vom Durchbruch der modernen Architektur, die sich mit Namen wie Bruno Taut, Hans Poelzig und Erich Mendelsohn verbindet. Zum Beispiel von der Presselandschaft, die nicht nur mit der B. Z. die schnellste Zeitung der Welt, sondern auch teilweise im leistungsstärksten Druckhaus Europas in Tempelhof gedruckt wurde.
 
Ausführlich gehen die beiden Autoren mit ihren Lesern über den Kurfürstendamm in den Zwanziger Jahren spazieren, erzählen wenig bekannte Geschichte zum Beispiel über Josephine Baker und ihre Auftritte in Rudolf Nelsons Revue-Theater an der Ecke Fasanenstraße, über Jeanne Mammens Atelier am Kurfürstendamm 29 und Mendelsohns heute als Schaubühne genutzten „WOGA“-Komplex, ursprünglich geplant als Kombination von Luxuswohnungen und Unterhaltungsangeboten.
 
Wer mit dem Wegweiser durch die Goldenen Zwanziger durch die Stadt geht, wird sich begeistern wie Thomas Mann 1927 in einem Gratulationsartikel zu Max Liebermanns 80. Geburtstag: „Berlin, das ist Energie, Intelligenz, Straffheit, Unsentimentalität, Unromantik, das Fehlen jeglicher falschen Ehrfurcht vor dem Vergangenen. Modernität als Zukünftigkeit, Kosmopolitismus als Abwesenheit germanischer Gemütsfeuchte.“
 

Freitag, 11. November 2005

Der Antiquar Jürgen Holstein, der mit dem Band „Blickfang“ in diesem Sommer ein furioses Buch über die Buchkunst der Weimarer Republik vorgelegt hat (www.holsteinbuch.info), schreibt an Michael Bienert und Elke Linda Buchholz, die Autoren unseres Buches Die Zwanziger Jahre in Berlin: „Ich habe ein bißchen in Ihrer beider Buch geblättert und gelesen und bin baff, was Sie alles ausgekramt und gefunden haben (…)
 

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Bei weiterem Lesen in Ihrem Buch kam mir der Verdacht, dass Sie möglicherweise Ihren Beruf verfehlt haben. Sie schreiben so gescheit und informativ zu architektonischen Themen, daß ich vermute, sie müssen sich an der T.U. bei einer architekturhistorischen Vorlesung kennengelernt haben. Aber vielleicht sind die nichtarchitektonischen Kapitel ebenso spannend, wozu man dann nicht nur Ihnen Beiden, sondern auch dem Verleger gratulieren müßte.“ Ein schönes Lob, denn die Autoren haben Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie studiert, aber niemals Architektur. Ebenso erfreulich: Jürgen Holstein, anerkannter Spezialist für Buchgestaltung, zeigte sich im Gespräch auch sehr angetan vom Erscheinungsbild unseres gedruckten Stadtführers durch das Berlin der Zwanziger Jahre.
 

Donnerstag, 10. November 2005

Man kann ja auch Mal aus dem Nähkästchen plaudern. Am Seminare „Wie bekomme ich als kleiner Verlag meine Bücher an die Leser“ von Christoph Mann www.mannconsulting.de nahmen auch Leute von Verlagen teil, die gar nicht so klein sind. Haben die denn da was von? Ja, denn die Ideenfülle war überwältigend und die Intensität des Seminars großartig. Wir haben ja den Vorteil, als Buchhandlung auch die andere Seite, nämlich die des Handels zu kennen. Daß es zum Beispiel nervt, wenn Verlage anrufen und etwas verkaufen wollen. (Das wurde aber auch nicht vorgeschlagen). Wir erfuhren, daß 67 Prozent der Besucher einer Buchhandlung keine Kaufabsicht haben und sich 80 Prozent erst entscheiden, nachdem sie gesehen haben, was auf den Tischen liegt. In der Buchhandlung verdichten wir deswegen laufend, hier noch ein kleiner Tisch, da noch eine Ecke zubauen. Für die Verlage, um die es ja ging, stellt sich die Frage, wie ihre Bücher auf diese Tische gelangen, wie die Buchhändler überzeugt werden können, fleißig einzukaufen und gut zu präsentieren.
 
Was bedeutet die Konzentration im Handel für die kleinen Verlage? Ein Drittel des Umsatzes machen die zehn großen Filialisten. Reden die überhaupt mit den Kleinen? Und wenn man im Handel präsent ist, wie bleibt man auf den Tischen? Wie kann man dem Handel gute Verkaufsargumente liefern und schließlich: Wo treiben sich unsere Kunden noch rum? In Museen? In der Oper? Auf Kreuzfahrten? Und lohnt es sich, irgendwie in den Versandbuchhandel zu kommen? Während ich mich mit diesen Fragen beschäftigte, waren zwei Mitarbeiterinnen auf einem anderen Seminar, in dem es darum ging, wie man für die Kunden so gut wie möglich Bücher im Computer finden kann. Das hatte ich bei unserem Buchgroßhändler KNV www.buchkatalog.de vor wenigen Wochen mitgemacht und als so gut empfunden, daß das alle mitmachen sollten.
 

Mittwoch, 9. November 2005

Vor sechzehn Jahren fiel die Mauer und so sah es heute am Brandenburger Tor aus. Prost. Morgens fand eine Veranstaltung im Haus am Checkpoint Charlie statt, in der es um den Fall der Mauer und den Zerfall der kommunistischen Partei in China ging. Lea Zhou, die Chefin von Epoche Times Europa www.dieneueepoche.com berichtete von inzwischen fünf Millionen Austritten aus der KP-Chinas (von 70 Millionen Mitgliedern bei 1300 Millionen Einwohnern).
 

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Auszutreten sei so schwierig wie in andren kommunistischen Systemen und mit Schikanen verbunden. Kommunikationswege sind das Internet (Kritik an Google und anderen, die sich der Zensur der KP beugen) und Geldscheine, auf die man gut Austrittsparolen und anderes schreiben kann. Joschka Fischer wurde von einem Menschenrechtler gelobt, da er es auf keine Konferenz unterließ, die Situation der Menschenrechte in China zu kritisieren. Witwe Alexandra Hildebrandt widersprach dem heftig, nur die CDU sei für Menschenrechte eingetreten von Dr. Adenauer bis Dr. Kohl.Am Nachmittag enthüllte Inge Deutschkron www.blindes-vertrauen.de in der Sächsischen Straße 26 in Wilmersdorf eine Gedenktafel, die an Lisa Holländer erinnert. Andr

Dienstag, 8. November 2005

So sieht das aus, bevor unsere Mitarbeiterbesprechung beginnt, die letzte (monatliche) in diesem Jahr, denn im Dezember gibt es die Weihnachtsfeier mit nur einem ganz kurzen Tagungsordnungspunkt, der Inventur am 10. Januar 2006. Heute ging es um die Bücher, die wir für das nächste Jahr planen, wer daran mitarbeitet, welche Reprints wir vorbereiten. Jeder hatte schon den neuen Rundbrief, der morgen rausgeht.
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Die Buchhändlerinnen haben vorher empfohlen, was besprochen werden soll. Jetzt muß jeder wissen, welche Bücher tatsächlich im Rundbrief (per Post) und Newsletter (via E-Mail) sind UND wo sie auf den Tischen liegen. Zu optimieren wären die Berichte zur Qualifizierung. An Stadtführungen teilnehmen und in Museen gehen ist die eine Seite, das läuft ja auch gut, aber die Berichte darüber, die hier auf die Homepage kommen, gehen irgendwie verschütt. „Das wird jetzt besser. Echt. Ehrlich. Ganz bestimmt. Schon in Vorbereitung.

Dienstag, 7. November 2005

Wir erhalten Post. „Ein großes Hallo an Herrn Wieland, die Silvia und natürlich an das Team der Berlin Story! Nachdem ich im September die Möglichkeit hatte, Euch zum zweiten Mal einen Besuch abzustatten, muß ich sagen, daß ich ein bißchen wehmütig werde, wenn ich fast täglich auf Eurer Seite vorbei schaue und mir die Bilder der Webcam anschaue! Es gab soooooooooo viel zu gucken, zu staunen und zu kaufen. Der erste Klick ist immer ein Blick in das Tagebuch, wo es immer was zum Schmunzeln und/oder Informatives gibt, weiter so. Ganz liebe Grüße aus Nordhorn aus dem kleinen Buchladen an Herrn Wieland, an die Silvia Knüver und natürlich ans Team!
Nadine Henke
 
Liebe Nadine, herzlichen Dank für die Ermutigung. Silvia kennt sich ja in Nordhorn bestens aus. Ich war nur einmal da, als es um die Besetzung des Truppenübungsplatzes Nordhorn Range ging. Aus dem Lexikon: Im norddeutschen Nordhorn- Range versuchten die Anwohner 1975 die Schließung eines Übungsplatzes der Bundeswehr für Bombenabwürfe zu erreichen. Als sie mit Eingaben keinen Erfolg hatten, besetzten sie den Platz. Die Behörden reagierten darauf mit einem massiven Polizeieinsatz.