Mittwoch, 31. August 2005

„Haben Sie Zitter?“
„Hm, also

Dienstag, 30. August 2005

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Die Geschichte des Hauses Unter den Linden 40 wird weiter erforscht. Christin Linße von berlinsights [www.berlinsights.de], auch bei uns im Haus und spezialisiert auf ausländische Besucher der Stadt, stellte ihre Forschungsergebnisse vor. Sie hat die Adreßbücher von 1907 bis 1943 gewälzt, Bildmaterial gesucht, und im Internet recherchiert.
 
Diese schöne Eisenverzierung auf dem Foto an der Haupteingangstür Unter den Linden 40, ein geflügeltes Rad, beflügelte die 1885 gegründete Deutsche Schlafwagengesellschaft. Die Cunard Line hatte ihre Niederlassung hier, die den Pullmann Salonwagen einführte und den Orient Express seit 1883 betrieb. 1917 bis 1928 befand sich das Schweizer Verkehrsbüro im Haus, seit 1918 Benz & Cie, später ab 1927 Daimler Benz. 1918 befindet sich Mitropa im Haus, ab 1919 das Mitteldeutsche Reisbüro, 1927 bis 1935 das amtliche Reisebüro der Schweizer Bundesbahn.
 
Zur DDR-Zeit war die französische Botschaft im Haus. Frankreich hatte die DDR bereits im Jahr 1973 anerkannt, 1984 kam das französische Kulturzentrum in der Friedrichstraße hinzu und Honecker war 1988 in Frankreich. Unter dem Dach befand sich zur DDR-Zeit die Privatpraxis von Prof. Dr. Goll. Dies alles hier nur als historische Stichworte, hoffentlich einigermaßen richtig, demnächst kommt sicherlich alles genauer in der entsprechenden Rubrik unserer Homepage über die Geschichte des Hauses.
 
Nachtrag – Christin Linße schlägt folgende Korrekturen vor, um der historischen Wahrheit näher zu kommen:
Die Cunard Line hat nicht den Pullman Wagen erfunden oder eingesetzt, sondern die Kreuzfahrtschiffe (noch immer) am Laufen. 1885 wurde nicht die Deutsche Schlafwagengesellschaft gegründet, sondern die CIWL (Compagnie Internationale des Wagon Lits).
 

Montag, 29. August 2005

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Emma haben wir als Schwebende Jungfrau engagiert, und weil sie so gut schweben kann, hat sie die gründliche Reinigung des Modells der historischen Mitte übernommen. In Wirklichkeit studiert sie in Schweden, macht ein Praktikum bei uns, lernt deutsch und sich bei uns nützlich.

Sonntag, 28. August 2005

Eine geführte Gruppe Amerikaner besucht uns, Gäste der Freien Universität. "Ach, da sind Sie ja", sagt der Guide. "Ich habe Ihren Film jetzt etwa fünfzigmal gesehen, bei jeder neuen Gruppe zeigen wir ihn." Wir vereinbaren, uns gelegentlich zu treffen, um die englische Version von Making of Berlin im Jahr 2006 noch besser zu machen. Das ist wirklich eine große Hilfe. So viele Menschen sehen den Film bei uns oder kaufen die DVD, daß wir alles dransetzen, wirklich etwas Gutes zu liefern.

Einen anderen Film über Berlin haben wir gestern reinbekommen. Er läuft eine Stunde, alle Sehenswürdigkeiten sind schön abgefilmt, auch manches Museum und einige Shows von innen. Es wäre prima, einen Film zu haben, den wir aus ganzem Herzen anbieten können. Aber bei diesem hier geht der Text so: "Am Pariser Platz schlägt das Herz der Hauptstadt. Hier liegt der politische und kulturelle Mittelpunkt der Spreemetropole, in der sich bedeutende Sehenswürdigkeiten dicht an dicht drängen. Wo jahrzehntelang die Mauer den freien Blick auf den Westteil der Stadt versperrte, wurde das Brandenburger Tor zum Wahrzeichen der Befreiung." Phrasen durchziehen den Film, oft haut der Text dicht daneben. Am Pariser Platz schlägt sicher nicht das Herz der Hauptstadt, hier liegt auch nicht der politische und kulturelle Mittelpunkt. Da müßte man eine andere Begrifflichkeit finden. Die Mauer war nicht tragisch, weil sie den BLICK in den Westen verstellte. Der Begriff Befreiung ist eng verbunden mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, mit Befreiung vom Faschismus. Das Ende der DDR mit diesem Begriff zu belegen, ist falsch. Hilflos und unpräzise wird kommentiert. Was tun? Wir verkaufen den Film und machen ein Schild, daß der Text nicht auszuhalten ist. Damit befreien wir uns von der Verantwortung. Oder drücken wir uns nur davor?
 

Sonnabend, 27. August 2005

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Im Kreuzberg Museum wird zur Langen Nacht der Museen eine Ausstellung über das Exportviertel Ritterstraße eröffnet, ein weltweit agierendes Produktions- und Handelszentrum seit der Gründerzeit. In dieses wohl aktivste Bezirksmuseum Berlins sollte man bei jedem Kreuzbergbesuch, weil der Mythos Kreuzberg nirgendwo anders so schön und auf mehreren Etagen und in mehreren Ausstellungen erläutet wird. www.kreuzbergmuseum.de. Auf der Homepage des Museums findet man auch die Termine zu den drei Führungen durch die Goldene Meile Ritterstraße. Heute war auch Hoffest und die Band stand so, daß man im Hintergrund die ursprünglichen Räume der Galerie Elefanten Press erkennt, in denen 1971 alles anfing, also meine aktive Berliner Zeit. Das ist ziemlich lange her und in jüngerer Vergangenheit, vor einigen Jahren, hatten wir die Berlin Story in der Langen Nacht der Museen abends länger auf. Die Museumsbesucher haben aber ein festes Programm im Kopf und wollten gar nicht zu uns. Jetzt geht es uns viel besser, wir können selbst die Nacht aktiv gestalten.
 
Donnerstag 25. August 2005
Steuerberatung und Bilanz. Manche gehen ja so ungern zum Steuerberater wie andere zum Zahnarzt, wiederum andere versuchen, sich vorm Steuerzahlen zu drücken, wo es nur geht und richten ihr Leben, die Eheschließung, Abrechnungen, Reisekosten, Spenden oder Besuche in der Schweiz nach steuerlichen Gesichtspunkten ein. Wir zahlen gern Steuern. Ich erinnere mich gut an die Zeit, als nichts da war zum Steuern zahlen. Da sieht es jetzt bei unserem bisher mit Abstand erfolgreichsten Jahr 2004 doch ganz anders aus.
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Alles ist in Bewegung im Museum für Kommunikation, nur Prof. Dr. Joachim Kallinchen steht wie der Fels in der Brandung in der Mitte, und zwar bei der Eröffnung der Ausstellung Seh-Fahrten, Bahnfotografien von Horst Hamann, die im Gespräch mit Udo von Kampen vom ZDF in Brüssel auch Hartmut Mehdorn vorstellt, der Chef der Deutschen Bahn. Hamann ist 30.000 Kilometer mit der Bahn gefahren, hat Bahnhöfe, Strecken, Brücken wie Panoramen fotografiert, Tempo und die Verschmelzung von Natur und Technik festgehalten.

Mittwoch, 24. August 2005

Unsere drei neuen Bücher werden mehr und mehr fertig. Jetzt sind wir in der heißen Phase, Humboldt Universität, Zwanziger Jahre und Kirchen in Berlin in den Produktionsendspurt zu bringen. Norman Bösch kann nicht über Langeweile klagen. Im Verkauf machen wir die Erfahrung, daß auch Bücher gut gehen, die nur scheinbar etwas mit Berlin zu tun haben, nämlich "Die Entdeckung der Currywurst" von Uwe Timm. Das Buch spielt eigentlich in Hamburg. Wir tun aber einfach so, als gehöre die Currywurst zu Berlin. Ein Buch über den Döner fehlt. Wir haben aber das Döner-Quartett. In aller Herrgottsfrühe haben Lydia Salnik und Wieland Giebel bergeweise Modernes Antiquariat eingekauft. In zwei Wochen werden unsere Bücherwagen wieder überquellen von schönen Sonderangeboten.
 

Dienstag, 23. August 2005

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Lea Zhou macht mit uns ein Interview für das chinesische Programm der Deutschen Welle, in dem über die Berlin Story als einzigartigen Ort der Information berichtet wird. Besonders gefallen hat Frau Zhou dieses persönlich gehaltene Tagebuch, das sie ausführlich studiert hat. Lange unterhalten wir uns darüber, in welchen Kulturen es möglich ist, so was zu schreiben, nämlich relativ ungehemmt aus dem Nähkästchen zu plaudern, und wo man sich lieber ein bißchen bedeckt hält. Und die Jugend: Welche politischen oder gesellschaftlichen Träume, Vorstellungen und Gedanken haben sich nach dem Sommer 1989 gehalten und spielen sie heute eine Rolle in der Generation, die von und für Notebook und MP 3-Player lebt? Radiointerviews sind für mich ein besonderer fall. Weil ich das selbst lange betrieben habe, denke ich bei jeder Antwort auf eine Frage: Wie würde ich das schneiden, wieviel Sekunden sind das wohl, wie kriegt man da einen guten Anschluß hin. Ist aber eigentlich egal, weil meine Antworten sowie kaum zu hören sind, denn sie werden chinesisch übersprochen.Manchmal weiß man nicht so genau, worum es geht, besonders wenn die Demonstranten zwar laut Hallelujah singen, vor die russische Botschaft ziehen, aber kein deutsch sprechen, sondern eine lateinamerikanische Variante von spanisch. Ob das jetzt mehr mit dem Weltjugendtag in Köln oder aber mit der russischen Botschaft zu tun hatte, war nicht herauszufinden, da es auch keine aufklärenden Flyer gab.
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Montag, 22. August 2005

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Die beiden Nestflüchter Kwan und Anne können sich nicht trennen. Kwan war einige Tage in Polen, Anne hat die letzten Reste gepackt, jetzt sind beide noch mal im Laden und fangen sofort reflexartig an, T-Shirts zu verkaufen und Bücher zu bestellen.
 

Sonntag, 21. August 2005

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Heute gibt es nur ein Thema: Angelina ist in der B.Z. und berichtet, wie sie zur Berlin Story gekommen ist. Der gesamte Text und das gescannte Bild kommen bald bei den Presseberichten über uns, hier erstmal vorab ein aus der Zeitung abgeknipstes Bild.

Sonnabend, 20. August 2005

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Zur Hochzeit vom Dom zum Brandenburger Tor mit der Rikscha, und das auch noch mit allen Hochzeitgästen und wildem Geklingel. Das ist doch mal was anderes als die hupenden Autokorsos.Währenddessen warteten im Laden Kunden darauf, daß Ihnen eine originale DDR-Ampelmännchenampel eingepackt wird. Unsere drittletzte. Es gibt dann keine mehr. Schon diese gußeiserne wurde ja in Halle von unserem Lieferanten abgeschraubt und die Stadt bekam dafür eine pflegeleichte Plastikampel.
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Ich sollte die Ampel für unsere Produktliste auf dieser Homepage fotografieren, und als ich im Schaufenster stand, fand das diese junge Berlinbesucherin so komisch, daß sie mich fotografierte.
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