Sonntag, 31. Juli 2005

Trennungen. Manche Trennung zieht sich etwas lange hin und endet doch gut. Es gab noch Komplimente über das gute Aussehen, den super Zustand und die extreme Zuverlässigkeit sowie Vielseitigkeit, dann war sie weg, unsere Heizung mit dem gelben Schlauch, die in den alten Räumen so viel Eindruck gemacht hat, daß selbst die Berliner Morgenpost darüber berichtete.
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Jetzt wird sie die Halle einer Reifenfirma in Eberswalde heizen. Getrennt haben wir uns jetzt endlich, weil diese Art des Erwärmens für uns Geschichte ist, an die wir uns gern erinnern, ein Höhepunkt des Daseins, aber die Heizung über unsere Homepage jemanden gefunden hat, der sie braucht. Heute um 11 Uhr wurde sie abgeholt. Mit allem Zubehör. Wir heizen im Winter dann mit Fernwärme, ohne heiße Luft erzeugen zu müssen, die für die Mitarbeiterinnen (und Mitarbeiter) nicht eben gut war.

Mittwoch, 27. Juli 2005

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Ohne Blitz, aber dafür in schönen Farben: Birgit Wetzig-Zalkind (links) liest zusammen mit Julia Nogli aus ihrem neuen Buch: Das ist Berlin – eine Stadt und ihre Stars. Der Veranstaltungsraum quoll über von Besuchern, weil die Geschichten über die Stars der Ufa ganz aktuell zu sein scheinen. Frau Wetzig-Zalkind hatte vor allem Archivarbeit geleistet, die alten Tageszeitungen durchgesehen, die Boulevardpresse der Zeit, vor allem aber die Memoiren der lieben Kolleginnen und Kollegen, die nichts ausgelassen haben, was man ihren Mitkünstlern irgendwie nachsagen könnte. Aus dieser trockenen Archivarbeit wurde ein spritziges Buch, wunderbar vorgestellt mit Fotos der jeweiligen Künstler auf unserem Bildschirmen. Und weil die Autorin Vollprofi ist, möchten über sie und ihr Werk viele Journalisten berichten. Drei waren an diesem Abend da, und alle drei großen Zeitungen hatten vorher über die Veranstaltungen berichtet. Auch das Neue Deutschland, aber mit der Adresse Unter den Linden 20. Die gibt es nicht. Die ND Leserin kam verzweifelt und unglücklich eine Stunde zu spät. Historische Kontinuität: Wer zu spät kommt

Dienstag, 26. Juli 2005

Auf dieser Homepage haben wir wieder mehr Besucher. Im Mai waren es 81.000, im Juni 84.000. Auf der Sitzung zur Homepage gestern haben wir besprochen, welche Produkte demnächst neu unsere Rubrik Sortiment aufgenommen werden. Diese wichtige Rubrik hatten wir etwas vernachlässigt. Jetzt sind die Produkte ausgewählt, besprochen vorbereitet. Angelina hat das übernommen. Die Arbeitsgänge sind: auswählen (das machen die im Laden Zuständigen), tatsächlich raussuchen, fotografieren oder scannen, denken, schreiben, Waren zurückbringen, Text und Fotos zuordnen, alles für Joest vorbereiten, den Webmaster. Was so standardmäßig wirkt, ist alles Handarbeit. Und Kopfarbeit. Mit Angelina läuft das prima. Sie sieht von alleine jeden kleinen Fehler und optimiert die Homepage wirksam.
 

Sonntag, 24. Juli 2005

Gelegentlich bin ich wirklich verblüfft. Eine Kundin sucht ein Poster von Zille, das wir nicht haben. Wenn auch immer möglich, schicken wir die Kunden weiter und sagen, wo sie möglicherweise ihre Wünsch erfüllt bekommen. In diesem Fall konnte Lydia ohne nachzudenken sagen, gehen Sie doch mal ins Zillemuseum [www.heinrich-zille-museum.de], im Nikolaiviertel, in der Propststraße 11, täglich 11 bis 19 Uhr im Sommer.
 

Samstag, 23. Juli 2005

Die (halbe) Berlin Story im Untergrund – Das sieht nicht nur gut aus auf diesem Foto, das ist wirklich ein irres Erlebnis, mit der BVG die Cabrio-Tunneltour Berlin zu machen. Wir starteten um 23.30 Uhr am Alex und fuhren zwei Stunden lang durch U-Bahnschächte, die extra für diese Tour beleuchtet wurden. Sonst, wenn man einfach nur fährt, sieht man ja zwischen den Bahnhöfen nichts oder fast nichts.
 

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Die Tour geht nicht nur entlang von unterschiedlichen Linien, zu deren Entstehung man gut verständlich informiert wird, natürlich hört man auch viel zu den Bahnhöfen; wir fuhren auch durch Querverbindungen zwischen den Linien, von denen man als unbedarfter Laie nichts ahnt. Man muß ziemlich früh vorbestellen. Wir haben drei Monate vorher gebucht. Und die Fahrt ist auch nicht eben preiswert, sie kostet 40 Euro pro Person. Das Geld ist gut angelegt. Was wir da erlebt haben, geht über alles hinaus, was wir uns vorgestellt haben. Mehr erfährt man auf www.bvg.de.
 

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Dienstag, 19. Juli 2005

Kwan Wong kann keinen Moment ruhig sein. Heute hat sie die T-Shirts neu gehängt. Übersichtlich nach Motiven geordnet, ästhetisch und für die Kunden schön übersichtlich. Bei der Dynamik wird sie bestimmt bald Museumsdirektorin.
 

Montag, 18. Juli 2005

Wir freuen uns, daß es an jedem Tag so viele Besucher gibt, die sich unsere Ausstellung ansehen.
 

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Sonntag, 17. Juli 2005

Wahrscheinlich sind wir die einzige Buchhandlung Berlins, in der es keinen Harry Potter gibt. An Wochentagen schicken wir zu Hugendubel und Dussmann. Heute, am Sonntag, stehen die Kunden auf dem Schlauch. Wir empfehlen die Bahnhofsbuchhandlung, sind uns aber nicht sicher, ob Harry Potter dort tatsächlich geistert.
 
Dieses Buch hier ist ja gut, sagen die holländischen Besucher, aber die Berlin Story ist hier auf der Karte falsch eingetragen. Wir leiden, wir leiden. Ich weiß das ja. Das ist die Karte aus der holländischen Fassung meines DuMont Buchs, in den Niederlanden herausgegeben von ANWB, dem dortigen ADAC. In der nächsten Ausgabe wird alles wieder in Ordnung sein. Die Berlin Story ist dann am richtigen Platz. Die neue deutsche Ausgabe, soeben erschienen, ist natürlich schon korrigiert.
 

Sonnabend, 16. Juli 2005

Seit einigen Tagen fährt dieser Kremser regelmäßig die Linden hoch und runter. Kremser sind eine Urberliner Erfindung. Seit 1825 standen die ersten Kutschen von Simon Kremser am Brandenburger Tor. Diese Kutsche hier wird von zwei Fjordpferden gezogen, der Kremser heißt Per Borgen und kommt aus Norwegen. In der Woche fährt die Kutsche ab 10 Uhr zwischen Lustgarten und Holocaust-Mahnmahl, am Wochenende ab 10 Uhr. Die Fahrt kostet 5 Euro die halbe Stunde. Der Tagespiegel schreibt, daß eine Tierpflegerin sich um die Pferdeäpfel kümmert und bei Bedarf vom Kutschbock springt. Unsere Erfahrung ist, daß die Pferde, wenn sie vor der Berlin Story an der Ampel stehen, ein unwiderstehlicher Reiz überkommt, uns ein paar Pferdeäpfel dazulassen.
 

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Freitag, 15. Juli 2005

Gestern kam abends der Neue, ein Langer Kerl. Er bleibt jetzt bei uns und wirbt für die Ausstellung des Geheimen Preußischen Staatsarchivs im Schloß Königs Wusterhausen, wo der Soldatenkönig, der Vater von Friedrich dem Großen, mit seiner Tabakrunde qualmte, soff, den Philosophen Gundling schikanierte und Politik machte. Dort gibt es eine Ausstellung über die Langen Kerls.
 

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