Dienstag, 14. Februar 2005

Morgen früh erscheint im Tagesspiegel die Besprechung der Zwanziger Jahre von Elke Linda Buchholz und Michael Bienert. Mit Bubikopf über die Avus. Zwei Millionen Reichsmark erbeuteten die Brüder Franz und Erich Sass bei ihrem Bankraub 1929. Und verschenkten Teile davon an die Armen in Moabit. Das Panzerknacken können sie bis heute nicht lassen – zumindest als Stoffpuppen im Polizeimuseum. Auch der Publizist Carl von Ossietzky steht noch immer in Berlin: als Skulptur in Pankow. Und Albert Einstein, der von 1917 bis 1932 in Schöneberg lebte, blickt von einer Gedenktafel an der Staatsbibliothek. Auf die Suche nach einer längst nicht verlorenen Zeit haben sich die Autoren des Taschenbuchs „Die Zwanziger Jahre in Berlin“ gemacht. Und überall haben sie ihre Spuren gefunden. „Ein Wegweiser durch die Stadt“ lautet der Untertitel – und tatsächlich zeigt es seinen Lesern die Pfade, auf denen sie das einstige Berlin entdecken können: Etwa den zu Fritz Langs Bauhausvilla an der Schorlemerallee in Dahlem. Bei der Themenauswahl wagen die Autoren allerdings Spagatsprünge: Um Rennen auf der Avus geht es ebenso wie um den Siegeszug des Bubikopfs und das Attentat auf Außenminister Walther Rathenau. Aber so war die Epoche, schreiben die Autoren: voller Unruhe. dma

Sonntag, 13. Februar 2005

Geben sie doch mal bei Google "Berlin Bücher" ein. Da kommen etwa 5,5 Millionen (genau 5.420.000) Eintragungen. Und an 3. (dritter! echt) Stelle sind wir. Das ist ja irre. Das haben wir Joest Feenders zu verdanken, der Tag und Nacht unsere Homepage pflegt. Das ist wirklich kein Zufall, kein Glückstreffer. Das ist systematisches Nachdenken und konsequentes, beharrliches Handeln. Danke, Joest.

Freitag, 11. Februar 2005

Aus einem Mail an den Verlag DuMont zu DuMont Extra Berlin (von Wieland Giebel):
Liebes Dumont-Reise-Team,
ich habe heute den aktuellen Berlin-Reiseführer geschenkt bekommen. An dieser Stelle möchte ich euch ein dickes Lob aussprechen. Bereits auf den ersten Seiten, die Berlin beschreiben, habe ich schon herzlich über die Teils witzigen, trockenen Kommentare gelacht. Schon beim Schmökern freue ich mich jetzt sehr darauf, diese Stadt im März live zu erleben. Eure Beschreibungen sind einfach witzig, spritzig, trotzdem höchst informativ und endlich mal was anderes als langweilige Texte. Dickes Lob und weiter so!
Schönen Gruß, Petra H. aus Rheda-Wiedenbrück/NRW.
Liebe Petra, komm in die Berlin Story, dann siehst Du, daß wir fast immer so drauf sind. Bis bald.

Donnerstag, 10. Februar 2005

Inventurfotos von außen. Der Freund unseres Hauses und Stammkunde Manfred Strauß hat uns beim Zählen zugesehen, ohne daß wir es gemerkt haben. Dann ist er einige Schritte weiter zum neuen Laden gegangen. Ein handgeschriebenes Schild hängt im Fenster, daß wir bald kommen. Die Tresen sind gestrichen und hinten erkennt man, daß die Ausstellung über Berlin schon hängt. Schönen Dank für die Fotos.
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Sonntag, 6. Februar 2005

Karneval. Der Neuenhagener Karnevalclub wirbt dafür, daß man nach Neuenhagen zieht. Zu trinken gibt es da genug. Kamelle fliegen, aus Düsseldorf und aus Köln sind größere Solidaritätsgruppen angereist, teils eindrucksvoll zu Pferde. Uns gefallen die Berliner Fahnenschwinger. Man sieht sie auch schwingen, wenn man sich nicht ganz nach vorne quetscht. Paßt das alles so zu Berlin? Unter Friedrich dem Großen gab es ja auch Karneval, das waren große Partys, Feste in der Oper oder in einem eigens dafür gebauten Partyhaus, dem Palais des Prinzen Heinrich. Heinrich kam fast nur zu Feten nach Berlin kam. Heute wurde daraus die Humboldt Uni. Wir plädieren allerdings für einen Umzug der Dönerbuden.

Sonnabend, 5. Februar 2005

Die Sonne scheint herrlich, wir können die Eingangspforte weit geöffnet haben und freuen uns darüber wie die Besucher uns wieder finden. Norman, dessen Praktikum in der Grafikabteilung im Winter angefangen hat, nimmt heute an einer Fahrt mit der Videobustour teil (dieses Jahr jeden Sonnabend um 14 Uhr) und staunt, wie viele Menschen in den Laden passen. Er kennt unsere knüppeldicken Wochenenden noch nicht.

Freitag, 4. Februar 2005

In die Oper, schön ausspannen, mal was anderes sehen. Cosi fan tutte, kennst Du eine, kennst Du alle. Eine wunderbare Inszenierung in der Staatsoper Unter den Linden. Das Stück ist äußerlich etwas aktualisiert, aber Inhalt und vor allem die Musik blieben unberührt. Aber was sehen wir: T-Shirts auf der Bühne, die wir verkaufen. Es geht um die Vermählungsszene, und eine der Darstellerin trägt das olivfarbene T-Shirt mit dem roten Stern. Der Ideengeber dieses T-Shirts, unser Lieferant Herr Fink, weiß sicherlich noch gar nicht, daß er bühnenreif ist. Glücklich ist, wer die Launen des Lebens gelassen nimmt – das ist, was die Mozart uns auf den Weg mitgibt.

Donnerstag, 3. Februar 2005

Welche Freude, daß alles fertig geworden ist. Die Schilder an der Fassade hängen, innen ist der Laden schön, die Bistrotische und Bistrostühle sind rechtzeitig angekommen und hunderte von Besuchern strömen von morgens bis abends in die Buchhandlung. Mamas, Papas, Onkels und Tanten, Freunde und Freundinnen, Mitglieder und Vorstände von historischen Vereinen, Stammkunden und Freunde aus vielen Jahren. Und dann zur großen Freude von allen unser Bürgermeister von Mitte, Joachim Zeller. Später mischt sich ein Stammkunde unter uns, der Kommissar aus dem „Alten“, Pierre Sanoussi-Bliss, der als Drehbuchautor und Produzent den Film „Zurück auf Los“ gemacht hat. Fünfzehn Blumensträuße stehen am nächsten Tag verteilt zwischen den Büchern verteilt. Endlich die Farbenfreude, nach der ich mich sehnte. Alles weitere in der Fotoserie von der Eröffnungfeier …

Mittwoch, 2. Februar 2005

Condoleezza Rice kommt übermorgen nach Berlin. Heute ist deswegen schon die Mittelstraße gesperrt. Wir kommen nicht auf unseren Hof. Das ist bißchen doof, weil wir heute viel für die morgige Eröffnung anliefern und weil die Ladezone vor dem Laden Unter den Linden noch nicht da ist. Die soll kommen, weil die Mittelstraße manchmal eben gesperrt ist, das haben wir vor einem Monat so mit den Sicherheitskräften besprochen. In diesem Fall war die amerikanische Außenministerin (beim Anreisen) schneller als die Verkehrsverwaltung des Bezirks Mitte (beim Genehmigen und Aufstellen der entsprechenden Schilder).

Dienstag, 1. Februar 2005

In der Non-Books Abteilung, man könnte auch sagen in der Souvenirabteilung, hängt ein Spiegel und vor dem Spiegel steht lange eine junge italienische Kundin und castet, ob die eine Tragetasche mit Berlinschriftzug zu drei Euro fünfzig besser zu ihr paßt oder die andere. Ihre Freundin berät sie. Man kann von vorne gucken, von der Seite. Von der anderen Seite. Von schräg hinten. Man kann auch die Tasche tauschen. Man kann den Mantel dabei auf und zumachen. Wie es ausging, weiß ich nicht, da kam eine Frage zur Staatsbibliothek. Über die stand am Sonntag was im Tagesspiegel, daraufhin kommen viele Besucher und wollen ein Buch dazu.