Dienstag, 28. Dezember 2004

image
Lola rennt, aber leider nicht mehr lange. Dieses Foto bekamen wir zu Weihnachten von Daniel Klink, der mit der Firma Blickwinkel eine Foto-CD über Berlin herausgibt, die wir (gut und gerne) verkaufen. Eine Photo-CD könnt man als die zeitgemäße Fortsetzung von Dias bezeichnen. In wenigen Tagen wird Lola abgeschraubt und rennt etwas weiter UdL 40 im Laden weiter.

Luz aus Lissabon erkundigt sich, ob mit dem Umzug alles in Ordnung geht. Auch aus Sydney erhielten wir eine Anfrage, ob alles klappt, ebenso aus Backemoor. Und unseren Vermieter müssen wir auch nicht weiter davon informieren, wie der Stand der Dinge ist, weil er auch dieses Tagebuch liest.

Montag, 27. Dezember 2004

Krach auf der Baustelle UdL 40. „Was soll das denn sein, Musik? Mach mal was Vernünftiges!“ Eine Baustelle mit 2 DJs, die zwar nicht ihre Turntables mitgebracht haben, weil es noch so staubt, die aber in der Unterhaltung der mitwirkenden Damen und Herren Künstler auf der Baustelle wetteifern. Möchte man unsere DJs live erleben, kann man zu Silvester in die Heeresbackanstalt in der Köpenicker Straße Ecke Brommystraße kommen, natürlich in X-Berg. Da legen sie auf. Live Acts gibt es auch. Insgesamt auf drei Floors.
Und das Beste daran ist: ich kann zu Fuß nach Hause, das ist keine zehn Minuten von meiner Wohnung entfernt. Denn am Neujahrstag geht es ja im Laden weiter.

Sonntag, 26. Dezember 2004

Der Schulstadtrat aus St. Paul/Michigan kommt zu Weihnachten immer direkt vom Flughafen Tegel zu uns. Dann bringt er die abgestempelte Mehrwertsteuerrückerstattung vom Vorjahr mit. Da muß das Hauptzollamt abstempeln und der Kunde bekommt mehr zurück als bei Tax Free, nämlich die gesamte Mehrwertsteuer. Tax Free ist eine Firma, die an der Rückerstattung verdient. Das korrekte Formular heißt „Ausfuhr- und Abnehmerbescheinigung für Umsatzsteuerzwecke bei Ausfuhren im Reiseverkehr“. Wir schreiben drauf, was der namentliche genannte Kunde gekauft hat. Alles ganz einfach.

Das illegale Parken gegenüber der Berlin Story auf der Baustelle der Staatsbibliothek nimmt immer zivilisiertere Formen an. Die Fahrer stellen sich jetzt so hin, daß vier Wagen quer statt zwei längs hinpassen. Chaotisch sich regelnde Strukturen im Großstadtdschungel.

Sonnabend, 25. Dezember 2004

Heute haben wir das Rundschreiben an die Kunden zur Post gebracht. Am ersten Weihnachtstag? Die Post hat auf, und zwischen den Jahren haben die meisten Menschen etwas mehr Ruhe, sich die sechs Seiten Buchbesprechungen anzusehen. Eingetütet wurde das Rundschreiben schon vor zehn Tagen. In der vergangenen Woche kamen die Adreßaufkleber auf die Umschläge. Morgen geht auch der textidentische Newsletter an die Kunden raus, die lieber per Mail informiert werden möchten.

Heute haben wir viele ausländische Besucher. Spanier natürlich, weil die erst am 6. Januar feiern, Holländer, weil die schon am 6. Dezember gefeiert haben und chinesische Studenten, die irgendwo in Deutschland studieren und über Weihnachten in Berlin sind.
Gestern, am Heiligen Abend, kamen zwei englischsprachige Stadtführungen zu Fuß vorbei, die erste mit fast 30 Leuten, die zweite auch mit knapp 20. Die wären alle gern in die Ausstellung gegangen, standen aber leider vor verschlossenen Türen.

Freitag, 24. Dezember 2004

Wir wünschen Ihnen ein ruhiges Weihnachtsfest mit viel Zeit zum Lesen und den Körper in Schwung zu bringen. Sie haben es gut, Sie sitzen jetzt zu Hause und chillen. Wir haben auf, wie immer. Aber am Heiligen Abend nur bis 14 oder 15 Uhr. Das ist aber jedes Jahr sehr angenehm. Am ersten und zweiten Weihnachtstag auch. Die Kunden sind dann noch freundlicher. Wir auch. Wir haben ein etwas schlechtes Gewissen, weil wir dieses Jahr keine Weihnachtskarten verschickt haben. Das haben wir noch nie gemacht. Aber wir haben in den ersten Tagen des Januar entweder die neue Ausgabe von DuMont direkt für das neue Jahr verschickt oder die DVD „The Making of Berlin“. Dieses Jahr gibt es nichts. Wir sind froh, alles andere zu schaffen. Der Umzug macht viel Arbeit und geht völlig geräuschlos über die Bühne. Weil wir keinen Streß haben wollen, konzentrieren wir uns nur darauf.

Wir werden überschüttet mit Schokolade und besten Pralinen wie in den Jahren nach dem Krieg. Statt Sekt oder später Champagner gibt es jetzt dem Zeitgeschmack entsprechend Prosecco. In den vergangenen Jahren haben wir die Weihnachtskarten an eine Leine gehängt, auch ohne Kamin. Nicht einmal das hat in diesem Jahr funktioniert. Wir freuen uns, wir nehmen die Grüße mit großer Freude war und möchten uns bedanken mit unserer Eröffnungsfeier am 3. Februar 2005. Dann wird alles wieder im Lot sein.
Also: Gesegnete Weihnachten!

Donnerstag, 23. Dezember 2004

„Sie haben ja gar keinen APL. Da bin ich ja nicht für zuständig. Das muß erstmal der Bautrupp kommen“, sagt der freundliche Mitarbeiter der Telekom im Keller unserer neuen Räume. Heute sollte das neue Telefon geschaltet werden. Wie das die Telekom gern und immer wieder macht, interessiert diejenigen, die das alte Büro abschalten, nicht die Bohne, ob das neue läuft. Hier, also UdL 10, können wir in den Büros nicht mehr telefonieren. Alles ist abgestellt. Das heißt, es kommen auch keine Bestellungen mehr durch das Fax. Und er neue APL kommt, wann immer jemand vom Bautrupp zu uns findet. Nach Weihnachten? Im neuen Jahr? „Es sind alle Plätze besetzt, bitte rufen Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder an.“
GRHHH***###*****

Mittwoch, 22. Dezember 2004

„Baumeister für Berlin“. Die zweite Auflage des 1,5 Kilo schweren Buchs von Dietmar Treiber ist erschienen. Die erste Auflage war blitzartig vergriffen. Dietmar Treiber schreibt regelmäßig in der Morgenpost auch über ausgefallene Gebäude, über die etwas weniger bekannten Architekten. Das Buch geht weit über die Beiträge in der Zeitung hinaus und ist eine Fundgrube und wahre Freude. Mehr über das Buch unter www.baumeister-fuer-berlin.de. Wir haben heute wieder eine Ladung Bücher bekommen und hoffen, mit hundert Exemplaren über Weihnachten zu kommen. Glückwunsch zu diesem Erfolg, Herr Treiber!

Dienstag, 21. Dezember 2004

Das Rundschreiben der Gesellschaft Historisches Berlin mit dem interessanten Programm für die nächsten Monate ist per Post gekommen. Freundlicherweise wird auf einer ganzen Seite auf unseren Umzug hingewiesen. Danke. Wir möchten auch gern das Veranstaltungsprogramm weiter verteilen!

Montag, 20. Dezember 2004

Eine blonde Frau kommt in den Laden und ich muß gleichzeitig zur Toilette. Heyam sieht, wie ich verschwinde und fragt argwöhnisch: „Na, haben Sie es jetzt mit der Angst zu tun bekommen, weil Sie uns gemobbt haben, wenn Sie gleich abhauen, sobald die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung reinkommt, Claudia Roth?“

Sonntag, 19. Dezember 2004

Der Tagesspiegel bespricht heute auf einer ganzen Seite aktuelle Berlinbücher zum Verschenken für Weihnachten. Das bedeutet für uns: Kontrollieren, ob wir genug davon auf den Tischen liegen haben und den Zeitungsausschnitt dann in das Ablagefach legen, aus dem die Bebarbeiterinnen unseres Webshops www.BerlinStory-Webshop.de die Besprechungen zu den Titeln fischen. Wir wollen ja möglichst viele Bücher mit Buchbesprechungen anbieten.