Sonntag, 24. Oktober 2004

Ein wunderbarer Herbsttag, die Sonne scheint, die Linden färben sich gelb. Lydia sagt, traumhaft sieht das jetzt aus vor unserer Ladentür. Und wir sehen jeden Tag junge Männer, die zwischen dem herbstlichen Laub in den Bäumen herumkraxeln. Die Weihnachtsbeleuchtung wird aufgehängt. Dieses Jahr etwas früher, weil im vergangenen die Zeit nicht richtig gereicht hat.

Sonnabend, 23. Oktober 2004

Je Despot, desto Polizeikordon. Heute war es ein Herrscher aus einem lateinamerikanischen Land, der die Linden hoch und runter kutschiert wurde, schön mit Weißen Mäusen, mit einem Motorradkordon der Polizei.

Freitag, 22 Oktober 2004

Volare.web. Die Geschehnisse der Zeit treffen uns. Praktikantin Michela wollte nach Italien fliegen, um ihre Examensurkunde zum Schluß des Studiums in Empfang zu nehmen, aber einen tag vorher ging die Fluggesellschaft pleite. Nichts zu machen. Kein Flug, der zu bezahlen wäre, kein Bus. Trost und Rotwein.

Donnerstag, 21. Oktober 2004

Testphase überstanden. Die ersten 300 Produkte sind eingestellt und die ersten Bestellungen sind bereits ausgeliefert. Unser Webshop www.BerlinStory-Shop.de entwickelt sich prima. Hinter den Kulissen wird stetig weitergearbeitet und das Sortiment weiter ausgebaut. Der Webshop soll unsere Sortimentsseiten zum Anfang des nächsten Jahres komplett ersetzen. Sie möchten etwas bestellen was noch nicht in unserem Webshop vorhanden ist? Kein Problem. Nehmen Sie Kontakt auf. Wir machen (fast) alles möglich…

Mittwoch, 20. Oktober 2004

Ein Buddy Bär im Brunnental in Bad Helmstedt? Ja – ein netter Kunde sandte uns dieses Foto. Vielen Dank!
Wir haben (fast) alle Buddy Bären für Sie… nur etwas kleiner.
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Mittwoch, 5. Oktober 2004

Die beobachten mich. Vielleicht schließen sie auch Wetten auf mich ab. Ich stehe im Laden, wie immer, screene die Szene, achte darauf, wer reinkommt, ob ich jemandem helfen kann, ob sich jemand in der Abteilung geirrt hat, beispielsweise mit den Dritten Reich Büchern auf dem englischen Tisch nicht klarkommt und also in die deutsche Abteilung zu bringen wäre.

Ich achte darauf, ob oben in der Ausstellung alles in Ordnung ist. Das geht über einen Monitor. Ich räume die Bücher an den richtigen Platz, die Kunden aus unerfindlichen Gründen hin- und herschleppen. All das, worauf wir so stolz sind, unsere Servicefreundlichkeit. Und dabei werde ich beobachtet. Meine Kolleginnen, und das muß man hier auch mal sagen, die wenigen Kollegen ebenfalls, gucken, wen ich wohl anspreche. Ich merke das ja erst gar nicht. Ich merke nur das Grinsen. Die machen sich einen Spaß daraus, vorherzusagen, ob ich mich an einen kurzen Dicken im Festtagsanzug oder eine lange Blonde mit roten Jeans wende. Woher kennen die nur meine Vorlieben? Habe ich überhaupt welche? Bin ich da nicht erhaben? Irgendwie demokratisch oder zu allen gleich freundlich? Die beobachten mich weiter.

Umgekehrt könnte ich auch sagen, auf welchem Typ Mann die eine oder die andere Kollegin steht. Der Verwegene. Der Väterliche. Der Latino. Der bisschen nicht so ganz Dünne. Sonnenbrille und Goldkettchen kommt bei uns ja nicht so gut. Generell ist bei Buchhändlerinnen sicher der Kuscheltyp im Vorteil. Ich beobachte die jetzt auch. Ich werde meine psychologisch-empirischen Studien fortsetzen. Und demnächst hier genau beschreiben.

Dienstag, 5. Oktober 2004

Auf den ersten Blick ist man verwundert. Was kann das sein? Die Berlin Story in Bayern, in Günzberg. Das wussten wir nicht. Legoland hat die Linden nachgebaut. Und Manfred, der uns immer die Pläne von Bien & Giersch bringt, brachte uns diesmal dieses Foto aus seinem Urlaub mit. Danke.
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Montag, 4. Oktober 2004

Von Kunden erfahren wir, daß im Hotel Unter den Linden in jedem Zimmer unser Flyer ausliegt. Danke, Herr Direktor Hachmeister.

Plastiktüten sind ein Segen. So lassen sich die Besucherströme ohne aufwendige Untersuchungen feststellen. KaDeWe und Dussmann in der einen Hand. Das weist auf eine S-Bahn-Fahrt vom Bahnhof Zoo zur Friedrichstraße hin. Dann kommt die Tüte der Berlin Story in der anderen. Gelegentlich kommen die Kunden aus Richtung Hackesche Höfe. Dann haben sie eine Tüte vom Ampelmännchen-Shop in der Hand. Oder sie kommen aus Richtung Checkpoint Charlie, dann haben sie eine Tüte des Shops neben dem Museum in der Hand. Wir könnten eigentlich Wegweiser aufstellen in diese Richtungen: Brandenburger Tor, Checkpoint Charlie, Hackesche Höfe. Und zum Geldautomaten gegenüber in der Deutschen Bank. Und natürlich zur deutschen Guggenheim direkt gegenüber. Die machen sich so klein mit ihrem Hinweisschild, daß bei uns täglich gefragt wird, besonders am Montag, wenn der Eintritt frei ist.

Sonntag, 3. Oktober 2004

3. Oktober
Zack, zack. „Kannst Du dieses Paket ins Adlon bringen? Der Kunde aus Saudi Arabien muß gleich zum Flughafen!“ In dem Paket ist eine Ampelmännchen-Ampel. Die hing einst in Halle. Dort hat der Hersteller des originalen Ampelmännchens diese Ampel aus Gusseisen ausgetauscht gegen eine pflegeleichtere aus Plaste. Wir bekommen dann die aufgearbeiteten Alten aus der ganzen DDR. Winni baut eine Blinkanlage ein, die man auf schneller oder langsamer stellen kann, dann ist das Produkt fertig.

Gleich noch eine Lieferung: 22 Führerbunker an Dussmann. Die werden sogar abgeholt, weil es so eilig ist. Silke, die bei uns gelernt hat und jetzt die Sprachenabteilung bei Dussmann macht, kommt eben die paar Schritte zu uns rüber.

Sonnabend, 2. Oktober 2004

“This is the cleanest bathroom so far in Europe.”
Was heißt “so far”. Ja, die beiden Amerikanerinnen waren vorher in Dublin, Paris und Amsterdam. Und jetzt bei uns in der Ausstellung auf dem Klo.

Die Gratulationen zur Buchhandlung des Jahres gehen ein: Von den Buchvertretern, von anderen Verlagen und Buchhandlungen, von den Kunden. Wir freuen uns weiter.