Freitag, 18. Juni 2004

Eine Grandma aus Minnesota kaufte zehn knallgelbe T-Shirts mit Berlinbärchen drauf, zwei für Erwachsene und acht in Kindergrößen. Die kriegen jetzt alle übergestülpt, sie, ihr Mann, die acht Enkel, dann wird in den Wäldern und Wiesen Minnesotas fotografiert. Die Großmutter sei echt gut drauf gewesen, meinen die Mitarbeiterinnen.

Sonnabend, 17. Juni 2004

Lang Lang, der chinesische Wunderpianist, 22 Jahre alt, tauchte im Laden auf, wurde von Nele natürlich sofort erkannt, höflichst mit „nihau“ begrüßt, beim bezahlen mit „che che“ bedankt. Sie wollte ihn nicht mit dem Wunsch nach einem Autogramm nerven, obwohl sie ihn ganz toll findet und schon Karten bestellt hat für sein Konzert in der Philharmonie im Herbst. Naja, das war vor ein paar Tagen und Nele erzählte es heute.

Montag, 14. Juni 2004

Schule des Buchhandels in Frankfurt oder Berufsschule in Berlin? Die beiden neuen Auszubildenden müssen sich entscheiden. Die Schule in Frankfurt ist sehr gut und sehr teuer und privat zu finanzieren. Imke Schuster war früher da und schwärmt noch heute davon. Silke Fichner ist eben dabei, die Schule in Frankfurt (hervorragend natürlich) abzuschließen. Auch sie ist begeistert. Und geht zu Dussmann, um weiter an ihrer Karriere zu feilen.
Die Berufsschule in Berlin ist nah und bequem zu erreichen. Etwas Gutes haben wir von der Schule noch nicht gehört. Als ich einen Schulbesuch machte, kamen die Lehrer essend und mit Plastikbechern mit Milchmixgetränken in den Unterricht. Während die jungen Buchhändlerinnen ein Projekt vorstellten, aßen die Lehrer weiter.
Das Einzige, was wir für die Schule tun können, ist, unsere Lehrlinge aufzufordern, nicht so oft zu schwänzen. Warum sie hingehen sollen, kann ich aber nicht erklären.

Sonntag, 13. Juni 2004

Europawahl und Regen. Beide tangiert uns wenig. Bei Regen ist der Laden voll, weil es regnet. Wenn die Sonne scheint ist der Laden voll, weil viele Neugierige spazieren gehen.

Sonnabend, 12. Juni 2004

Wenn unser Webmaster gut drauf sein sollte und seine universitären Studien einen Moment zur Seite schiebt, erscheinen auch bald die Fotos der neuen Mitarbeiterinnen in der entsprechenden Abteilung. Ich weiß, dass es viele gibt, die darauf warten. Immer wieder erreichen uns Mails, wo die Fotos der Neuen bleiben.

Freitag, 11. Juni 2004

Sicherungsmaßnahmen nach den beiden Einbruchsdiebstählen nehmen viel Zeit in Anspruch, Geld auch. Mehrmals wurden wir fachlich beraten, vieles ist bereits umgesetzt. Von den gestohlenen Fotos ist noch nichts aufgetaucht. Auf dem Laptop, der einige Tage später durch einen waghalsigen, spektakulären Einbruch tagsüber gestohlen wurde, befand sich das Manuskript zum Buch, für das die Fotos waren.

Mittwoch, 9.Juni 2004

Die Ausstellung auf die Homepage? Ja, es wird Zeit, dass wir bekennen. Die Ausstellung ist auf. Wir zahlen Miete, wir zahlen die Einrichtung der Ausstellung, wir haben die Ausstellungstafeln in zwei Sprachen entwickelt, wir haben das Modell der historischen Mitte weiter bauen lassen, wir zahlen die Mitarbeiter, aber wir haben keine Einnahmen. Auf kommunaler Ebene ist es ja so, dass der Berliner sagt: Na und – unsere Schulden zahlt der Bund! Ein cooles Prinzip, das viele Leute in Berlin so einigermaßen oder ziemlich gut leben lässt. Für uns ist das nicht so dolle. Länger halten wir es nicht durch ohne Einnahmen einen solch ungewöhnlichen Service zu bieten. Wir fangen jetzt mit Werbung für die Ausstellung an, die kostenlos ist und sein wird.

Dienstag, 8. Juni 2004

Unser Sinnen und Trachten strebt danach, wie wir die massive Holzverkleidung des Gerüsts positiv nutzen, etwas Schönes daraus machen. An den Fenstern hängen Aushänge, dass wir Künstler zur Gestaltung suchen. Unsere Konzeption wird immer deutlicher, was wir wollen: Fünf Meter hohe Denkmale mit den wichtigsten Berlinern in Überlebensgröße. Einige Gespräche fanden schon statt. Wir freuen uns drauf, unsere eigene Siegesallee zu konzipieren. Die war früher im Tiergarten, schöne Denkmale, die man heute versteckt hält, weil sie als politisch peinlich erscheinen. In Budapest hat man das ja toll gelöst mit dem Park etwas abseits, wo alle sozialistischen Denkmale zusammengerückt sind, die aus dem Stadtbild verschwanden. Jeder Reiseführer berichtet darüber, viele Menschen erfreuen sich an den Kunstwerken.

Montag, 7. Juni 2004

Wir haben eine neue Kategorie von Sitzungen eingeführt, nämlich Besprechungen auf der Ebene von Abteilungsleitern. Das umfasst Imke Schuster als Geschäftsführerin, sowie Kathi Hirthhammer für die Abteilung Grafikdesign und Christiane Schnur für Verlag und Veranstaltungen. Und Wieland Giebel. Wir könnten eigentlich einen Doppelkopfstammtisch daraus machen.

Sonntag,6. Juni 2004

Willkommen im Club. Nachdem wir Berlin Story hießen, nannte sich die Erlebnis Ausstellung am Kudamm Story of Berlin, seit einiger Zeit gibt es am Dom Aquaree den Berlin Store und jetzt Nähe Kudamm den Laden The Love Story of Berlin.