Dienstag, 30. September 2003

Heute soll die Aktualisierung für DuMont direkt für das nächste Jahr fertig sein. Ist aber noch nicht. Streß! Weil andere darauf warten, die an dem Buch weiterarbeiten, bis es Ende des Jahres vor Druck zur letzten Aktualisierung kommt. Das Buch wird jedes Jahr überarbeitet, seit 1997 ist das Routine, jedes Jahr rund 500 Änderungen. Diesmal ist alles anders, weil der Umfang auf 120 Seiten erweitert wird. So dick sind auch die Konkurrenzprodukte. ENDLICH kann ich etwas mehr schreiben. Wir arbeiten zu zweit, manchmal zu dritt an dem Buch. Zwei Kolleginnen helfen mir bei der Recherche und bei der Kontrolle wirklich jeder Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeit. Danke Dörte, danke Janet.

Sonntag, 28. September 2003

Heute zur Arbeit zu kommen ist schwer. Die Strecke des Berlin-Marathon verläuft anders und trennt meine Wohnung vom Laden an zwei Stellen. Da ist auch kein Durchkommen mit dem Rad. Die Geschäftsleute meckern, daß der Marathon auf zwei Tage verteilt wurde, gestern die 10.000 Skater, heute die 35.000 Läufer. Das kann einem ja auf den Keks gehen, dieses Genörgele. Der Marathon ist so schön! Diese Energie, der Wille, das Durchhalten. Wir bewundern über viele Stunden die Läufer, die Unter den Linden bei uns am Kilometer 41 vorbeikommen. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Isch schwörre!

Sonnabend, 27. September 2003

Schicksale. Eine junge Amerikanerin stöbert im Laden rum, hält sich lange an den DDR-Bücher auf und fragt auf deutsch, ob wir was über DDR-Postkarten haben. Da gibt es ein prima Buch: Bild der Heimat (24,90 €) so grausam häßlich, daß einem die Haare zu Berge stehen. Die schönsten Speisesäle in Betriebserholungsheimen. Genau das richtige für sie. Louis ist nämlich Professorin für Design, sieht aber aus, als hätte sie eben das Abi geschafft. Wieso sie deutsch spricht? Ihr Vater war Deutscher. Wann in die USA gekommen? 1940. Da kann er kaum Jude gewesen sein, oder? Doch. Oh, dann muß er über Lissabon gekommen sein. – Genau . Da gibt es einen Roman: Die Nacht von Lissabon, Remarque, führen wir zwar nicht, aber da geht es um das Schicksal derer, die mit dem letzten Schiff Europa verlassen konnten. Und das passiert uns so oft, alte Juden aus den USA, deren Kinder oder auch Juden, die aus Israel kommen, zum ersten Mal. Für einige von Ihnen sind wir die ersten Ansprechpartner.

Montag 22. September 2003

Kriminelle Energie, wärmstens empfohlen. Einer der ganz großen Tresoreinbrüche der Nachkriegszeit fand am 6. November 1951 in der Reichsbahnkasse im Keller unseres Hauses statt. Wie das lief, schildert Carl-Peter Steinmann in seinem Buch: "Tatort Berlin, Erlesene Kriminalfälle", erschienen im Transit Verlag. Uns war das Buch ausgegangen, jetzt ist es wieder in der Abteilung Krimis vorhanden. Es kostet 14 Euro und enthält jede Menge anderer spannender und gut recherchierter Kriminalfälle.

Montag, 22. September 2003

Kriminelle Energie, wärmstens empfohlen. Einer der ganz großen Tresoreinbrüche der Nachkriegszeit fand am 6. November 1951 in der Reichsbahnkasse im Keller unseres Hauses statt. Wie das lief, schildert Carl-Peter Steinmann in seinem Buch: "Tatort Berlin, Erlesene Kriminalfälle", erschienen im Transit Verlag. Uns war das Buch ausgegangen, jetzt ist es wieder in der Abteilung Krimis vorhanden. Es kostet 14 Euro und enthält jede Menge anderer spannender und gut recherchierter Kriminalfälle.

Samstag, 20. September 2003

Kommunistisches Manifest ausverkauft. Wir waren die besten Verkäufer der alten DDR-Ausgabe dieses kleinen Bändchens des Dietz Verlags mit klassischer Illustrierung. Fast 14 Jahre nach der Wende hat der Lagerstapel noch gereicht. Das Buch hat uns viel Gemeckere eingebracht, wie wir so was verkaufen können. Ist doch logo: Erstens, weil Karl Marx nebenan an der Universität studiert hat, zweitens, weil es eine historische Quelle erster Güte ist. Als Geschichtsbuchhandlung führen wir möglichst viel Quellenmaterial. Von Briefen Friedrichs des Großen an Voltaire bis zu
"Erich, wir brauchen Dich", Briefe an Honecker in Moabit.

Freitag, 19. September 2003

Karl Schefflers Buch von 1910, "Berlin, Schicksal einer Stadt", zieht in unregelmäßigen Abständen drei Kunden an, die es offensichtlich gern verschenken: Einen Journalisten der Zeit, einen Professor für Geschichte mit Ausflügen in die Politik und einen Stadtbaudirektor.

Donnerstg, 18. September 2003

Jeden Monat treffen wir uns, um gegenseitig aktuelle Bücher aus dem Sortiment vorzustellen und darüber zu reden. Dann wird in der Filmecke ein Tisch aufgebaut, bißchen was zu Essen drauf, damit keine vom Fleisch fällt, und die Getränke kommen aus dem Kühlschrank. Aussuchen kann sich jeder Bücher nach eigenem Interesse. Da ist das Spektrum breit genug, alles kommt vor, vom Jugendbuch über Krimis bis zu Videos (aktuell wegen ihres Todes Leni Riefenstahl) und den Neuauflagen des Preußen-Ploetz aus den achtziger Jahren. Das ist immer ein schöner Abend, ohne Protokoll, ohne Druck, aber immer besser, weil die Qualität der Buchpräsentationen steigt.

Mittwoch, 17. September 2003

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit." Das kann man sich jeden Morgen zum Frühstück vergegenwärtigen, denn die neue Lieferung der "Kant-Tasse" ist eingetroffen. Goldne Schrift auf schwarzer Tasse. Die Tasse wird extra für uns angefertigt. Man könnte von einem Exklusiv-Produkt sprechen. Kostet 7 €. Gut auch zum Verschenken an Menschen, die es mehr so mit Jauch-Bildung haben.

Dienstag, 16. September 2003

Mit schwerer Kamera beladen schleppt sich ein Mann durch Berlin. Zugegeben,
davon gibt es viele. Aber nur einen, Karl Heinz Kraemer, der den Sommer
hindurch für die Aktualisierung des Films "The Making of Berlin" dreht.
Heute kam er wieder einmal am Laden vorbei auf dem Weg zum Brandenburger
Tor. Im Winter werden wir den Film wieder aktualisieren, der ursprünglich
2002 entstanden ist.