200.000 Besucher in „Hitler – wie konnte es geschehen“

Heute am Montag, dem 6. August 2018 kamen die 200.000sten Besucher, Familie Knudsen aus Dänemark. Herr Knudsen ist IT-Experte, sie ist Pädagogin. Die Kinder wollten in die Dokumentation. Bunker-Chef Enno Lenze vom gemeinnützigen Verein Historiale e.V. gratulierte mit einem Buchpaket, T-Shirts sowie einem Ticket, das zum lebenslang freien Eintritt berechtigt.

200.000 Besucher nach einem Jahr. Am 27. Juli 2017 eröffnete mit „Hitler – wie konnte es geschehen“ die umfangreichste Dokumentation über das NS-Regime. Durchschnittlich nehmen sich die Besucher 2.5 Stunden Zeit, um die 2.500 Quadratmeter auf drei Ebenen zu sehen. Ein erheblicher Teil bleibt vier Stunden – fast unvorstellbar. Die Besucher vergessen die Zeit in der dichten, nahezu andächtigen Atmosphäre des Bunker am Anhalter Bahnhof – ohne jegliche Ablenkung, ohne Smartphone.

Das Thema Nationalsozialismus ist direkt mit Berlin verknüpft. Von hier gingen Krieg und Holocaust aus. Besucher können sich heute in dieser bunten, friedlichen und toleranten Stadt kaum erklären, wie es damals war, wie es dazu kam, dass die Deutschen Hitler bedingungslos folgten und bis zum allerletzten Moment, bis zum Untergang für ihn kämpften. Darum geht es in „Hitler – wie konnte es geschehen.“

Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff sagte nach seinem Besuch: „I was very impressed and moved by my recent visit to the Bunker in Berlin that Enno Lenze and his colleagues set up. It reminds us of very dark memories of the Nazi regime and the Holocaust and is a extremely effective reminder of how we should combat any form of antisemitism, racism and xenophobia. Thanks Enno!“

„Ich war sehr beeindruckt und bewegt bei meinem jüngsten Besuch im Bunker in Berlin, den Enno Lenze und seine Kollegen eingerichtet haben. Es erinnert uns an die sehr dunkle Zeite des Nazi-Regimes und an den Holocaust. Die Dokumentation ist eine äußerst wirksame Mahnung, wie wir jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen sollten. Danke Enno!“ Issacharoffs Vorgänger, der damalige israelische Botschafter, bat darum, sich die Dokumentation direkt vor der Eröffnung ansehen zu dürfen. Er blieb ebenfalls drei Stunden.

Für uns sind einige Punkte überraschend:

– Die Dokumentation ist für Familien aus vielen Ländern ein Ziel. Eltern kommen, um mit ihren Kindern über diese Zeit zu sprechen.

– Es besuchen uns weit mehr junge Menschen als wir gedacht haben. Den Schwerpunkt machen junge Leute zwischen 25 und 35 Jahren aus, Pärchen, kleine Gruppen, Einzelne.

– Die Mundpropaganda funktionierte schneller als wir es für möglich hielten. „Unsere Freunde sagten, wenn Ihr nach Berlin fahrt, seht Euch unbedingt diese Dokumentation an.“ Das hörten wir zum Beispile von Besuchern aus Adelaide (Australien), Vancouver (Kanada) und San Paolo (Brasilien).

– Seit Scoot fliegt, kommen viel mehr Besucherinnen aus Manila und Singapur – deutlich häufiger junge Frauen als Männer.

Wir wissen selbst sehr viel über die Besucher, weil wir laufend mit ihnen sprechen und weil die Mitarbeiterinnen im Service täglich einen Bericht über ihre Eindrücke, über die Besucher und deren Fragen und Hinweise schreiben. Immer wieder berichten wir darüber im Blog.

Zu den regelmäßigen Besuchern zählen auch Soldaten der Bundeswehr und NATO-Truppen sowie die Polizei und die GSG9. Wieland Giebel dazu: „Wir freuen uns, dass gerade diese Gruppen zu uns kommen, die unsere freie Gesellschaft schützen. In der Dokumentation sieht man, wie wachsam wir sein müssen und wohin blinder Gehorsam führen kann“. Antony Beevor, der bedeutende britische Militärhistoriker, besuchte die Dokumentation mit einer Gruppe aus Sandhurst.

Prof. Thomas Weber führte eine Gruppe seiner Universität Aberdeen durch die Dokumentation, die sich in wichtigen Teilen an seiner Forschung orientiert – wie Hitler Nazi wurde. Berlins Kultursenator Dr. Klaus Lederer kam zunächst dienstlich-solidarisch nach den Morddrohungen gegen Enno Lenze, dann lange mit Freunden. Burkhard Kieker, der Chef von VisitBerlin, nahm sich ausführlich Zeit und mit Dr. Hubertus Knabe, Chef der Gedenkstätte Hohenschönhausen, hatten wir bei seinem Besuch intensiven Austausch.

Die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ wird überwiegend von Individualtouristen besucht. Der Anteil von Gruppen beträgt knapp 7 Prozent. Die Besucher kommen aus Europa und der ganzen Welt.

Inland 48 %, Europa 29 %, Nordamerika 9 %, Südamerika 4 %, Asien 6 %, unklar 4 %

AudioGuides sind erhältlich in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Die AudioGuides unterscheiden sich wie die gesamte Dokumentation deutlich von rein wissenschaftlichen Darstellungen.

Enno Lenze: „Wir beziehen eindeutig Position: gesellschaftlich, politisch, persönlich. Das schätzen die Besucher.“