„Wie Hitler zum Nazi wurde“ — jetzt in spanischer Sprache

„Wie Adolf Hitler zum Nazi wurde. Vom unpolitischen Soldaten zum Autor von Mein Kampf – so heißt das Buch von Thomas Weber auf deutsch. Es ist Grundlage der Abteilung, in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, in der es um genau diese Frage ging, wie aus dem unbeschriebenem Blatt, aus dem Niemand , der Führer der NSDAP wurde.

Jetzt ist das Buch von Thomas Weber für den spanischen Weltmarkt erschienen.

„Warum ich Nazi wurde“ — Sven Söhnchen mehr als 30 Lesungen

Westfalenpost: Sie haben jetzt schon 30 Lesungen aus dem Buch „Warum ich Nazi wurde“ absolviert. Färbt das ab? Könnten Sie jetzt auch ein Nazi werden?

Sven Söhnchen: Nein. In dem Buch geht es ja um ein Preisausschreiben, das es tatsächlich im Jahr 1934 gab. Ein amerikanischer Wissenschaftler hatte es ausgeschrieben, weil er wissen wollte, warum Menschen der NSDAP beigetreten waren. Ein Kernthema in diesen Antworten, die in dem Buch dokumentiert werden: die Menschen wollen einen starken Führer. Und das ist mir persönlich völlig fremd. Ich brauche keinen Führer. Das entspricht so gar nicht meiner Persönlichkeit. Ich bin froh, jetzt 50 Jahre in einer Demokratie leben zu dürfen. Das ist die richtige Gesellschaftsform.

Haben Sie Verständnis für das, was die Befragten damals zu ihrer Motivation einer NSDAP-Mitgliedschaft gesagt haben?

Verständnis nicht, aber was ich ganz klar sage: Ich verurteile nicht. Ich verurteile nicht die Menschen in diesem Buch. Denn ich weiß nicht, wie ich mich selbst damals verhalten hätte. Und die Antworten stammen aus dem Jahr 1934, ein Jahr nach der Machtergreifung, ohne aber genau zu wissen, was noch Schreckliches kommen wird.
Wie sind die Erfahrungen bei Ihren Lesungen?

Wir – das heißt: der Musiker Björn Nonnweiler und ich – haben bislang etwa 30 Lesungen veranstaltet, davon zehn in Schulen. Die waren natürlich Pflichtveranstaltung für die Schüler. Wobei man schon merkt, dass sie sehr interessiert an dem Thema sind, auch wenn sie – was für das Alter ja typisch ist – auf den ersten Blick eher rumhängen. Zu den anderen Lesungen kommen oft Menschen, die zeitgeschichtlich interessiert sind. Wohltuend ist auch, wenn noch Zeitzeugen dabei sind. In Witten hatte eine alte Frau das Bedürfnis, mit ihrer Enkelin zusammen zu der Lesung zu kommen. Ich lese, es gibt Musik – meist typische Lieder der Friedensbewegung –, aber die Diskussion danach ist sehr wichtig. Eine ältere Frau hat erzählt, warum sie gerne zum BDM, also dem nationalsozialistischen Bund Deutscher Mädels, gegangen ist. ‚Wir hatten sonst nichts‘, das sei eine der wenigen Alternativen gewesen, mal von zu Hause weg zu kommen. Solche Dinge muss man sich einfach auch vor Augen führen, um zu verstehen, warum Menschen damals den Nazis gefolgt sind.

Muss man heute auch Verständnis haben, wenn Menschen Rechtsradikalen folgen?

Nein, man muss den Leuten heute klarmachen, wie einfach es eigentlich ist, sich zu informieren, man ist nicht auf die Parolen der Rechten angewiesen und man muss aus der Geschichte lernen. Es hat mal einer gesagt, dass eine demokratische Gesellschaft auch 20 Prozent überzeugte Wähler rechtsradikaler Parteien ertragen kann, viel gefährlicher sei die große schweigende Masse, die unzufrieden sei und sich instrumentalisieren lasse. Und die macht mir auch mehr Sorgen, ich habe aber auch einen Anspruch gegenüber diesen.

Und zwar?

Es heißt immer, diese Menschen werden mit ihren Problemen nicht gehört. Ich bin schon lange Kommunalpolitiker und ich denke, ich bin auch ein Typ, der immer ansprechbar ist. In Eckesey hatte ich über lange Zeit sogar ein Ladenlokal, in dem Menschen zu festen Zeiten zu mir kommen konnten, um ihre Probleme anzusprechen. Wissen Sie, wie viele in fünf Jahren gekommen sind? Zwei! Wo waren denn da die ganzen besorgten Bürger, die heute bei Facebook schreiben und sich beschweren, dass die Politik nicht zuhört. Das bringt mich auf die Palme. Diese Bürger haben heute die Möglichkeit und die Pflicht, ihre Probleme den demokratischen Politikern zu schildern. Ich wäre froh gewesen, wenn ich den ein oder anderen Hinweis mehr bekommen hätte.

Wieland Giebel in Calw am 25. September 2019

In diesem Buch geht es um die große Menge kleiner Nazis. Die Sammlung von Berichten des amerikanischen Professors polnischer Abstammung, Theodore Fred Abel, ist einmalig, sie ist die wertvollste Primärquelle zur Frage, warum Menschen zu Nazis wurden, was zu ihrer Radikalisierung beitrug. Von den im Sommer 1934 geschriebenen ursprünglich 683 Berichten sind 581 erhalten. Es gibt keine vergleichbaren Quellen, die auch nur annähernd an die Fülle des Materials von 3.700 Seiten, den Reichtum an Details, die Freimütigkeit der Darstellung und die Intensität der Lebensbeschreibungen heran kommt. In diesen unmittelbaren Schilderungen findet sich ungefiltertes Gedankengut, nicht durch Scham späterer Erkenntnisse getrübt, durch Holocaust, Krieg und Untergang. Abel wollte wissen, wer diese Menschen sind, wie die Hitler-Bewegung in ihr Bewusstsein trat. Diese Biogramme offenbaren erstmals in die Tiefe gehend Beweggründe und Haltung der Nazis.

Warum ich Nazi wurde, herausgegeben von Wieland Giebel, hier bestellen … 

 

 

WELT berichtet über den Besuch von Robert Macfarlane in Bunker

Wieland Freund berichtet in der WELT AM SONNTAG über den Besuch des wichtigsten Naturschriftstellers der Gegenwart im Berlin Story Bunker.

„Über kaltgrauer Treppen geht es sieben Meter tief unter die Erde, bis sich der Hallenraum vor uns öffnet, eine schier endlose Flucht unter meterdickem Beton … Hier unten, wo sonst niemand hinkommt, ist die Vergangenheit mit sich allein.
… Einmal schiebt uns Wieland Giebel, der Kurator, der uns ins Unterland dieses Bunkers hinabgeführt hat, mit seinen langen Armen eng zusammen: Fünf Menschen haben sich hier unten damals einen Quadratmeter geteilt …“

Hier wird der Beitrag von Wieland Freund in der WELT AM SONNTAG verlinkt, sobald er online ist …

Wieland Freund über Robert Macfarlane …

Gemeinsame Sache —der Tagesspiegel berichtet

Leonard Scharfenberg berichtet heute im Tagesspiegel über die Aktion von 40 Nachbarn, die im und rund um das Engelbecken und die Michaelkirche sauber gemacht haben.

Der vollständige Bericht von Leonard Scharfenberg im Tagesspiegel am Sonntag, dem 15. September 2019 …

„Warum ich Nazi wurde“ — Besprechung

Bernadette Conrad im Literaturblatt: „Es gab nicht die eine entscheidende Motivation, es gab keine strikte Kausalität. Vielmehr gab es in allen Altersstufen und Bildungsgruppen eben solche, die es unbedingt wollten: Nazi werden. Um sie genauer zu verstehen, um sie überhaupt erst kennenzulernen – diese „große Menge kleiner Nazis“ – dazu leistet dieses Buch einen hervorragenden Beitrag.

„Warum ich Nazi wurde“, herausgegeben von Wieland Giebel, hier bestellen …

Gemeinsame Sache — Nachbarn und der Bürgerverein Luisenstadt machen sauber


25 Freiwillige am Sonnabendmorgen schon um 9 Uhr. Nachbarn und Leute vom Bürgerverein Luisenstadt sind zusammengekommen, um im und rund um das Engelbecken sauberzumachen. Es kamen dann noch mehr, die aber gleich zu arbeiten anfingen. Die BSR hatte freundlicherweise Besen, Westen und Säcke zur Verfügung gestellt und holt den Müll dann ab.

Hier spielt sich das ab, auch rund um die Michaelkirche.

Das Verkehrsschild ist schon lange kaputt. Bisher hat sich die Verwaltung darum trotz mehrfacher Bitten nicht gekümmert.

Flaschen und anderer Müll im Engelbecken. Unglaublich. Das ist die Ausbeute von etwa einem Meter. Hunderte Flaschen werden rausgeholt.


Geklaut? Besoffen? Sauer? Wir wissen es nicht. Aus dem Engelbecken geholt.


Die Schwäne erhalten eine neue Leiter, damit sie auf der Wiese Gras fressen können. Häufig kommen auch die Schildkröten zum Sonnenbad heraus.

Robert Macfarlane besucht den Bunker , der Autor von „Im Unterland“, Underland

Robert Macfarlane, „Im Unterland – Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde“, besucht den Berlin Story Bunker.

The highly anticipated new book from the internationally bestselling, prize-winning author of Landmarks, The Lost Words and The Old Ways

‚You’d be crazy not to read this book‘ The Sunday Times

‚Underland is a magnificent feat of writing, travelling and thinking that feels genuinely frontier pushing, unsettling and exploratory‘ Evening Standard

‚Marvellous… Neverending curiosity, generosity of spirit, erudition, bravery and clarity… This is a book well worth reading‘ The Times

Extraordinary… at once learned and readable, thrilling and beautifully written‘ Observer

»Robert Macfarlane zaubert mit Worten. Wie ein Sog ziehen uns seine Sätze tiefer und tiefer ins Buch. In einer großartigen Entdeckungsreise nimmt uns der vielfach ausgezeichnete britische Autor Robert Macfarlane mit in die dunkle, überraschende Welt unter der Erde. Er führt uns in Höhlenlandschaften in England und Slowenien, zu einem unterirdischen Fluss in Italien, in den Untergrund von Paris, die schwindende Gletscherwelt Grönlands und, zuletzt, in einen Stollen für Atomabfälle, der die nächsten 100.000 Jahre überdauern soll. Sein Buch ist viel mehr als eine fantastische Natur- und Landschaftsgeschichte: Eindringlich schildert er das Wechselspiel zwischen Mensch, Natur und Landschaft – nicht zuletzt als Mahnung, was wir durch unsere Eingriffe zu verlieren drohen.«

Bei den Aufnahmen im Berlin Story Bunker wird Robert Macfarlane begleitet von Wieland Freund (links), der in der WELT AM SONNTAG übermorgen über das Buch und den Besuch schreibt, sowie von Martin Lengemann, der den visuellen Teil beisteuert – hinter der Kamera.

William Dalrymple im Guardian 8 May 2019: „… But as always with Macfarlane’s books, the tales of adventures are only a takeoff point for discussions of deeper concerns: the relationship between man and landscape, the instability of time and place, and perhaps above all, the fragility of all we are and all we create. These are concerns that run like dark seams of glittering ore throughout his writing, across several successive books …“

 

Engelbecken putzen — der Tagesspiegel erinnert daran

Nele Jensch erinnert im Tagesspiegel, dass am Sonnabend das Engelbecken geputzt wird. Wir treffen uns über dem Café am Engelbecken.

So arbeiten wir im Berlin Story Verlag

Wenn wir mal gerade nicht im Café am Engelbecken Kaffee trinken und Roten Johannisbeerkuchen mit Baiser essen, sitzen wir im Büro, hier direkt gegenüber, und beobachten die Schwäne und Enten.