Denkmäler der Liebe
Zeugnisse des Totenkronenbrauchs in der Mark Brandenburg
ISBN 978-3-929829-63-1erschienen Juli 2007 Zum Buch...
GeleitwortKirchen sind im christlichen Abendland über Jahrhunderte die bevorzugten Orte für Memorialstiftungen gewesen. In ihnen wurde in eigentümlicher Weise das private und das öffentliche Erinnern verbunden. Die Memorialdenkmäler in den Kirchen erzählen uns viel über das Denken und Fühlen der Menschen im Angesicht des durch den Tod zerrissenen Bandes zwischen Eltern und Kindern, zwischen Freunden und Verwandten. Sie sind vor allem auch Ausdruck einer gelebten Frömmigkeit. Viele dieser Zeugnisse sind durch den Traditionsabbruch in der Erinnerungskultur, durch Unkenntnis und mangelnde Achtsamkeit verloren gegangen. Um so verdienstvoller ist es, dass sich die Autorin dieses Büchleins vor etwa zehn Jahren in Eigeninitiative auf den Weg gemacht hat, in den Kirchen der Region Berlin-Brandenburg eine schon fast vergessene Gruppe solcher Gedächtnismale aufzuspüren, zu erfassen und zu erforschen. Auf vielen Reisen hat sie eine beachtliche Dokumentation von Denkmälern des Totenkronenbrauchs zusammengetragen, die in ihrer anrührenden Art vom besonderen Umgang mit dem Tod eines geliebten Kindes zeugen. Sie sprechen von dem Halt und dem Trost, den die Gemeinschaft in der christlichen Hoffnung auf die Auferstehung und ein Wiedersehen im Jenseits fand. Dass uns diese volkskundlichen Denkmäler noch heute etwas zu sagen haben, verdeutlicht die Resonanz auf die viel beachtete Ausstellung der Autorin, die unter anderem auch von der Landeskirche gefördert wurde. In immer wieder veränderter Zusammenstellung wandert die Ausstellung seit 2005 über viele Stationen. Die Besucher und Zuhörer der Vorträge äußerten oft ihren Wunsch nach einem Begleitbuch. Inzwischen sind auch erste Restaurierungsvorhaben zur Rettung der lange übersehenen „Denkmäler der Liebe“ in Gang gekommen. Das Vergessen ist einer gespannten Aufmerksamkeit gegenüber den empfindlichen historischen Zeugnissen gewichen. Ich wünsche der Autorin mit ihrem Buch einen bleibenden Erfolg. Dr. Wolfgang Huber Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz |
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