Denkmal König Friedrichs des Großen - Enthüllung am 31. Mai 1851Endlich ist der lang ersehnte Tag erschienen, und das Denkmal König Friedrichs des Großen (No. 1.) nimmt die Stelle ein, welche ihm seit mehr als einem halben Jahrhundert bestimmt war.
Schon bei Lebenszeit des großen Königs hatten die Führer seines Heeres die Absicht, ein großes Standbild, dem des Großen Churfürsten auf der langen Brücke ähnlich, auf ihre Kosten errichten zu lassen, und bereits alles vorbereitet, als der König auf die Meldung des Vorhabens den Bescheid ertheilte, es sei eine löbliche Sitte, dem Feldherrn nicht während des Lebens, sondern erst nach dem Tode ein Denkmal zu setzen. Nur der Graf v. Hoditz ließ es sich nicht nehmen, die Büste des Königs mit entsprechender Inschrift auf seinem Gute Roßwalde in Mähren öffentlich aufzustellen; diesem reihte sich später das Denkmal an, welches der General v. Prittwitz unweit Berlin auf seinem Dotations-Gute Quilitz (jetzt Neu-Hardenberg) ausführen ließ; ebenso das Marmor-Standbild in Stettin, von den Pommerschen Ständen errichtet. Unter dem Neffen und Nachfolger des verewigten Königs, Friedrich Wilhelm II., wurde die Angelegenheit wieder aufgenommen; zu Anfang dieses Jahrhunderts erging der Königliche Befehl mit Bezeichnung des gegenwärtigen Platzes, die Sache neuerdings einzuleiten. Viele Entwürfe wurden gemacht, Vorbereitungen getroffen, allein die inzwischen eingetretenen Ereignisse gestatteten ein weiteres Vorschreiten nicht. Der Erbe des Thrones, König Friedrich Wilhelm III., trug den Wunsch seines Vaters, des Heeres und des Landes in treuem Herzen, und war nach Herstellung des Friedens und Tilgung der Spuren des Krieges auf die Anbahnung der Ausführung bedacht, als im Jahre 1830 der Provinzial-Landtag der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Niederlausitz die ehrfurchtsvolle Bitte am Throne niederlegte, durch freiwillige Beiträge zunächst aus der Mark Brandenburg und sodann aus der ganzen Monarchie das Beabsichtigte ins Leben rufen zu dürfen. Der König nahm dies Anerbieten sehr gnädig auf, eröffnete jedoch den Ständen, daß Er die Errichtung eines solchen Denkmals seiner eigenen Fürsorge vorbehalte, und zur Ausführung seines durch die Ungunst der Zeiten bis dahin gehemmten Vorhabens bereits Einleitungen habe treffen lassen. Wirklich erging in demselben Jahre an den Geheimen Ober-Baurath Schinkel und den Professor Rauch, welcher damals gerade in München mit dem Model zum Denkmale des Königs von Bayern Maximilian Joseph beschäftigt war, der Befehl, Plan und Kosten-Anschlag zu einem Denkmale Friedrichs des Großen einzureichen. Es sollte in einer Entfernung von zwanzig Schritt vor dem Eingange der Linden aufgestellt werden, in der Form der antiken Trajans-Säule, deren Schaft die Darstellung der Thaten Friedrichs enthalte, und auf ihrer Spitze das Standbild des Königs trage. Entwürfe wurden gemacht, zugleich aber auch die gewichtigsten Bedenken gegen die vorgeschriebene Form geäußert; die Sache blieb in den folgenden Jahrcn zuerst ruhen, sodann wurden beide veranlaßt, Schinkel, den Gegenstand in architektonischer Beziehung zu entwerfen, Rauch, Skizzen für Standbilder des Königs zu bearbeiten. Die architektonischen Entwürfe Schinkels liegen in seinen Heften vor. Rauch erfaßte den glücklichen Gedanken, Friedrich den Großen zu Pferde zu bilden in der Tracht seiner Zeit mit Hut und Königsmantel, von einem reichen Fußgestelle getragen, welches Raum zur Darstellung von Feldherrn und Staatsmännern in Lebensgröße darböte, während vier der erstern zu Rosse, an den Ecken frei heraus tretend, die andern Gestalten einschlössen; über diesen Hauptträgern des Fußgestells in einer zweiten Abtheilung an den Ecken vier Tugenden (Stärke, Gerechtigkeit, Weisheit und Mäßigung), zwischen ihnen ein Relief-Fries mit Beziehungen auf das Leben des Königs. Diese glänzende Idee, welche noch dem heute enthüllten Denkmale zu Grunde liegt, führte Rauch in einem kleinen Modele aus. Es gefiel dem Könige, doch sprachen Seine Majestät sich dahin aus, das Fußgestell zu vereinfachen und etwa vier allegorische Gruppen statt der Reiter an den Ecken aufzustellen. Auch dieser Befehl wurde ausgeführt, und da gerade im Jahre 1839 eine Kunst-Ausstellung fiel, wurden die drei zuletzt gemachten, nur in den Fußgestellen verschiedenen, Modele mit Königlicher Genehmigung zur Ansicht ausgestellt. |
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