Kaiserhöfe und HohenzollernchefErst im Gefolge der Restaurierung der Gebäude Unter den Linden erwachte im Jahre 2008 die Passage zu neuem Leben. Die Architekten hatten die Großzügigkeit der einstigen Baumeister aufgenommen und den Gebäudekomplex in ein Ensemble mit weltstädtischem Flair verwandelt. Die weitläufigen Höfe mit Gastronomie und Geschäften knüpfen nahtlos an das historische Vorbild an. Ein Mittelpunkt der neuen Kaiserhöfe dürfte fraglos die von Berlinern wie von Touristen stark frequentierte Buchhandlung Berlin Story sein, die sich auf 1400 Quadratmetern ausgebreitet hat. Inhaber Wieland Giebel ist kein Chef im herkömmlichen Sinn, er verkörpert vielmehr ein Stück gelebte Geschichte dieser Stadt. Ob Gegenwart oder Vergangenheit, er kennt sich glänzend aus in Berlin. Das Büchersortiment besteht aus mehr als 10 000 Bänden, die sich ausschließlich mit der Spree-Metropole und dem sie umschließenden Land Brandenburg beschäftigen. (...) Eine weitere Attraktion der Passage ist ohne Zweifel der Tabakladen, der – gemessen an seiner Ausstattung – als der älteste seiner Art in Deutschland gilt. Die dem Jugendstil verpflichtete Inneneinrichtung stammt aus dem legendären Geschäft von Cigarren-Junghans an der Berliner Chausseestraße, das im Oktober 2004 schließen musste. Den Laden hatte 1911 eine gewisse Hulda Junghans als erste „Cigarrenmacher-Meisterin“ im damaligen Kaiserreich eröffnet, nachdem sie bereits seit 1897 ihrem Beruf nachgegangen war. Der Name Junghans wurde im Laufe der Jahre zu einem Markenzeichen für Genießer des blauen Dunstes. Mitglieder des kaiserlichen Hofes gehörten bis zum Ende der Monarchie zum Kundenstamm. |
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