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Presse, Berliner Morgenpost - 2.2.08

Presse, Berliner Morgenpost, 2.2.08

Boulevard Unter den Linden mit neuer Flanier-Passage

"Kaiserhöfe" vor der Eröffnung - Touristenmagnet "Berlin-Story" einer der Mieter

Berliner Morgenpost - 2. Februar 2008 von Rainer L. Hein

Der Vorzeige-Boulevard Unter den Linden wird weiter aufpoliert und präsentiert in Kürze einen neuen Publikumsmagneten. Durch die Restaurierung der wilhelminischen Gebäudegruppe Unter den Linden 26 bis 30 - zwischen ZDF-Studio und dem "Haus der Schweiz"- entstand in 18-monatiger Bauzeit das Ensemble der "Kaiserhöfe". Mit der Sanierung der denkmalgeschützten Häuser wurde gleichzeitig ein Novum geschaffen: Die Geschäftspassage verbindet die Straße Unter den Linden mit der Mittelstraße - seit DDR-Zeiten war der Durchgang geschlossen. Kaiser Wilhelm II. war es, der erstmals 1913 die Passage durchschritt, damals zur Eröffnung des ersten Autosalons der Daimler-Motorenwerke (Mercedes) in diesem Haus.

Für die Sanierung und Rekonstruktion der historischen Architektur des Bauwerks investierte die deutsch-spanische Meermann-Chamartin-Gruppe mehr als 50 Millionen Euro in das Ensemble der "Kaiserhöfe". Anfang April soll die feierliche Eröffnung sein.

Dann wird auch einer der Großmieter in die neuen Räume eingezogen sein: Die bekannte Fachbuch- und Hauptstadt-Andenkenhandlung "Berlin-Story" wird auf 1400 Quadratmetern seine populären Verkaufsräume und eine Leselounge einrichten. Historisches Ambiente wird die Kundschaft anlocken, denn alle Räume verfügen über Stuckdecken und die ursprünglichen Rundbogenfenster. Berlin-Story-Chef Wieland Giebel freut sich auf seinen neuen Standort: "Allein wegen der historischen Kaiserhöfe werden wir zu einem Magneten für Touristen und Berliner." Im Unterschied zu dem bisherigen Laden Unter den Linden 40 (direkt neben dem Café Einstein) wird Berlin-Story in Zukunft dreimal so groß sein. Damit kann Wieland Giebel auch sein Sortiment erweitern, das derzeit über 3000 Berlin-Buch-Titel verfügt; dreißig Mitarbeiter werden von ihm beschäftigt. "In den Kaiserhöfen werden es mehr sein", kündigt er an.

Neben Berlin-Story dürfte ein besonderer Laden zum Anziehungspunkt werden. Originalgetreu wird eines der traditionsreichsten Tabakwarengeschäfte Deutschlands zu bewundern sein. Ab April öffnet Cigarren-Junghans - knapp vier Jahre nach der Schließung des Stammhauses an der Chausseestraße in Mitte - wieder seine Türen. Das ist allerdings einem Zufall zu verdanken, denn Antikliebhaber und Investor Heinz H. Meermann hatte vom Verkauf der Jugendstil-Einrichtung des Tabakladens erfahren. Er einigte sich mit Wolfgang Janke, dem Ururenkel der Firmengründerin und ersten "Cigarrenmacherin" Deutschlands, Hulda Junghans, über den Kaufpreis und ließ das Mobiliar auf Hochglanz bringen. Inzwischen wurde der Jugendstil-Laden in der Passage aufgebaut.

Nach Auskunft der Projektentwicklungsgruppe Meermann/Chamartin werden zur Eröffnung zwei namhafte mediterrane Gastronomiebetriebe ihre Läden öffnen. Einer von ihnen übernimmt die Flächen des ehemaligen Weinhauses Dressel - zur Mittelstraße und zu den Innenhöfen gelegen. Daneben werden kleinere Modeboutiqen ihre Geschäfte öffnen.

Die auf vier Etagen eingerichteten Büroflächen der Kaiserhöfe sind vermietet. Der Spitzenverband Gesetzliche Unfallversicherung ist bereits eingezogen, in den nächsten Tagen folgt der Bund der Krankenkassen. In den oberen Stockwerken stehen 34 Wohnungen der gehobenen Klasse zur Verfügung.

Nach Auskunft von Heinz H. Meermann ist die Hofarchitektur so angelegt, dass besonders bei Dunkelheit verschiedene Lichtquellen die Passage stilvoll ausleuchten. Ein großer, vierstrahliger Säulenbrunnen aus Blaugranit wird jeweils von Unter den Linden und der Mittelstraße aus zu sehen sein. Eine 1907 gefertigte Büste von Kaiser Wilhelm II. aus Carrara-Marmor ziert eine beleuchtete Nische und würdigt so den Namensgeber der Höfe.

Alles über die Buchhandlung Berlin Story im Internet:
www.BerlinStory.de  

Die Berliner Morgenpost im Internet:
www.Morgenpost.de



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