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Newsletter 15 – November 2005

Langfassung unseres Newsletters
(So verschicken wir unseren Newsletter per Post)
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

liebe Freunde der Berlin Story,

sinnvoll schenken leicht gemacht. Jedenfalls bemühen wir uns, Ihnen einige Hinweise zu geben, soweit es im Bereich unserer Möglichkeiten liegt. Ein schönes Weihnachtsbuch haben wir wieder selbst herausgegeben und hier an erster Stelle beschrieben.

Ihre Bestellung geht bei uns meist am gleichen oder nächsten Tag raus. Wie immer haben wir an allen Feiertagen, also Weihnachten, Silvester, Neujahr (bißchen später) von 10 bis 19 Uhr auf, am Heiligen Abend bis 14 Uhr. Die Menge des Modernen Antiquariats hat erheblich zugenommen, weil die Bücher immer schneller vom Markt genommen werden. Dadurch gibt es für Sie mehr Schnäppchen. Aber es kann auch aufgrund der kürzeren Laufzeiten sein, daß Bücher einfach nicht mehr zu haben sind. Wir haben im Laden viel mehr als wir hier besprechen können. Es quillt wieder über, obwohl die Fläche so groß ist.Dieudonné Thiébault, Am Hofe Friedrichs des Großen, Berlin Story Verlag, 500 Seiten, 29,80 Euro

Dieudonné Thiébault (1733 – 1807) wurde im Jahr 1765 als Professor für französische Grammatik nach Berlin berufen, um die Schriften Friedrichs des Großen zu korrigieren. Er mußte versprechen, kein Deutsch zu lernen, um sein reines Französisch nicht zu verwässern. Zwanzig Jahre blieb er am Hof von Friedrich II. und veröffentlichte 1804 in Paris seine Erinnerungen, hier vollständig und kommentiert nachgedruckt.
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Er lernte alle kennen, die Prinzessinnen und Prinzen, die Gesandten aus Frankreich, Österreich, England und Rußland, die Mitglieder der Akademie der Wissenschaft. Vor allem aber traf er mit Friedrich II. zusammen, immer wieder und immer in intensivem Austausch. Als Wissenschaftler analysierte Thiébault den Aufbau von Staat, Verwaltung, Auswärtigem, von Post, Transport und Polizei. Und als Literat charakterisiert er treffend, einfühlsam aber auch keine Frivolität auslassend die höfische Gesellschaft in Berlin und Europa. Dieser Nachdruck geht zurück auf eine uralte Ausgabe des Verlags Robert Lutz in Stuttgart, um 1910. Der Originaltitel lautete „Mes Souvenirs de vingt ans séjour á Berlin“, Erinnerungen an meinen zwanzigjährigen Aufenthalt in Berlin. Der ursprüngliche Text des Buchs wurde fotomechanisch erfaßt, aus Fraktur in aktuelle Schrift umgesetzt und intensiv (technisch) bearbeitet. Im Internet finden Sie mehr dazu unter

www.Friedrich-der-Grosse-Buch.de.

Das Buch ist lieferbar ab Montag, dem 28. November 2005, wir haben es gerade erst in Druck gegeben, zusammen übrigens mit der dritten Auflage der Gräfin von Voss, die wir im vergangenen Jahr vor Weihnachten herausgebracht hatten.In Vorbereitungen haben wir schon die nächsten Nachdrucke. Zuerst kommt voraussichtlich der Reisebericht von Anton Friedrich Büsching (1724 – 1793) aus dem Jahr 1775. Büsching, Direktor des Grauen Klosters und Oberkonsistorialrat, vorher in St. Petersburg als Hauslehrer und Prediger, wird gerade kommentiert von Dr. Gerd Zuchold, einem hervorragenden Kenner der Brandenburgischen Landesgeschichte. Das Buch kommt, wenn es fertig ist, im Frühjahr voraussichtlich. Jeder Autor historischer Romane wird sich die Finger danach lecken, denn es handelt auf der Reise von Berlin (= Mitte) nach Rekahn zu von Rochow (dem Erfinder der Grundschule) die wirtschaftliche und soziale Lage der Ortsteile und Höfe so genau und so spannend ab, daß man das Buch als erste Sozialgeschichtsschreibung bezeichnen kann (Lexikon: Der Begründer der politisch-statistischen Methode der Geographie). Es fängt so an: „Reisen sind nicht meine Sache …“. Schließlich haben wir im Vorlauf bereits die Tagebücher des Grafen Lehndorff, der 1748 im Alter von 21 Jahren Kammerherr von Königin Elisabeth Christine von Preußen wurde, der Frau Friedrichs des Großen, und dreißig Jahre am „Weiber-hof“ blieb. Wir bearbeiten das Original, wieder mehr als 500 Seiten, nicht die im Jahr 1982 auf 200 Seiten zusammengestrichene Fassung. Und vor 200 Jahren, 1806, war zu Beginn des Jahres in Berlin noch alles in Ordnung, am Ende ritt Napoleon durchs Brandenburger Tor und ließ die Stadt besetzen und ausplündern. Nur zu diesem Jahr kommt Anfang 2006 ein Buch, ein richtiger Knüller, weil seit über hundert Jahren nicht verlegt und ungeheuer reich an Material.

Klaus Kordon, Die Zeit ist kaputt, Die Lebensgeschichte des Erich Kästner, Beltz & Gelberg, 322 Seiten, 9,90 Euro

Erich Kästner (1899-1974) hat sich aus ganz kleinen Verhältnissen durch enorme Willenskraft und mit Unterstützung seiner Mutter nach ganz oben geschrieben, an die Spitze der Zunft. Eigentlich war er mehr Journalist, kam aus Dresden, liebte Dresden, machte aber Karriere „bei der Geliebten“ Berlin. Fast zufällig wurde er Kinderbuchautor. Im Dritten Reich blieb er in Deutschland. Klaus Kordon schreibt für jungen Menschen. Dadurch hält er seine Gedanken und seine Sprache immer klar, nichts Verkorkstes, nichts Pädagogisierendes kommt vor. Wie Leben und Werk eng zusammenhängen, wie Kästner von Dank und Liebe zu seiner Mutter erfüllt ist, deren Sohn Inhalt und Sinn ihres Lebens war, das macht den Kern der Biographie aus.

Kästner für Erwachsene, 4 Bände in Leinen im Schuber, über 1500 Seiten, 35 Euro

So schöne Bücher, wie die Leinenbände aus der DDR, und dieser Kästner ist auch in Pößneck bei Bertelsmann gedruckt, früher Karl-Marx-Druck. Angenehmes Papier, Schmökergröße, Schnäppchenpreis. Ein Band Gedichte; Drei Männer im Schnee, Die verschwundene Miniatur, Der kleine Grenzverkehr; Fabian, Der Zauberlehrling, Die Schule der Diktatoren; Als ich ein kleiner Junge war, Notabene 45, Erich Ohser aus Plauen. Modernes Antiquariat, schnell kaufen.

Die deutsche Revolution, Sebastian Haffner, 1918/19, Rowohlt, 252 Seiten, 8,90 Euro

Ein Klassiker der neueren Berlin- und Deutschlandsgeschichte, 1969 in einem emotionsgeladenen Stil geschrieben, entgegen der sonst ausgewogenen Sprache Haffners. Die antimonarchistische und antimilitaristische Revolution von 1918/19 stellt er als „Ruhmestat“ des deutschen Volkes dar, die eher am Verrat der sozialdemokratischen Führung als an der mörderischen Gewalt der Rechten scheiterte. Die Rolle der Kommunisten und des Paares Liebknecht-Luxemburg hat er dem DDR-Dogma zum Trotz an den Rand gestellt. „Noch heute“ schreibt Haffner, „gibt es viele, die die Revolution von 1918 verleugnen wie einen Schandfleck der nationalen Geschichte. Aber die Revolution ist kein Schandfleck. Ein Schandfleck ist der Verrat, der an ihn verübt wurde … Alle Völker, die eine große Revolution durchgestanden haben, blicken mit Stolz auf sie zurück … Deutschland krankt an der verratenen Revolution von 1918 heute noch.“ Ist das im wiedervereinigten Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch so? Die emotionale Ergriffenheit dieser Arbeit wirft sich Haffner im Nachwort von 1979 vor, doch von seiner Argumentation nimmt er nichts zurück. Meine Ansicht: Wie Anmerkungen zu Hitler absolut eine Pflichtlektüre! Besprechung von Gianluca Falanga

Die Humboldt-Universität, Gianluca Falanga, Berlin Story Verlag, 240 Seiten, 19,80 Euro

Im Tagesspiegel vom 5. September 2005 schreibt Anja Kühne über dieses Buch (gekürzt): Gehören Sie zu den glücklichen Eltern, deren Kind gerade einen Studienplatz an der Humboldt-Universität ergattert hat? Wenn Sie für Ihren Erstsemester noch ein kleines Geschenk zum Studienanfang suchen: Gianluca Falangas Buch eignet sich gut, den Stolz der Familie auf den erfolgreichen Studienbewerber noch zu mehren. Falanga entfaltet die ganze Pracht der alten Berliner Universität, als deren Nachfolgerin sich die von den Kommunisten 1949 gegründete Humboldt-Uni versteht. Die Geschichte der Mutter aller Universitäten beginnt mit einer königlichen Kabinettsordre. Am 16. August 1809 verfügt Friedrich Wilhelm III. die Gründung der Berliner Universität an einem angemessenen Ort: dem Prinzenpalais Unter den Linden. Was folgt, ist Berlins Aufstieg zur weltweiten Nummer Eins der Wissenschaft: Es folgen 24 berühmte Professoren von Wilhelm von Humboldt über Arthur Schopenhauer bis zu Lise Meitner, 29 Nobelpreisträger, acht „Ideen, die die Welt veränderten” (von Hegels Geschichtsphilosophie bis zu Einsteins Relativitätstheorie) und 16 historische Gebäude. Unter der Rubrik „Ruhmreiche Vorbilder” findet der Leser 13 der „berühmtesten Studenten”, wie Adalbert von Chamisso, Karl Marx oder Heinrich Heine.

Kirchen in Berlin, Sven Scherz-Schade, Berlin Story Verlag, 240 Seiten, 19,80 Euro

Besprochen vom Inforadio des RBB in Quergelesen am 9. Oktober 2005:

Ein Überblick über die Bauten, die Architektur, die geschichtlichen Hintergründe, die die religiöse Geschichte Berlins ausmachen. 53 Bauten, die Berlin und auch Potsdam geprägt haben. Gotteshäuser nicht nur für christliche Gläubige, sondern auch Synagogen, Moscheen und Tempel. Herausgekommen ist ein Buch zum Nachschlagen, kein Nachschlagewerk, ein Buch nicht nur für den Berlintouristen, sondern auch für den Einheimischen, der sich aufmacht, die bekannten Gebäude erneut zu betrachten, ihm unbekannte erstmals zu betreten. Ein Buch, das den religiösen, architektonischen und geistesgeschichtlichen Traditionen in einer vermeintlich ungläubigen Stadt nachspürt.

Die zwanziger Jahre in Berlin, Michael Bienert, Elke Linda Buchholz, Berlin Story Verlag, 280 Seiten, 19,80 Euro

Im Literaturblatt Heft 6/2005 schreibt Irene Ferchl: Bücher über das Berlin der zwanziger Jahre, zur Architektur und zur Mode, über die Revuen und Kinopaläste, das Nachtleben und die Unterwelt, die Zeitungslandschaft und die Großstadtkunst füllen Bibliotheken. Was bisher fehlte, war ein Wegweiser, der Interessierte knapp und anschaulich über alle wesentlichen Namen und Geschehnisse informiert und sie zu den Orten führt. Der Journalist und Stadtführer Michael Bienert und die Kunsthistorikerin Elke Linda Buchholz, beide ausgewiesene Kenner der Epoche wie der Stadt, haben jetzt genau ein solches Buch veröffentlicht: handlich, reich illustriert, übersichtlich und informativ, eignet es sich als Vademecum beim Flanieren durch Straßen und Museen ebenso wie zur Lektüre daheim.

Goldblond, Preußenkrimi, Tom Wolf, 278 Seiten, 9,90 Euro

Diesmal, im siebten von geplanten zehn Krimis dieser Reihe, geht es um die Verstrickungen der königlichen Familie ins Freimaurermilieu. Friedrich der Große ist im Feld, kommt gar nicht direkt vor, dafür um so präziser der sehr detailgetreu geschilderte Prinz Heinrich, Fritzens jüngerer Bruder. Der aufklärende Koch Langustier wird durch hervorragend recherchierte Schauplätze in Berlin und in der Umgebung geschickt. Tom Wolf läßt Goethe aufmarschieren, der sich in Berlin über die Riten, die Schauplätze, die okkulten Geschichten der Freimaurer informiert. Das war damals, 1778, en vogue. Heute auch noch, das Buch wurde vorgestellt in der großen nationalen Mutterloge, die Freimaurer waren begeistert. Wir lernen viel über die Riten und wundern uns, daß es diesmal so viele Leichen gibt. Nützlich ist es, die historischen Stichworte nicht erst zum Schluß zu lesen und konzentriert bei der Sache zu bleiben.

Die Strippenzieher, Manager, Minister, Medien – wie Deutschland regiert wird, Cerstin Gammelin, Götz Hamann, Econ, 302 Seiten, 19,95 Euro

Das Buch hat zwei Schwerpunkte. Einerseits wird geschildert, welche Konzerne und Lobbyisten auf die Gesetzgebung Einfluß nehmen. Das wird beschrieben an Unternehmenseinflüssen von RWE, Eon und VW. Außerdem werden die Orte beschrieben, in denen sich in Berlin Politiker und Presse oder auch Lobbyisten treffen, Einstein, Borchardt, Sarah Wiener. Da sich das alles direkt vor unserer Nase abspielt und wir selbst häufig in diesen Restaurants und Cafés sind, finden wir das weniger aufregend als jemand, der vielleicht von der Schwäbischen Alb oder aus dem Sauerland kommt. Als Führer in das Berlin der Promis heute ist das Buch hilfreich.

Das Berliner Weihnachtsbuch, R. Steinchen, Jaron, 80 Seiten, früher 12,95, jetzt 5,95 Euro

Traditionen in Berlin werden beschrieben, wie es auf dem Weihnachtsmarkt früher in den verschiedenen Zeiten war, was man buk, welche Geschichten man sich erzählte oder vorlas, welche Lieder gesungen und Gedichte aufgesagt wurden. Schließlich noch ein Weihnachtsmahl regionaler Küche mit Havelländischer Krebssuppe, Teltower Rübchen, Gänsebraten und Apfel-Schalotte zum Nachtisch am ersten Weihnachtstag. Das alles ist schön illustriert und angenehm zwischen Paul Gerhardt und Ringelnatz angesiedelt.

Berliner Weihnachten, Kaija Voss, be.bra, 159 Seiten, 16,90 Euro

Noch genauer als das vorherige Buch, ausführlicher wie es im Mittelalter war, in Preußens Zeiten (Weihnachtsordnung von Wilhelm I.), die literarische Ersterwähnung des Weihnachtsbaums in den Leiden des jungen Werther (1774), wie man im 19. Jahrhundert feierte (lutherische und katholische Weihnachtsbäume), Weihnachten bei den Brüdern und Schwestern in der Zone (Friedensweihnacht 1953), Rezepte, schließlich „zwischen den Jahren“ und Silvester. Literarisch, reflektiert, gut recherchiert.

Deutsche Weihnacht, Ein Familienalbum 1900-1945, Nicolai, 84 Seiten, 14,90 Euro

Herr Wagner aus Schöneberg fotografierte in jedem Jahr die gleiche Szene vor dem Weihnachtsbaum und schuf damit ein Geschichtsbuch, vergnüglich, komisch (mit dicker Zigarre und deprimierend (schon 1937 ganz gebeugt). Einfach toll. Birgit Jochens kommentiert die Fotos, erläutert kurz die politische Situation oder auch die Geschenke auf dem Gabentisch.

Plätzchenausstechformen Ampelmännchen, Geher und Steher, zusammen 7,50 Euro

Adventskalender Brandenburger Tor, Gendarmenmarkt, Gedächtniskirche, weihnachtliche Motive, jeweils 4,50 Euro

Weihnachten mit Fontane, Aufbau, 144 Seiten, 10 Euro.

Ach, das ist so schön, Fontanes Sprache, zum Vorlesen wäre es der beste Buchtitel, sofern man jemanden findet, der einem zuhört. Sonst liest man eben alleine. Jens Dittmar hat aus Fontanes Briefen, aus „Vor dem Sturm“, Effi Briest“ und „Stechlin“ die Weihnachtsgeschichten rausgesucht, auch die Gedichte. „Auf dem weißgedeckten Tische/prangt der grüne Weihnachtsbaum/ trägt im buntesten Gemische/ Kerzen, Gold- und Silberschaum“.

Mercedes und der Schokoladenpilot, Kinderbuch von Margot Theis Raven,

Grüntal, 16,80 Euro

Fast wie Weihnachten war es für das kleine Mädchen Mercedes, das während der Berliner Luftbrücke nichts von dem abbekam, was die Piloten abwarfen, das aber an Colonel Gail S. Halvorsen (heute 85 Jahre alt) schrieb und von ihm ein Paket mit Süßigkeiten erhielt. Wunderschön für Kinder erzählt und illustriert (etwa von 5 bis 10 Jahren). Herzzerreißend. Wirklich. Mercedes Wild berichtete diese Geschichte auch im ZDF am 1. November 2005 im hochgelobten Film über die Luftbrücke.

Kaugummi und Schokolade, Gail S. Halvorsen, Die Erinnerungen des Berliner Candy Bombers, Grüntal, 220 Seiten, 19,90 Euro

Daß ein Pilot seine Geschichte selbst mit so großer Intensität erzählen kann, scheint fast unglaublich. Halvorsen beginnt mit der kleinen Mercedes (siehe voriges Buch) und erzählt dann seine Geschichte der Luftbrücke, die Geschichte des ersten Rosinenbombers. Wie er sich in erheblichem inneren Zwiespalt befand, gegen die Vorschriften zu verstoßen und Süßigkeiten abzuwerfen, wie er durch das Erlebnis am Zaun mit deutsche Kindern auf die Idee kam, wie sein Leben weiterging und er schließlich viel später wieder nach Berlin kam. Das Cover zeigt ein Foto von Halvorsen mit Kohl und Clinton – und das ist seiner Bedeutung angemessen.

Die Architektur des neuen Berlin, Hans Stimmann, Martin Kieren,

Fotografien von Erik-Jan Ouwerkerk, Nikolai, 512 Seiten, 69,90 Euro

Wie Berlin in den 15 Jahren nach dem Fall der Mauer wieder zur echten Großstadt wurden, wie die Infrastruktur zusammenwuchs, wie die historische Mitte wieder zum Zentrum der Stadt wurde. Senatsbaudirektor Hans Stimmann legt seine Bilanz vor. Sein Horizont geht in diesen Beiträgen weit über die Stadtplanung hinaus. Er bezieht vor allem die wirtschaftliche Lage, die Fragen von Ost und West mit ein, er greift auf die Debatten um Stadtentwicklung seit Wolf Jobst Siedlers Gemordeter Stadt zurück. Seit 1991 prägt Stimmann mit Unterbrechung das Erscheinungsbild der Stadt durch seine Erfindung „kritische Rekonstruktion“. Von ihm stammt die Hälfte der Texte. Prof. Martin Kieren von der TFH Berlin

Der Band ist schwarz/weiß schnörkellos, wie Stimmann es liebt, klar, tatsächlich umfassend (sogar ein Foto des Adlon ist reingerutscht), Dussmann mit seinem Neubau ist natürlich dicke drin, Hugendubel ebenfalls, aber wir kommen auch vor in so einer kleinen Nische neben dem Einstein. Zweifellos hat Stimmann sich für dieses Buch richtig Zeit genommen und eine grundlegende Arbeit vorgelegt.

Albert Einstein, Ingenieur des Universums, Einsteins Leben und Werk im Kontext,

Wiley-VCH, 254 Seiten mit DVD, 49,90 Euro

Einsteins Leben im Kontext, das heißt, anders als in einer romanartigen Biographie wird sein Werk immer in Bezug zu anderen gesetzt. Beim Thema „Modelle des Himmels“ gibt es eine Spalte „Weltbild und Kirche“, eine über Descartes, eine über Kopernikus, Newton natürlich und wie sich das Weltbild durch Einstein veränderte. Auch im persönlichen Bereich wird kategorisiert. Einstein als öffentliche Person unterteilt sich in Massenmedien, Avantgarde, Botschafter Deutschlands, Radikalisierung der Politik, Völkerverständigung. Das Buch ist hervorragend visualisiert, politisch und wissenschaftlich immer treffend auf den Nenner gebracht. Daß dem Buch eine DVD beiliegt, merkt man erst, wenn man die letzte Seite aufschlägt. Auf dem Umschlag steht das nicht, nirgends. Und diese DVD ist hervorragend, sie enthält die Filme aus der Ausstellung, gespielte Szenen, erhellendes, bildendes und dennoch mitreißend inszeniertes Material zu allen Aspekten des Buchs.

Einstein-Tasse: „Gott würfelt nicht“. Tasse orange, Schrift schwarz, 7 Euro,

Kant-Tasse: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Schwarze Tasse, Schrift in gold, 7 Euro

Marx-Tasse: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt darauf an, sie zu verändern“. Tasse natürlich rot, Schrift schwarz.

Highlights der Weltkulturen. Die 50 bedeutendsten Kunstwerke Berlins128 S., 10,80 Euro

High und light. Hochkarätig sind die Werke, sehr gut abgebildet, sorgfältig ausgewählt mit dem Schwerpunkt Alte und Neue Nationalgalerie sowie Gemäldegalerie, aber auch Moderne und Newtons Fotos. Leicht ist die Darstellung, gegliedert nach Werk, Künstler und Geschichte, jeweils eine Seite. Das reicht prima, um sich einen guten Überblick zu verschaffen.

Das Berlin-Paket, dritte, überarbeitete Auflage, 59,00 Euro

Pop up Aufklapp-Gebäude: Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Friedrichstraße, Reichstag, Jüdisches Museum, Hackescher Markt, schließlich Sanssouci mit allen Terrassen. Zum Verschenken, ein echtes Tablebook, das bestimmt nicht im Regal verschwinden wird.

Hildegard Knef, Fotografien von Rico Puhlmann (Berlin), Schwarzkopf & Schwarzkopf,

240 Seiten, 49,90 Euro

Das ist ja lustig, wie Hildegard Knef bei ihrem Besuch in Paris 1966 eine Handtasche schwenkt, die heute nach der langen Periode der Rucksäcke wieder in Mode gekommen ist. Die Constanze berichtete damals noch über die kokette junge Frau. Private Fotos, Bühnenszenen, Reisen, Tochter Christina, schließlich die reife Frau. Zeitschriftentitel und Schallplattencover.

Kalender Karl Friedrich Schinkel in Berlin und Potsdam, s/w Fotos des Meßbildarchivs. Das Präziseste, was es gibt. Danach kann man Gebäude rekonstruieren, 19,90 Euro

Kalender der Schinkel-Gesellschaft, Farbaufnahmen und Erläuterungen, 12,80 Euro

Berlin-Kalender. Wir führen (immer) zwischen 50 und 70 Kalender mit Berlinmotiven.

Adlon-Geschenkbox. Holzkasten mit Adlon-Kochbuch und drei Küchenmessern, 75 Euro

Macht irre was her, ist interessant, gründlich überarbeitet, brillant illustriert. Das Adlon zieht alle Register, setzt die schönsten Politikergattinnen an einen Tisch, die Food-Designer und Food-Fotografen überschlagen sich. Da kann man nicht meckern. Außer: Man wird hungrig beim Lesen und sehnt sich nach einer Verwöhnzeit und wieder Mal richtig ausgehen zu zweit.

Bibliotheken, Fotobuch von Candida Höfer, Essay von Umberto Eco,

Schirmer-Mosel, 272 Seiten, 78,00 Euro

Wer bei uns rumstöbert, liebt Bücher wie wir, also auch Bibliotheken. Es geht in diesem Buch ausnahmsweise nicht über Berlin. Man kann sich aber gar nicht sattsehen an diesen Räumen, Kathedralen des Wissens, der Schönheit, Wunder der Statik, Palästen der Ruhe, klassischen oder verspielten Konstruktionen aus Holz, aus Marmor, aus Gußeisen, lichtdurchflutet.

Bücherlust, Vom Sammeln, Wulf D. von Lucius, DuMont, 340 Seiten, 38,00 Euro

Noch ein Buch über Bücher, mehr für Bücherwürmer, für Sammler, für echte Buchnarren. Für die ist dieses Buch eine Quelle der Erkenntnis, ein Hilfsmittel der Orientierung, eine Analyse von Antrieb und Motivation, gleichzeitig ein Lexikon (Abecedarium über Durchscheinen und Stockfleck bis Vergilben und Zimelien s.S. 255) sowie eine Übersicht über Nachschlagewerke.

Neben den hier besprochenen Büchern liefern wir Ihnen natürlich gern auch jeden anderen Titel. Der Mindestbestellwert ist 10 Euro, das Porto beträgt unabhängig von der Bestellmenge 4 Euro. Noch mehr Bücher und Buchbesprechungen finden Sie unter www.BerlinStory.de und www.BerlinStory-Shop.de.

Wir schicken Ihnen gern diesen Rundbrief und weisen darauf hin, daß Sie im Internet auf unserer Homepage www.BerlinStory.de immer aktuell über Klatsch und Tratsch, aber auch unsere Produkte informiert werden – auf inzwischen über 700 Seiten. Im nächsten Jahr weiten wir das Sortiment ganz behutsam weiter in Richtung Geschichte aus (und bestimmt nicht Richtung Fußball), also die Randbereiche, die wir jetzt bereits bedienen. Der Schwerpunkt bleibt Berlin.

Wir wünschen Ihnen eine friedvolle und reiche Zeit und freuen uns, Sie bald wieder bei uns in der Buchhandlung begrüßen zu dürfen.

Wieland Giebel

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