Newsletter 40 – Oktober 2009
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Liebe Freunde der Berlin Story,
der Fall der Berliner Mauer hat das Leben von uns allen in gesellschaftlicher Hinsicht tief beeinflusst und nachhaltig verändert. Die Gefühle dabei sind so extrem, dass wir an jedem Tag Tränen in den Augen von Besuchern sehen, die sich in der Berlin Story den Mauerfilm ansehen. Wir sind keine Analytiker, die genau beschreiben können, was mit uns passiert, wenn wir die Bilder sehen:von Genscher in der Prager Botschaft, von den ersten Menschen, die an der Bornholmer Brücke herüberkommen, vom Tanzen auf der Mauer am Brandenburger Tor. Aber wie am ersten Tag überkommt uns auch zwanzig Jahre danach dieses Glücksgefühl. Die Berlin Story gäbe es mit Mauer nicht.Im Berlin Story Verlag haben wir mehrere Bücher zum Fall der Berliner Mauer gemacht, auch in andere Sprachen übersetzt, weil die Menschen überall mehr wissen wollen. Die Bücher anderer Verlage sind in diesem Rundschreiben wie immer ebenfalls besprochen. Falls Sie das Rundschreiben per Post erhalten, liegt das Programm des Berlin Story Salons bei. Kommen Sie doch einfach mal mit Freunden oder mit Kollegen vorbei. Je dichter an Weihnachten, desto eher solltenSie bitte buchen, weil sich bereits viele kleinere Gruppen (Stationen, Abteilungen, Kaffeekränzchen) angemeldet haben.
Das umfangreiche Weihnachtsrundschreiben folgt bald,
alles Gute
Wieland Giebel
F
ernsehturm Berlin, Karl-Heinz Kraemer/Lothar Heinke, Berlin Story Verlag, 80 Seiten, 17×24 cm, Broschur, 9,80 Euro.
Happy birthday, Fernsehturm. 40 Jahre und immer noch schön schlank und gut proportioniert und von Weitem zu sehen, echt attraktiv. Zwei Männer waren von Anfang an dabei – und wir haben das Glück, dass sie bei uns dieses Buch gemacht haben. Lothar Heinke schreibt heute für den Tagesspiegel die besten Reportagen und Geschichten über Mitte. Damals kraxelte er in den Ausschachtungen herum. Die Laudatio für Karl Heinz Kraemer übernimmt der Fernsehsender 3Sat: „… Für sein spektakulärstes Foto aber hatte Kraemer das DDR-Post- und Fernmeldeministerium so lange mit Anrufen und Anfragen genervt, bis ihm schließlich erlaubt wurde, den noch nicht ganz fertigen Turm von oben zu fotografieren. In über 350 Metern Höhe und vom Bauleiter nur an den Knöcheln festgehalten, drückte Kraemer auf den Auslöser. Für sein Fernsehturmfoto erhielt er später eine ganze Reihe von Auszeichnungen …“ Heinke und Kraemer kommen jetzt dauernd als Zeitzeugen im Fernsehen – und halten immer schön ihr tolles Buch ins Bild.
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Die Berliner Mauer in der Welt, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hg.), 256 Seiten,Berlin Story Verlag, 21×21 cm, fester Einband, 19,80 Euro.
Dr. Anna Kaminsky von der Stiftung Aufarbeitung hatte die Idee, doch einmal herauszufinden, wo die Mauer eigentlich geblieben ist. Es geht ihr besser denn je, der Mauer. Spektakuläre Orte, kriminelle Geschichten, weltweites Reisen wie nie zuvor. Unglaublich, aber die Schießbefehl-DDR-Regierung machte aus ihrem menschenverachtenden Bauwerk noch jede Menge Geld. Das alles ist in diesem Buch mit sehr vielen Abbildungen gut recherchiert. Der Film zur Mauer in der Welt kommt am 19.10. um 23:30 Uhr auf arte, am 26.10. um 22:30 Uhr im WDR und am 9.12. um 22:35 Uhr im rbb. Dieses Buch kann man schon mal für Weihnachten
vormerken. Spannende, kuriose aber auch tragische Geschichten.
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Hauptstadt der Spione. Geheimdienste in Berlin im Kalten Krieg, Sven Felix Kellerhoff/ Bernd von Kostka, Berlin Story Verlag, 240 Seiten, 12,5×20,5 cm, Broschur, 19,80 Euro.
Es gab dermaßen viele Spione in Berlin, dass wir gleich zwei Autoren bitten mussten, sich darum zu kümmern, Kellerhoff um die deutschen und v. Kostka um die
ausländischen. Im Kalten Krieg gab es in Berlin keine Gnade, Aktionen endeten häufig tödlich. Das MfS ließ im Westen Menschen entführen, die Amerikaner hörten vom Teufelsberg ab. Sexagentinnen der Stasi wurden bei der Arbeit fotografiert, um Männer später zu erpressen. Fotos im Buch dokumentieren das. Mit diesem aufwendig recherchierten Buch liegt die erste gründliche Untersuchung vor, die Spione aller Länder bis heute einbezieht. Das Buch ist für uns Grundlage zur Historiale „Hauptstadt der Spione“ im Jahr 2011 zum 50. Jahrestag des Mauerbaus.
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Die Friedliche Revolution. Berlin 1989/90 – Der Weg zur deutschen Einheit, Jens Schöne, Berlin Story Verlag, 160 Seiten, 12,5×20,5 cm, Broschur, deutsch, englisch, je 14,95 Euro.
Jens Schöne ist gerade nach China eingeladen worden, um über die Friedliche Revolution und den Mauerfall zu berichten. Auch deswegen gibt es das Buch jetzt auf Englisch. Das Interesse an den Ereignissen und diesem Buch ist einfach überwältigend. Schöne beschreibt im ersten Teil die Geschichte der DDR vom Aufstieg bis zum Niedergang. „In Pankow spielt ’ne Rentnerband seit 30 Jahren Parlament“, zitiert er und beschreibt den unvorstellbaren Realitätsverlust der DDR-Führung. So lassen sich die Kräfte erklären, die dann zur ersten erfolgreichen Revolution in Deutschand führten. Sehr
anschaulich, viele Fotos.
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Berlin 1989-2009. Eine Bilanz in 12 Gesprächen, Manuela Arand/Thomas Knuth, Berlin Story Verlag, 192 Seiten, 12,5×20,5 cm, Broschur, 14,95 Euro.
So ausführlich äußerte sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sonst nicht zu den vergangenen 20 Jahren wie in diesem Band. Für Touristen sei die Stadt vor allem attraktiv, weil sie „voller Spuren einer bewegten Geschichte“ ist. Ihr größtes Kapital seien die Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren, die aktiv die Stadt positiv verändern. Sämtliche Gesprächspartner nahmen sich Zeit, weil es ihrer eigenen Reflektion diente, die Entertainerin Gayle Tufts ebenso wie Preußen-Präsident Hermann Parzinger, Pfarrer Filker von der Stadtmission oder der Ständige-Vertretung-Wirt Friedel Drautzburg. Diejenigen, die mitgestaltet haben, bilanzieren und wundern sich selbst, wie schnell alles ging. Das gründlichste, aktuellste Nachdenken über unsere Stadt.
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Geschichte in Geschichten. Niemand hat die Absicht … Neue Streifzüge durch Berlin, Sven Felix Kellerhoff, Berlin Story Verlag, 256 Seiten, 12,5×20,5 cm, Broschur, 19,80 Euro.
Das Geschichts-Lesebuch geht durch alle Zeiten, aber Luftbrücke, Spionagetunnel, Mauerbau aus Sicht der Volkspolizei, spektakuläre Fluchten, Reagan vor dem Brandenburger Tor mit seiner wichtigsten Rede überhaupt und schließlich die Mär des selbst ernannten Maueröffners machen einen zentralen Teil aus. Kellerhoff hat ja das seltene Talent, als journalistischer Historiker ebensogut in Archiven recherchieren wie spannend schreiben zu können. Äußerst komische Geschichten wie der überraschende Besuch des Königs von Hawaii am preußischen Hof 1881 oder die verschobenen Bauten Berlins bringen Lesefreude und führen an Berlins Geschichte heran – prima zum Verschenken!
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Die Berliner Mauer 1961-1989, Buch mit DVD, Landesarchiv Berlin (Hg.)/Viergutz, Volker, Berlin Story Verlag, 128 Seiten, 128 Fotografien in s/w, 24×17 cm, Broschur, deutsch, englisch, italienisch, spanisch, niederländisch, französisch, bald russisch, je 9,80 Euro.
Nur in Bildern kann man erfassen, was die Mauer bedeutete. Das Buch geht auf eine Ausstellung des Landesarchivs zurück. Die 50-Minuten- DVD ist aber ganz neu und im Sommer 2009 unter großem Aufwand nur für dieses Buch produziert. Dafür wurde der gesamte entsprechende Bestand des Landesarchivs gesich
tet, die 35mm Zelluloid-Filmaufnahmen wurden mit modernster Technik digitalisiert, zusätzlich bearbeitet und schließlich zu einem Film aus heutiger Sicht und mit unseren heutigen Erkenntnissen zum Bau und Fall der Mauer geschnitten. Der gesamte Film ist vertont; erst schwarz/weiß, dann in Farbe. Zentrale Wendepunkte wie die Rede von Reagan vor dem Brandenburger Tor 1987 kommen ausführlich. Der Film ist deutsch und englisch auf einer DVD. Dieser Film läuft ständig in der Berlin Story und löst immer wieder Tränen aus.
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Wir haben fast alles falsch gemacht. Die letzten Tage der DDR, Günt
er Schabowski, Econ, 288 Seiten, 15x22cm, fester Einband, 19,90 Euro.
Das Buch ist so gut, weil Schabowski sich um nichts drückt und auch grundsätzliche Überlegungen äußert. Vieles von dem, was er über das verknöcherte System der DDR sagt, lässt sich auch auf die westdeutsche Linke anwenden. Die wollte nicht sehen, was war, sondern erstarrte allzuoft in Verbohrtheit, denn „hat man sich erst einmal den Gedanken zu eigen gemacht, dass dem Sozialismus die Zukunft gehört“, legitimierte das alle Taten und Untaten. Schabowski lässt am schmerzvollen geistigen Befreiungsprozess teilnehmen. Frank Sieren stellt die richtigen, politisch reflektierten Fragen. Sehr lesenswert, weil man sich ja selbst gelegentlich die Frage erlaubt, ob man sich noch verändern kann, lernfähig ist, ob man eigentlich alles richtig gemacht hat.
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Schabowskis Irrtum. Das Drama des 9. November, Florian Huber, Rowohlt Berlin, 220 Seiten, 15×22 cm, fester Einband, 17,90 Euro.
Tolles Buch, irreführender Titel. Es geht nicht um einen möglichen Irrtum beim Zettel. Für mich persönlich war es das aufschlussreichste Buch über den Mauerfall. Darüber, wie der Zettel eigentlich zustande kam, wer morgens die Reiseverordnung schrieb, im vollen Bewusstsein, dass die Eigenmächtigkeit den Autoren den Kopf hätte kosten können. Und wie die im Weißen Haus dachten, der Präsident sollte jetzt etwas sagen, aber nicht so recht wussten, was. Oder wie Peter Brinkmann, BILD-DDR-Reporter, auf der Pressekonferenz so konfus war, daß er die falsche Frage stellte. Eine Collage wie schnelle Schaltungen in guten, aktuellen Fernsehsendungen. Der Tag quasi Stunde für Stunde.
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Die Berliner Mauer, ROBINSON, Edition Panorama Berlin, 20×16 cm, 14,80 Euro.
20 Meter lang ist dieser Plan, den ROBINSON zwei Jahre nach dem Mauerbau zeichnete. Haus für Haus, Wachtürme, Notstraßen, Übergänge. Die brutale Teilung der Stadt wird deutlich. Übergänge sind besonders als Draufsicht gezeichnet. Zusätzlich befindet sich unterhalb der Zeichnung eine Fotogeschichte der Mauer. Im Text werden die Generationen der Mauer erläutert. Kindern kann man anhand dieses Plans die Mauer eindringlich erläutern – aber er ist nicht für Kinder gemacht, sondern als Dokumentation.
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Auf der Straße des Fortschritts. Die Stadtpläne der DDR – Zeugnisse vom Leben im Sozialismus, Dirk Bloch/Gerald Noack, Bien & Giersch, 144 Seiten, 24×22 cm, Broschur, 19,80 Euro.
Stadtpläne der DDR, Zeugnisse vom Leben im Sozialismus. Für Experten? Nein, aber nachher sind Sie Experte. Originalausschnitte von Plänen mit sehr schöner Beschreibung. Wo der BND heute an der Chausseestraße baut, war das Stadion
der Weltjugend, davor das W.-Ulbricht-Stadion, „Zickenwiese“ genannt wegen Ulbrichts Spitzbart, und davor, noch 1950 mit fließender Panke und Stettiner Bahnhof. Super zum Verschenken, weil außergewöhnlich.
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Wende. Wandel. Wiedersehen. 20 Jahre danach, Joachim Liebe/Thomas Brussig, Koehler & Amelang, 128 Seiten, 24×28 cm, fester Einband, 19,90 Euro.
Ein Polizist in Potsdam sagt heute, „wir mussten damals den goldenen Mittelweg finden zwischen den Leuten auf der Straße und unserer Regierung. Wir haben ja auch gemerkt: Hier stimmt was nicht, das geht so nicht weiter … Und dann sind wir später auch mit über die Glienicker Brücke, wir sollten zwar nicht, aber was solls, die Messe war gesungen …“ Aus einem der zehn Porträts am Ende des Fotobands über Berlin und Potsdam vom 4. November 1989 bis Ende 1990. Immer wieder ist es erschütternd, den Zustand der DDR damals zu sehen. Wir erinnern uns an die Schlangen vor den Banken, bei der Ausreise, an die Löcher in der Mauer und die abwartend glücklichen Gesichter beim Rüberkommen. Das ist alles sehr authentisch, ganz dicht dran, dabeigewesen, Augenzeugen-Fotografien.
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Die längste Nacht, der größte Tag. Deutschland am 9. November 1989, Kai Diekmann/ Ralf Reuth (Hg.), Piper Verlag, 240 Seiten, 22×28 cm, fester Einband, 14,95 Euro.
Kollektive Erinnerung wird in diesem Buch festgehalten, das der Chefredakteur von BILD, Kai Diekmann, zusammen mit Ralf Georg Reuth herausgab. Franziska van Almsick war elf und durfte nachts nicht mit (aber am nächsten Tag). Eberhard Diepgen fuhr zur Invalidenstraße und ließ sich – „würde es Ärger geben, wenn die Grenzposten mich erkennen“ – mit vielen Berlinern gemeinsam durch den Kontrollpunkt treiben. Guido Westerwelle, Rechtsreferendar, 27, saß vor dem Fernseher. Tolle Fotos, aufschlußreiche Texte.
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Die Mauer. The Wall, Fotografien 1961 -1992, Kai Diekmann, Fackelträger, 240 Seiten, 33×23 cm, fester Einband, 29,95 Euro.
Ein großformatiges Fotobuch mit den Ikonen der Mauergeschichte vom Bau – mit dem Extrablatt der Morgenpost „Ost-Berlin ist abgeriegelt“ – bis zum Fall. Die sehr großen Fotos wirken ganz unmittelbar. Der Text ist ganz knapp gehalten, mit Datum und einem Satz Erklärung deutsch und englisch. Ein repräsentativer Band zum verschenken.
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Berliner Mauerkunst. Mit East Side Gallery, Hein J. Kuzdas, Espresso Verlag, 101 Seiten, 21×28 cm, fester Einband, 15,90 Euro.
Das fast schon historische Standardwerk über die Kunst an der Mauer. Die großen Figuren von Thierry Noir, die er für die Mauer entwickelte und die vom Bethaniendamm (wo er im Georg-von-Rauch-Haus wohnte) bis zur Adalbertstraße liefen. „Ich habe eineinhalb Kilometer Mauer bemalt“, berichtete er neulich bei der Vorstellung unseres Buchs „Die Mauer in der Welt“. Oder die Michaelkirche vom Oranienplatz aus gesehen, deren nicht sichtbares Unterteil Yadiga Azizy malte, der großartige Panoramen-Maler. Und natürlich Keith Haring mit seiner endlosen Figurenkette, mit der er ungefragt die 42 Freiheitsstatuen von Thierry Noir übermalte. Das gab Krach! Das Mauermuseum hatte Haring eingeladen.
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Endlosschleife. Der Berliner Mauerweg, Dominique de Rivaz, Benteli Verlag, 288 Seiten, 24×19 cm, fester Einband, 39,00 Euro.
Künstlerische Fotos entlang der gesamten Mauer, also nicht nur der Sektorengrenze oder gar nur Kreuzbergs, sondern einmal ganz um West-Berlin herum. Schöne Fotos von heute, gelegentlich mit Gegenüberstellungen von damals. Die Visualisierung des Mauerwegs zu allen Jahreszeiten. 155 Kilometer Kulturgeschichte einer Schweizer Filmemacherin.
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Die Insel. Eine Geschichte West-Berlins 1948-1990, Wilfried Rott, Beck, 478 Seiten, 14×22 cm, fester Einband, 24,90 Euro.
Wenn man das Buch aufschlägt, wirkt es wie die offizielle Geschichte West-Berlins. Wilfried Rott war 1977 bis 2008 beim Sender Freies Berlin (heute rbb). Die frühe Zeit ist etwas ausführlicher. Rott legt einen Schwerpunkt auf Kultur, er geht erlebnisreich auf die Zeit der Terroristen ein. Es ist aber keine offizielle Geschichtsschreibung. Rott kannte die Regierenden, geht mit Heinrich Albertz hart ins Gericht, lobt Stobbes anfänglichen Eifer und erinnert daran, wie Diepgen sich mit Hilfe der Jungen Union gegen Hanna-Renate Laurien
durchsetzte. Sehr meinungsstark (also subjektiv), kenntnisreich … es wurde Zeit für dieses Buch.
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Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989, Hans-Hermann Hertle/Maria Nooke, Ch.Links Verlag, 528 Seiten, 16×24 cm, Broschur, 24,90 Euro.
Es fehlt auch nicht der fünfjährige Siegfried Kroboth, der gegenüber der heutigen East-Side Gallery ertrank, als er auf Kreuzberger Seite beim Spielen in die Spree rutschte und nicht gerettet wurde, weil sich die West-Berliner Polizei nicht traute, ins Ost-Wasser zu springen. Grausam ist dieses Buch. Hertle, Nooke und ihr Team (Christine Brecht, Udo Baron) haben die Lebensgeschichten und den Tod aller aufgeschrieben, die an der Mauer ums Leben kamen. Viele Gespräche mit vielen Angehörigen haben Maria Nooke und Hans-Hermann Hertle selbst geführt. Die Akten im Osten und Westen wurden ausgewertet, die Daten werden genau belegt. Es ist ein sehr gut lesbares Buch über den Staat des Schießbefehls, der Sperranlagen, des Tötens und Sterbens an der Mauer.
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Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, Ilko-Sascha Kowalczuk, C.H. Beck, 602 Seiten, 15×22 cm, fester Einband, 24,90 Euro.
Kowalczuk brachte die sonst eher drögen DDR-Oppositionellen letztes Jahr mit seiner Schilderung der Zustände in der DDR lauthals zum Lachen. Er war kurzfristig als Konferenz-Redner eingesprungen und sprach über die Niederlagen im internationalen Fußball, den immer klappernden Trabi, Handwerker und Verkäufer als Könige der DDR, das Schwarzgeld-Einmaleins und wie sich die Oppositionellen die aus dem Westen eingeschmuggelten Druckmaschinen gegenseitig abspenstig machten. Er schreibt volle Kanne Geschichte, weil er die Geschichten, Stimmungen und Aktivitäten kennt. Dabei macht er sich auch ein bisschen lustig über die Fußnotenhelden, die dicke Bücher als Chronisten ohne Analyse schreiben. Das ist nämlich seine Stärke, er reflektiert gründlich, stellt die Zusammenhänge her, auch international. Das Buch behandelt die gesamte DDR, auch kleinere Städte.
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Die Nacht, in der die Mauer fiel, Renatus Deckert (Hg.), Suhrkamp Verlag, 239 Seiten, 12×19 cm, Broschur, 8,90 Euro.
Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie FC Delius und Katja Lange-Müller und Annett Gröschner und Ulrich Peltzer und Emine Sevgi Özdamar und viele andere den Mauerfall erlebt haben, sind Sie hier richtig. Schöne kleine Literaturstücke, meist witzig, Ost und West, angenehm zu schmökern.
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Mauer-Passagen. Grenzgänge, Fluchten und Reisen 1961-1989, Jürgen Kleindienst (Hg.), 358 Seiten, 12×19 cm, Broschur, 9,90 Euro.
Ein Bestseller bei uns mit vielen schönen kurzen Erinnerungsstücken, wie man in Leberwurstbrötchen Ostgeld [sic!] in den Osten schmuggelte, die DDR erlebte, Verwandte besuchte.
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Der Tag, an dem die Mauer fiel. Die wichtigsten Zeitzeugen berichten vom 9. November, Hans Hermann Hertle/Kathrin Elsner (Hg.), Nicolai, 272 Seiten, 16×24 cm, Broschur, 14,95 Euro.
Wie erlebten Walter Momper, Michaele Schreyer, Renate Künast, Bruno Waltert (Chef der MoPo), die tazler mit Sekt am Checkpoint Charlie den 9. November? Ulrich Wickert berichtet aus Paris, die Franzosen sahen es als Sieg der Freiheit, ihrer Ideale. Auch Playboy Rolf Eden war in Paris, spendierte per Telefon freie Getränke für alle im Big Eden am Ku’damm, kam mit dem nächsten Flug nach Hause und „inzwischen habe ich vier Häuser im Ostteil der Stadt gekauft“. Ganz toll sind auch die Telefonate zwischen Grenzkommandos und Staatssicherheit. Das Buch erschien erstmals vor zehn Jahren (und jetzt wohl alle zehn Jahre).
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Keine besonderen Vorkommnisse?, Gabriele Muschter/Rupert Strachwitz u.a. (Hg.), Stapp, 13×20 cm, fester Einband, 16,80 Euro.
Zeitzeugen, 20 Ost und 20 West, zum Beispiel die Wirtin Angela Leistner, bei der auf einmal einer vor dem Tresen stand, der das Wirtshaus Henne immer gesehen hatte, aber von drüben. Harald Jäger erzählt, wie er die Mauer öffnete. Und Walter Momper bekennt, daß er schon tagsüber erfahren hatte, dass was passieren könnte, so dass er die BVG und Polizei vorbereiten konnte. Sicher konnte er sich nicht sein … Er meint ja, Schabowski habe nicht gewusst was er vorlas. Aber kaum eine halbe Stunde danach begrüßte Momper schon in der Abendschau die Bürger Ostberlins und empfahl mit der U-Bahn zu kommen. Was Schabwowski selbst sagt, können Sie ebenfalls nachlesen. Und Lutz Rathenow, Harald Hauswald und Lothar de Maizière. Die vier Zeitzeugenbücher ergänzen sich alle gut.
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Die Schuld der Mitläufer, Roman Grafe (Hg.), Pantheon Verlag, 208 Seiten, 14×21 cm, fester Einband, 14,95 Euro.
Wie feige darf man sein, wie mutig muss man sein? Fritz J. Raddatz berichtet über sein Versagen als DDR-Bürger; Manfred Wagner schildert, wie Schüler überrumpelt wurden, dem Verweis des Pfarrersohns von der Schule zusahen; Stephan Krawczyk berichtet, wie einer in der Kneipe prahlte, er habe 180 Mark als Aktivist sozialistischer Arbeit erhalten, nachdem er ein Transparent an der Tribüne zum 1. Mai vorbeitrug „Da kann man doch nicht meckern“ – Krawczyk: „Weitab von der Einsicht, Mitläufer zu sein und gab einen aus“. Niederschmetternde Geschichten eines niederträchtigen Systems, alles sehr anschaulich und wie ein Lehrbuch.
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Auf der Sonnenseite, Klaus Kordon, Beltz & Gelberg, 267 S., 14×21 cm, fester Einband, 16,95 Euro.
Das ist irre, wie Kordon erzählen kann, wie er spannende Lebensgeschichten verpackt, die Zeit der RAF aus Sicht eines Ostflüchtlings schildert: Glaubten diese Amokläufer wirklich, mit Phrasen und Gewalt Bewusstseinsänderungen in Gang setzen zu können? Ab 10 Jahren.
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Da war mal was, Flix, Carlsen, 96 S., 21×21 cm, fester Einband, 14,90 Euro.
Comics, junger, ungezwungener Humor über die Mauer und die DDR. Darf man sich über die Mauer lustig machen? Im Comic auf alle Fälle.
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Mauerblümchen, Holly-Jane Rahlens, Rowohlt, 160 Seiten, 15×21 cm, Broschur, 12,95 Euro.
Die 16-jährige Amerikanerin Molly, etwas lang geraten, verliebt sich vorsichtig kurz nach dem Mauerfall in einen 19-jährigen Schauspielschüler aus dem Osten. Als Holly-Jane Rahlens das Buch im Berlin Story Salon vorstellte, war es rappelvoll und mucksmäuschenstill. Ein Geschichtsbuch mit Leichtigkeit erzählt, humorvoll, aufregend und gelegentlich beklemmend.
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Fritzi war dabei. Eine Wendewundergeschichte, Hanna Schott, Klett, 96 S., 17×22 cm, fester Einband, 9,90 Euro.
Die Geigenschülerin des Papas ist weg, nach Ungarn. Mama-OP-Schwester konnte nicht operieren, weil der Arzt verschwand. Wende in Leipzig, schön erzählt, enorm authentisch, ab 7 Jahren.
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Buddy Bär Test the Best von Birgit Kinder, Trabi bricht durch die Mauer, 22 cm, Kunstharz, 59,90 Euro,
Becher: MotivTrabant, Bruderkuß, Mauerspringer je 6,50 Euro,
Trabi grün, weiß, rot, blau, je 6,00 Euro, Trabi Mini, blau, 3,90 Euro, Mauersteine, echt, in Acrlybogen zum Aufstellen, 9,90 und 7,90 Euro, Daumenkino, Flipbook, mit Mauerspringer Conrad Schumann, 5,95 Euro.




























