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Liebe Freunde der Berlin Story,
sehr geehrte Damen und Herren,
beim Besprechen dieser Bücher wünsche ich mir, bald auf Rente zu gehen, um noch mehr und noch länger lesen zu können. Als Buchhändler liegt man sowieso meist auf dem Sofa und schmökert. Wir stellen hier an die hundert neue Titel vor, alles über Berlin. Die ersten sind von uns, vom Berlin Story Verlag. Ganz hinten auf der letzten Seite, folgen noch zwei eigene Titel. Einen bekommen Sie geschenkt, wenn Sie bestellen. Darin sind Auszüge aus den 25 Büchern in diesem Jahr, alle 14 Tage eins. Der andere ist die Dokumentation des Geschichtsfestivals Historiale, www.Historiale.de, im Jahr 2007 über die Preußischen Reformen. Diesmal mit DVD und mehreren Filmen.
In der Woche vor Ostern 2008 erinnern wir an die Märzrevolution 1848 vor 160 Jahren. Wir laden die Jugend Europas zum (historischen) Barrikadenbau am Alexanderplatz, machen eine Revolutionsrevue im Deutschen Historischen Museum und erinnern an die 183 Toten, indem wir Ostersonnabend deren Särge auf dem Gendarmenmarkt aufbahren.
Schöne Weihnachten, wir haben wie immer jeden Tag auf. Jeden.
Alles Gute
Wieland GiebelBerlin – damals und heute, Berlin Story Verlag, 96 Seiten, 28 x 24 cm, 19,80 Euro
Großformatige Fotos zeigen wir, so groß, daß das Buch gerade noch ins Regal paßt. Das Landesarchiv Berlin hat historische Aufnahmen in großer Fülle. Hier geht es viel um die Hauptsehenswürdigkeiten, gelegentlich um weniger bekannte Orte wie das Engelbecken. Die aktuellen Aufnahmen in Farbe wurden in diesem Jahr von Tania Reh und Tanja Zanolli gemacht – speziell für dieses Buch. Fast immer stehen sich altes und neues Motiv aus der gleichen Perspektive gegenüber. Bei der Krolloper aber zum Beispiel verschiebt sich der Blickwinkel etwas nördlich zum Kanzleramt. Bildunterschriften deutsch, englisch, italienisch und spanisch. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar und Vorschlag zur nächsten Auflage.
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Schadows Prinzessinnengruppe – die schöne Natur, Reimar F. Lacher, Berlin Story Verlag, 176 Seiten, 14,95 Euro; ab 23. November erhältlich
Die schönste Skulptur, die in Berlin zu sehen ist. Das Original aus Marmor steht in der Nationalgalerie gleich im Entree. Dr. Lacher kam mit dem fertigen Manuskript in die Berlin Story. Mehrere Jahre hatte er sich ausschließlich mit den beiden jungen Damen und ihrem künstlerischen Schöpfer beschäftigt. Wie es damals zu dem Auftrag kam, wie die ersten Porträtsitzungen abliefen, wie es schließlich zur Ausführung in Marmor kam. Das alles erzählt Lacher nicht nur kunsthistorisch, sondern schön in gesellschaftlichem Rahmen mit allen Nörgeleien der Akademiemitglieder und Neider. Schadow schlägt dem König selbst vor, mehr als eine Gipsfigur zu schaffen: „Freunde und Kenner der Kunst haben allgemein den Wunsch geäußert, daß diese Arbeit in Marmor ausgeführt werde, weil sie es wohl verdiene, ein Kunstwerk von Dauer zu sein und der Vergänglichkeit entrissen zu werden.” Dann folgt das Angebot über 5.000 Taler und wie der Zahlungsmodus in drei Raten aussehen könnte.
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Prinzessinnengruppe von Schadow
Wir haben meist alle Ausführungen der Prinzessinnengruppe vorrätig. Aber weil wir aufgrund unserer extrem niedrigen Preise so viele verkaufen, kann es passieren, daß eine fehlt, weil der Alabaster noch trocknen muß. Alle Modelle sind in Berlin oder Potsdam gefertigt. Wir werden diese Preise nicht halten können und sagen hiermit Preisgarantie bis Ende Februar 2008 zu. Lieber ist es uns, wenn Sie Ihre Prinzessinengruppe abholen, aber wir verschicken auch (was ein bißchen teurer ist aufgrund des hohen Aufwands).
Die folgenden Links führen Sie direkt auf die entsprechende Prinzessinengruppe in unserem Webshop:

57 cm, Marmorstaub, 999 Euro
57 cm, Alabastergips, 210 Euro
35 cm, Marmorstaub & Alabastergips, 210 Euro
20 cm, Marmorstaub & Alabastergips, 95 Euro
15 cm, Marmorstaub & Alabastergips, 39 EuroWo die Götter wohnen – Johann Gottfried Schadows Weg zur Kunst, Joachim Lindner, Berlin Story Verlag, 240 Seiten, 16,80 Euro; ab Mitte Dezember erhältlich
„Hamse was über Schadow?” – „Hamma nicht, kriegen wir auch nicht rein, gibts nicht.” Sowas sagen wir ja ungern, aber bis jetzt gab es wirklich zum Leben Schadows nichts (aktuell zu kaufen). Das ändert sich hiermit, denn wir legen den historischen Roman wieder auf, an dem Joachim Lindner das Glück hatte ausführlich arbeiten zu dürfen. Historische Romane, genauer biographische Erzählungen haben ja den Vorteil, daß alle Umstände beleuchtet werden können, auch Zweifel, Hoffnungen, Zermürbung, Umwege und schließlich die Euphorie vor der Fertigstellung. Hier geht es auch um die Prinzessinnengruppe, aber besonders auch um die Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Das Buch zusammen mit einer Prinzessinengruppe (gern 57 Zentimeter, wie Schadow sie schuf) und dem Buch von Dr. Lacher dazu (siehe oben) macht Schadow komplett. Mehr muß man nicht wissen.
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St. Petrikirche – das historische Cölln in Berlin, Marina Wesner/Claudia M. Melisch, Berlin Story Verlag, 120 Seiten, 12,80 Euro; ab Mitte Dezember erhältlich
Momentan finden an der ehemaligen Petrikirche die wichtigsten Ausgrabungen statt, die es in Berlin seit, ja seit Menschengedenken gibt – das ist nicht übertrieben. Es geht an der Breiten Straße in Mitte Ecke Gertraudenstraße direkt in die Gründungszeit, zur Petrikirche, dem Rathaus, der Lateinschule und den Friedhöfen. Das alles können Sie nach Anmeldung sehen, besichtigen. Weil wir der Ausgrabungsleiterin Claudia Melisch und der Bodendenkmalpflege helfen wollen, entschlossen wir uns kurzfristig, dieses Buch bei Marina Wesner in Auftrag zu geben, die gerade Kreuzberg und seine Gotteshäuser geschrieben hatte. Unser Ziel ist es Druck zu machen, damit man Mit dem Fahrstuhl ins Mittelalter fahren kann, falls darüber ein Haus gebaut werden sollte. Ein modernes Museum gehört unbedingt hierher, rund um die authentischen Ausgrabung. In Köln gibt es sowas und im nordenglischen York.
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Kaisers Kochbuch, Anja Knott (Hg.), Berlin Story Verlag, 112 Seiten, 14,95 Euro Ab Anfang Dezember erhältlich.
Sparsam war Kaiser Wilhelm I., fast geizig, aber bei seinen Köchen sparte er nicht. Rudolf Karg bildete zusammen mit den Kochlegenden Urbain und Dubois das teuerste Trio des Kaisers. Wir kennen ja aus den friederizianischen Krimis von Tom Wolf die Vorliebe Friedrichs des Großen für ordentliches Tafeln. Und da wir uns in der Berlin Story in der privilegierten Situation sehen, immer mitzubekommen, wer nebenan im Einstein gerade diniert, wissen wir zu berichten, daß auch die jungen Hohenzollern der guten Küche nicht abgeneigt sind. Jetzt können Sie sich einladen lassen, wie vom Königlichen Mundkoch und Backmeister in den Küchen Sr. Majestät zu speisen, wenn Sie das Buch nur der richtigen Person schenken.
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Als noch Osten war, Udo Hesse, Berlin Story Verlag, 80 Seiten, 19,80 Euro
Extrem aufwendiger Duplex-Druck gibt den schwarz/weiß wirkenden Fotos besondere Tiefe. Als die anderen mit Petra Kelly und Gert Bastian nach Mutlangen zur Nachrüstungsdemo aufbrachen, zog es Udo Hesse Anfang der achtziger Jahre via Tränenpalast nach Ost-Berlin. Er war Anfang zwanzig. Nur in dem Alter, in dem man sich für unsterblich hält, traut sich ein Fotograf, 1983 mitten in eine 1.-Mai-Demo zu springen und den Anführer einer Betriebskampfgruppe, grimmig blickend, zu fotografieren, mein Lieblingsfoto. Hinter ihm die Torhäuser der früheren Stalinallee und wehende Fahnen des siegreichen Sozialismus. Hesse sah als Tagesbesucher im Osten, was für die anderen Alltag war. Das Niederträchtige des Systems fängt er ein, die Szenen beim Schlange stehen vor meist leeren Regalen in der Kaufhalle, vor allem aber Skurriles, Komisches. Eines Tages erwischten ihn „die Organe” doch, Filme wurden beschlagnahmt, Hesse verhört, er sollte für die Stasi spitzeln, konnte sich aus der Affäre ziehen. Jetzt, genau während der Produktion an diesem Buch, erhielt er seine Akte UND die damals beschlagnahmten Fotos.
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Die Berliner Mauer 1961-1989, Landesarchiv Berlin (Hg.), Berlin Story Verlag, 128 Seiten, 9,80 Euro; ab 23. November erhältlich
Das wird ein Standardwerk, weil die Dramatik des Mauerbaus in großformatigen Fotos gezeigt wird und Volker Viergutz vom Landesarchiv Berlin die Aufnahmen ausgesucht und Zwischentexte geschrieben hat. Nur wer sich täglich mit den Fotos auseinandersetzt, kann solche Aufnahmen finden, die persönliches Leid und den Irrsinn offenbaren. Geschichtsjournalist Kellerhoff dazu: „Oh, das habe ich noch nie gesehen! Ich hätte nicht gedacht, daß es solche Fotos gibt.” Zum Buch gibt es eine DVD mit authentischen Aufnahmen, teils verwackelt, teils ohne Ton. Spätere Aufnahmen auf der DVD sind natürlich als Film gestaltet. Angekündigt mit 19,80. Wir wollen dieses Dokument aber verbreiten, deswegen nur die Hälfte.
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Die Berliner Akzisemauer, Helmut Zschocke, Berlin Story Verlag, 192 Seiten, 19,80 Euro; ab Ende November erhältlich
Dieses Buch machen wir für Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, damit er belegen kann, wie milde er handelt. Früher hat man zum Steuereintreiben (Akzise = Zoll oder Verbrauchssteuer) ganz andere Saiten aufgezogen, nämlich eine Mauer um Berlin gebaut. Das half auch gleich, Desertationen von Soldaten zu verhindern, die es mit dem Militär nicht mehr so hatten. Helmut Zschocke schreibt eine Sozialund Wirtschaftsgeschichte, ganz humorvoll, ganz detailliert, so wie man sich ein Geschichtsbuch zu einem Thema nur wünschen kann, von dem wir wenig wissen. Ein Akzisebeamter „muß der Feder gewachsen seyn, und wo nicht fertig rechnen, doch gut schreiben können.” Die Akzisemauer stirbt mit der Industrialisierung. Was erinnert an die Akzisemauer? Die Tore, auch Ihres ist dabei: Oranienburger, Hamburger, Rosenthaler, Schönhauser, Prenzlauer, Landsberger, Frankfurter, Oberbaum, Schlesisches, Köpenicker, Cottbusser, Hallesches, Anhalter, Potsdamer und Brandenburger Tor. Das sind doch echte Verkaufsargumente! Leicht zu lesen, informativ.
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Berlin Kreuzberg SO36, Peter Frischmuth, Berlin Story Verlag, 128 Seiten, 19,80 Euro
Die erste Auflage dieses herausragenden Buches war nahezu verkauft, bevor das Buch erschien. Und das kam so: Erst waren einige Fotos auf dem neuen Zeitgeschichteportal des Spiegels im Internet, www.einestages.de, dann auf der Hauptseite des Internet-Spiegels, dann riefen zwölf Zeitungen bei uns an und wollten die Fotos. Kriegen sie aber noch nicht, weil frühzeitig die Morgenpost gefragt hatte. Warum wollen alle diese Bilder? Frischmuth hatte Kreuzberg SO 36 im Jahr 1982 als Examensarbeit fotografiert, also mit viel Zeit und ganz genau, wie man eben ein Examen vorbereitet. Jetzt kam er ein Vierteljahrhundert später zurück, nahm sich wieder Zeit, fand Menschen von damals, fand die Geschäfte und auch ein Fenster, aus dem damals ein deutsches Paar herausguckte, auf die Fensterbank gelehnt, heute ein türkisches. Das ist große Dokumentation, Liebe zu den Menschen. Wie schön Kreuzberg heute geworden ist, wie die Spuren der Mauer verschwanden.
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Postkartenbücher, je 15 Postkarten, Berlin Story Verlag & akg-images, je 4,95 Euro, im Set 19,80 Euro
40.000 Fotos über Berlin hortet das Archiv für Kunst und Geschichte, akg-images, in einer schönen Villa in Dahlem. Daraus wollten wir drei Postkartenbücher machen. Dann wurden es vier. Dann fünf. Entscheidungsfindungsprobleme? Genau. Wir konnten uns nicht sattsehen. Hundert Tage Klausur, dann hatten wir jedes fünfhundertdreiunddreißigste Foto ausgesucht. Und uns gewundert und gelacht und die Welt nicht mehr verstanden. Warum muß man umständlich Texte schreiben, wenn die Fotos viel besser sind?
Dirktlink zu den Postkartenbüchern in unserem WebshopBerlin 1968 – die andere Perspektive, Dr. Michael Ludwig Müller, Berlin Story Verlag, ca. 300 Seiten, 19,80 Euro Erscheint Februar 2008, nicht vor Weihnachten erhältlich.
Viele Bücher zu 1968 kommen im Jahr 2008 heraus, 40 Jahre danach, viele nach dem Motto „Meine schönste Demo”. Dieses ist anders. Dr. Michael L. Müller war als Reporter der Morgenpost dabei. Er war dabei, als der Perser Bahman Nirum zur Demo am 2. Juni aufrief, er war vor der Oper, als die Schüsse fielen, er sah Benno Ohnesorg noch lebend liegen. Er war am Kudamm, als Dutschke angeschossen wurde und vor dem Springerhochhaus, als die Auslieferungsfahrzeuge brannten. Er kannte sie alle, aber auch den Regierenden Bürgermeister und den Polizeipräsidenten. Vorher war Müller ein Jahr in New York und hatte erlebt, mit welcher Gelassenheit die Amerikaner auf die Studentenbewegung reagierten. Deswegen war er entsetzt über die Gewalt der Polizei in Berlin. In diesem Buch berichtet Michael Müller sehr persönlich – wir baten ihn darum. Und er analysiert gründlich, das ist sein Beruf. Für dieses Buch sprach er mit den Verantwortlichen von damals. „Welche Anweisungen gab es überhaupt für Spinger-Journalisten?” wird er heute oft gefragt. Sie werden sich wundern.
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Kreuzberg und seine Gotteshäuser, Marina Wesner/Kreuzberg Museum (Hg.), Berlin Story Verlag, 240 Seiten, 19,80 Euro
Einige Kirchen fallen einem sofort ein: St. Thomas am Mariannenplatz, bei Bethanien; oder das blaue Kreuz, das nachts über der Zossener leuchtet; die Kirche zum heiligen Kreuz an der Zossener Ecke Blücher, dieser mächtige Backsteinbau mit Kuppel und mehreren Türmchen. Experten kennen auch noch die Synagoge am Fraenkelufer, am Landwehrkanal, die einzige Synagoge in Kreuzberg, die nicht vollständig verschwunden ist. Dieses Buch geht aber echt in die Tiefe. Daß die Aleviten am Leuschnerdamm Ecke Waldemar eine nicht-islamische türkische Glaubensgemeinschaft sind, das merkt man, wenn man die Frauen dort sieht, gleichberechtigt, nicht verschleiert. Geschichte der Religionen, der Gemeinden, Baugeschichte, ein Lehrbuch zum Zusammenleben.
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Tucholsky in Berlin, Nele Lenze (Hg.), 160 Seiten, Berlin Story Verlag, 14,95 Euro ab Anfang Dezember erhältlich
Tucholsky war ein durch und durch anständiger Mensch. In diesem Buch sind alle Texte zu und über Berlin versammelt – bis auf winzige Ausnahmen, in denen Berlin nur am Rande vorkommt. Ihm war es zeitlebens ein Anliegen, zwischen dem Amt und dem privaten Leben deutlich zu trennen. Er bekämpfte Ludendorff, einen der führenden Generäle des Ersten Weltkrieges, Putschisten und Reichstagsabgeordneten der NSFreiheitspartei, den er als Symbol des deutschen Militarismus sah – aber er verurteilte die Pressekampagne, die Ludendorffs Scheidung zum Anlaß von Angriffen nahm. Diese ehrenhafte, aufrichtige Lebensauffassung führte aber auch dazu, daß Tucholsky sich nicht vorstellen konnte, daß die Deutschen Hitler folgten. Alle Beiträge in diesem Buch stammen aus den urspünglichen Quellen, also aus der Weltbühne, der Vossischen Zeitung, dem Vorwärts oder der Schaubühne. Wir haben dazu umfangreiche Quellenstudien in Archiven betrieben, die Originale gesucht und lesefreundlich neu gesetzt. Es liegt hiermit also ein ganz urspünglicher, nicht bearbeiteter, reiner Tucholsky vor.
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Die 7. Stunde, Elisabeth Herrmann, List Verlag, 411 Seiten, 19,90 Euro
Krimi an einer Berliner Privatschule. Ein Rechtsanwalt gerät in ein Rollenspiel, das es tatsächlich gibt. Parallelwelt in Berlin.
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Der nasse Fisch, Volker Kutscher, KiWi Verlag,495 Seiten, 19,90 Euro
„Es geht darum, eine Gegenwelt zu durchleuchten. Die ganze Gesellschaft damals war umgekrempelt durch den verlorenen Krieg, durch Inflation, durch Revolution. Die Fesseln der Kaiserzeit waren weg, und die neue Freiheit äußerte sich auch in einer ungezügelten Vergnügungssucht, beinahe so, als habe man das Ende schon vor Augen. Und diese Welt des oftmals illegalen Vergnügens will ich zeigen.” Volker Kutscher.
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Berlin, Ein literarischer Reiseführer, herausgegeben von Ansgar Bach, wisenschaftl. Buchgesellschaft, 208 Seiten, 24,90 Euro
Dieses Buch können Sie jedem schenken, der Berlin toll findet oder toll finden soll. Große Lesefreude, intellektuelle Späße, ein schönes, literarisches Buch zum Schmökern – und wenn man mal Zitate sucht. Nicolai, Goethe, Schiller, Lessing, Mendelssohn und Friedrich der Große – jedem fiel etwas zu Berlin ein. Dann kommen – Humboldt, Schleichermacher, Heine, E.T.A Hoffmann, auch die Märzrevolution ist vertreten; Fontane und Kerr natürlich ausführlich. Kafka, Döblin, Zille – bunter kann man es nicht haben. Aber die Sammlung geht bis ins Heute mit Kaminer, Grass, Schulze, Dücker und Stuckrad-Barre – da wird sich seine Mama freuen. Das macht Spaß, das gehört auf den Nachttisch. Vier Jahrhunderte Berlin, noch früher konnte hier ja auch noch keiner so richtig schreiben und lesen.
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… und das ist auch gut so, Klaus Wowereit, Hajo Schumacher, Blessing Verlag, 300 Seiten, 19,95 Euro
Hat es Wowereit eigentlich mit Büchern? Wir wissen es nicht. In die Berlin Story kommen viele Politiker, ihn entdeckten wir nie, wahrscheinlich kauft er woanders ein. Die Autobiografie geht über die persönliche, schicksalschwere Lebengeschichte hinaus. Wie es im Verhältnis zu Strieder war, wie er mit Landowsky verhandelte und was es bedeutete, sich als Homosexueller zu outen, welche innere und äußere Anstrengung das bedeutete. Das Buch ist ein politisches Statement in einem Augenblick, der als Zwischenspiel gelten kann. Wowereit hatte sich entschlossen, nicht Anwalt zu sein, sondern Berufspolitiker. Das bedeutet, gestalten zu wollen, das Schicksal unserer Stadt entscheidend mitzuprägen. So ein Buch zu schreiben (mit Hajo Schumacher, zehn Jahre Spiegel), ist wie Innehalten, Luft holen und eine Linie ausgeben. „Berlin ist arm, aber sexy” kommt dann auf Seite 271. Er hatte es auf einer Wirtschaftstagung gesagt, The Globe and Mail aus Toronto griff das auf „Komischerweise haben die internationalen Reporter kein Problem damit, zu kapieren, was ich damit meine.” Wir auch nicht.
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Berlin – Arm, aber sexy
T-Shirts, Girlie Shirts, Größe S-L, Farben: rosa, schwarz, gelb, oliv; für den Mann, Größe S-XL, Farben: schwarz, oliv, je 17 Euro
Schlüsselbänder, Farben: rot, blau, gelb, orange, schwarz, je 3.90 Euro,
Feuerzeug, Farbe: blau, je 2 Euro
Umhängetasche, Farben: rot, rosa, schwarz, oliv, 45x30x10cm, je 24,90 Euro
Geldbörse, 13x8cm, aus Nylon, Farben: schwarz, oliv, rot, je 7,90 Euro
Arm, aber sexy paßt immer noch zu Berlin. Wenn man die vielen Neubauten sieht, kann man es kaum glauben, wenn man aber die im Verhältnis zu Süddeutschland schmalen Gehälter kennt, versteht man es wieder. Weil sexy zwar international ist, arm aber nicht, gibt es demnächst die Kollektion auch als Berlin – poor but sexy. Darum bat uns Preston, der amerikanische Stadtführer von Brewers, der schon ein handgefertigtes Designer-T-Shirt auf englisch trägt.
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Böse Schafe, Katja Lange-Müller, KiWi Verlag, 205 Seiten, 16,90 Euro
Katja Lange-Müller ist eine so reflektierte wie zugleich liebevolle Schriftstellerin, aus dem Osten mit Parteifunktionären als Eltern 1984 in den Wedding gekommen. Es geht um eine Vorwendegeschichte im Westen, 1987. Sie sagt, außer Sven Regeners „Herr Lehmann” gibt es nichts darüber. Ihr kam es damals vor wie in einem Pseudosozialismus, die Leute lebten von irgendetwas, und man hätte nicht sagen können, wovon eigentlich. Im Buch geht es um eine vergangene Liebesgeschichte, aber eigentlich um das Leben und um Berlin.
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Barocke Dorfkirchen; Marwitz, Velten, Küstrinchen, Altwustrow, Fredersdorf, Mahlow; Die Mark Brandenburg, Heft 66, Marika Großer Verlag, 4,00 Euro
Von der „Mark” haben wir immer alle lieferbaren Ausgaben in der Buchhandlung vorrätig, weil es so viele Kunden gibt, die, nachdem sie ein Heft in die Hand bekommen haben, mehr haben wollen. In dieser Ausgabe geht es um die barocke Dorfkirchen in Marwitz, Velten, Küstrinchen, Altwustrow, Fredersdorf und Mahlow. Jede Ausgabe ist liebevoll gestaltet, nicht so am Computer über einen Kamm geschert – wie eben das ganze Heft immer eine Freude für uns und die Leser ist. Demnächst: Aus der Mark in die Welt: Forscher, Wissenschaftler, Abenteurer.
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Hitlers Meisterspion, Das Rätsel Wilhelm Canaris, Richard Bassett, Böhlau Verlag, 309 Seiten, 29,90 Euro
Noch ein Brite, der sich mit Nazi-Deutschland beschäftigt, auch er war bei der Times, aber früher als Conradi (siehe oben). Ein Sachbuch mit vielen Zitaten und Anmerkungen, aber gut zu lesen. Canaris, Chef der Abwehr, habe frühzeitig von Hitlers Kriegsplänen gewußt und schon seit 1937 eine Geheimorganisation mit anti-nationalsozialistischen Kräften innerhalb der Abwehr gebildet. Mit Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und hingerichtet. Leider ist die Übersetzung nicht so doll. „Hitlers Befehle an Canaris zur Ermordung von Giraud (franz. General) fanden ihren Weg nach London, obwohl nicht klar ist, auf welche Weise.” Wieso obwohl? (Weil ich selbst viel übersetzt habe, stört mich das aber vielleicht übermäßig.)
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Das Reichsorchester. Die Berliner Philharmoniker und der Nationalsozialismus, Misha Aster, Siedler Verlag, 400 Seiten, 21,95 Euro
Die auch, natürlich, sie spielten für die Nationalsozialisten. Anfangs nicht freiwillig. Die Philharmoniker, 1882 gegründet, verwalteten sich selbst, wie heute auch, und gründeten 1903 eine GmbH aktiver Musiker. Wer ausschied, mußte seinen Anteil weitergeben. Im Sommer 1933 übernahm der Staat hundert Prozent der Anteile „auf Wunsch des Führers”, der Vertrag von 15 Orchestermitgliedern wurde beendet. Die Säuberung begann. Hitler klagte, „die Wiener Philharmoniker sollen sehr viel alte Geigen haben, die Berliner dagegen wenige.” Historische Instrumente wurden gekauft, andere vermutlich gestohlen. Ab 1936 erhielt das Orchester neben Gehalt und Bonus einen Reisekostenzuschuß von mehr als 100.000 RM pro Auslandsreise und befand sich in einer wunderbaren Lage. Das Propagandaministerium regelte es – solange Geld da war.
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Hitlers Klavierspieler. Ernst Hanfstaengl. Vertrauter Hitlers. Verbündeter Roosevelts, Peter Conradi, Scherz – S. Fischer Verlag, 448 Seiten, 19,90 Euro
„Klavierspieler” führt in die Irre, denn Hanfstaegl war Hitleres Förderer und später sein Pressechef. Er förderte Hitler, aus den USA vom Studium an Havard zurück, indem er Spenden für den Kauf des Völkischen Beobachters sammelte. Aufgrund seiner internationalen Erfahrungen konnte er viel für Hitler tun, die Kontakte zu Churchill herstellen. Hanfstaengel flüchtete 1937 nach England, als es Konflikte mit der Parteispitze gab, ging später zu Roosevelt in die USA und half, die Nazis zu bekämpfen. Super spannend, dieses gebrochene Leben. Autor Peter Conradi ist bei der Sunday Times (News Corp, Rubert Murdoch). Er scheibt das Buch mit vielen Dialogen und wie ein Filmdrehbuch, anschaulich, gelegentlich wie Boulevard.
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Kleist. Eine Biografie, Gerhard Schulz, C.H. Beck Verlag, 607 Seiten, 26,90 Euro
Vor Weihnachten erscheinen traditionell die großen, schönen Biografien. „Heinrich von Kleist galt als ein schwieriger Mensch … Wer anderen Menschen als schwierig erscheint, hat es zumeist am schwersten selbst. Unzufrieden mit sich und der ganzen Welt sei Kleist oft gewesen, habe mit sich gehadert, sich für unbrauchbar und unfähig gehalten, sich nicht nur die Arbeit, sondern überhaupt das Dasein schwer gemacht.” So klingt es in der ersten Annäherung. Für uns, die wir uns so intensiv mit der Zeit der französischen Besatzung Berlins und der anti-napoleonischen Befreiungskriege beschäftigen, ist Kleists Lob der deutsch-patriotischen Gedichte erhellend: „Ich finde, man muß sich mit seinem ganzen Gewicht, so schwer oder leicht es sein mag, in die Waage der Zeit werfen.” War Kleist zum deutschen Patrioten geworden?
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Briefe an Hitler – ein Volk schreibt seinem Führer, Henrik Eberle (Hg.), Lübbe Verlag, 476 Seiten, 19,95 Euro
Beifall aus Belgien (10. Oktober 1938) hört sich so an: „Erlauben Sie auch mir, Ihnen meine Dankbarkeit aus tiefstem Herzen auszusprechen. Was Sie vollbracht haben, ist heute noch unermeßlich in seinen Folgen … Ich habe den Wortlaut Ihres Abkommens mit Chamberlain einrahmen lassen, es hängt im Wohnzimmer … Als ich als Ausländerin (Armenierin) vor 26 Jahren einen deutschen Mann heiratete, wußte ich ganz genau, welche Pflichten ich Deutschland gegenüber hatte! Lieber Führer, wie ist es schön, für das herrlichste Land der Welt, für Deutschland, zu leben & kämpfen zu dürfen.” Eberle hat die Briefe aus einem Sonderarchiv des Russischen Verteidigungsministeriums in Moskau. Vieles ist dort noch nicht ausgewertet.
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Berlin – die Geschichte, Arnt Cobbers, Jaron Verlag, 272 Seiten, 59,90 Euro
Ein großer, schwerer, golden eingepackter Text-Bild-Band von der Vorgeschchte Berlins mit der Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Dorfs auf dem Gebiet des heutigen Lichterfelde bis zum Holocaust-Mahnmal und den Sanierungen auf der Museumsinsel. Arndt Cobbers hat den durchgehenden Text geschrieben. Cobbers ist Kunsthistoriker und Historiker und veröffentlichte im Jaron Verlag schon mehrere Bücher. Das Geschichtsbuch ist großzügig mit Abbildungen, und im aktuelleren Teil mit Fotos versehen, oft auf einer halben Seite, gelegentlich doppelseitig. Die Abrißwut nach dem Zweiten Weltkrieg kommt gut heraus, schon von Zeitgenossen damals gegeißelt als „unhistorische Simplizität, aus dem Geist der Opfer.” Schön erklärt: Sowjetzone, Ostzone, Zone, sogenannte DDR, Ost-Berlin. Demokratischer Sektor; Berlin – Hauptstadt der DDR, Ostberlin.
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Hermine – die zweite Gemahlin von Wilhelm II., Verein für Greizer Geschichte e.V. (Hg.), Friedhild den Toom; Sven Michael Klein, 104 Seiten, 12,50 Euro
Einen Kaiser im Exil heiraten, was treibt eine Frau dazu? Die Hochzeit fand am 5. November 1922 statt, in Doorn. Ein Jahr zuvor war Kaiserin Auguste Victoria verstorben. Zur Hochzeit trug Wilhelm II. die große Generalsuniform des 1. Garderegiments mit dem orangefarbenen Band des Schwarzen Adlerordens. Die Autoren schildern in dem hervorragend mit Fotos ausgestatteten Band Hermines Leben vom vogtländischen Greiz bis zu ihrem Tod 1947 in Frankfurt/Oder. Sie gehen der Frage nach, ob Hermine auf Hitler setzte und welche Intrigen es in Doorn dazu gab.
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In einem stillen Land, Fotografien 1965-1989, Band 3, Roger Melis, Lehmstedt Verlag, Verlag der Nation, 168 Seiten, 24,90 Euro
Die DDR 1965 bis 1989, da sind wir gespannt, welches Bild wird vermittelt? Oh, man kann keine einzige Seite einfach überblättern. Jede der schwarz/weiß Aufnahmen enthält eine Geschichte. Chemische Werke Buna 1975, kleine Betriebsversammlung. Ein Parteisekretär (oder so) hält eine Rede, die Gelobten, Blumen auf dem Tisch, lümmeln, dösen und gähnen. Der Gendarmenmarkt 1984 – eine Ruine. Biermann auf der Weidendammer Brücke, lustig, das ND lugt aus der Manteltasche. Bedrückend? Stralsund 1969 sieht wie in den 20er aus, die Kinder, die Häuser.
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Alexanderplatz, fotografische und literarische Erinnerungen, Harald Hauswald, Jaron Verlag, 127 Seiten, 14,90 Euro
Alle Autoren des Jaron-Verlags durften hier wohl Mal schreiben – und was sie zusammengetragen haben, ist richtig gut. Freya Klier, Katja Lange-Müller, Jutta Voigt, Christian Bahr, Horst Bosetzky, Thomas Brussig, Markus Deggerich, Christoph Dieckmann, Jan Eik, Uwe Kolbe, Alexander Osang, Lutz Rathenow, Lars von Törne sowie Peter Wensierski. Im Mittelpunkt stehen aber die Fotos von Harald Hauswald, der überall in Ost-Berlin und in der DDR aktiv dabei war, auch bei der 1.-Mai-Demo 1982 (Seite 117), ein Jahr vor dem Fotografen Udo Hesse (siehe S. 3, Als noch Osten war).
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Kalender Fernsehturm Berlin 2008,29,7×42 cm, 17,50 Euro
Der Fernsehturm ist groß im Kommen,gilt international als hip und keiner kann uns erklären, wie es zu dieser Renaissance kommt. Sie vielleicht? Fernsehturm mit Schinkel,Fernsehturm als Schatten, gespiegelt und verwackelt, zwischen den Türmen des Doms und mitten im Berliner Stadtbild.
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Fernsehturmkerze,36 cm, 15 Euro
Man kann diese Kerze doch nicht anstecken! Kaufen ist in Ordnung,verschenken auch – ein Berliner Designerprodukt übrigens, handgefertigt,deswegen farblich immer etwas abweichend. Gut verpackt.
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Ausstechform Fernsehturm, 7,90 Euro
Den Fernsehturm zum Knabbern, ziemlich stabil, jedenfalls wenn die Plätzchen nicht so krümeln. Sehr schön auch mit knalliger Lebensmittelfarbe.
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Brandenburger Tor, 7,50 Euro
Unser Hit in diesem Jahr nach den Ampelmännchenformen vorige Saison.
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Christo, Poster Verhüllter Reichstag, Ausschnitt
Entwurfszeichnung, hochwertiges Kunstdruckpapier, ohne Rahmen, 35×76 cm, 39,90 Euro
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Preußens Glanz. Königsschlösser in Berlin und Brandenburg, Hans-Joachim Giersberg, Leo Seidel, Prestel Verlag, 192 Seiten, 29,95 Euro
Ein prachtvoller Bildband vor allem von einem Fotografen, der vor einiger Zeit ein Buch mit nächtlichen Aufnahmen Berlins vorgelegt hatte. Schlösser von innen fotografieren, Lichteinfall und Spiegelungen richtig ausloten, Restaurierungen in dunklen Kellern erfassen und die wunderbaren Holzfußböden zur Geltung bringen – das ist hohe Kunst, das ist hier durchgehend gelungen. Den Text dazu hat Hans-Joachim Giersberg geschrieben, der das ja im Schlaf können müßte, früherer Chef der Schlösser und Gärten über Jahrzehnte. Der Text ist baugeschichtlich orientiert, das Lebendige der Bilder spiegelt er nicht so wider.
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Carl Heinrich Eduard Knoblauch 1801-1865, Architekt des Bürgertums, Azra Charbonnier, Deutscher Kunstverlag, 368 Seiten, 98 Euro
Knoblauch (1801-1865) ließ sich 1830 als privater Architekt in Berlin nieder (zeitgleich mit Friedrich Hitzig, Börse), um sich aus der Gängelung des Staates zu lösen. Schinkels (öffentliche) Bauten in Berlin stammen aus den Jahren 1816 bis 1830. Knoblauch spürte, daß der Markt sich änderte, daß das Bürgertum repräsentativ wohnen wollte. Für Knoblauchs Reputation sorgte vor allem das Krollsche Etablissement, eine gewaltige Anlage nach Skizzen von Persius. Er gründete den Architekturverein, entwarf Schlösser und die Synagoge in der Oranienburger. Mehrstöckige Mietshäuser mit Seitenflügel und Putzfassade wurden von ihm, seinem Freund Stüler und Hitzig durchgesetzt (S. 28). Erweitere Promotion der Autorin, gründlich, viele Abbildungen.
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Friedrich Wilhelm II. König von Preußen. Ein Leben zwischen Rokoko und Revolution, Brigitte Meier, Verlag Friedrich Pustet, 333 Seiten, 29,90 Euro
Immerhin lernte FW II. (1744 bis 1797) im Alter von 24 Jahren etwas über die Akzise (s. hier S. 3), er durfte seinen Onkel zur Truppenschau begleiten, aber grundsätzlich bereitete Friedrich der Große seinen Neffen schlecht aufs Regieren vor – und er diffamierte ihn öffentlich, keine optimalen Startbedingungen. 1780 durfte FW II. nach Moskau zu Katharina II., aber nur, weil Friedrich der Große seinen Bruder Heinrich nicht schicken wollte. Kann man FW II. verdenken, daß er sich nicht gern auf die Ratgeber seines Onkels verließ, sondern seine eigenen Leute mitbrachte? Intensive Aktenstudien der Autorin, Geschichtsprof. an der Viadrina, zeigen, daß FW II. den innenpolitsch Anforderungen (franz. Rev 1779) schwer gewachsen, außenpolitisch und künstlerisch aber erfolgreich war: Brandenburger Tor, Neuer Garten.
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Reiterdenkmal Friedrich II.,Limitiertes Original, Kupfermantel,Patina versiegelt, 35 cm, 799 Euro
Zum Reiterdenkmal haben wir ein Buch herausgegeben mit der Baugeschichte und den Beschreibungen aller Menschen auf dem Sockel, siehe voriges Rundschreiben, 9,80 Euro. Neben diesem herausragenden Standbild hier links führen wir ein weiteres in Marmorstaub, Alabastergips (Sockel) und mit dem Reiter aus Zinn für 169 Euro.
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Der Alte Fritz, sitzend, aus Marmorstaub, Alabaster, 20 cm,130 Euro
Friedrich der Große in seiner klassischen Uniform. Diese Statue
von Alex Agwanjan ist ein handgegossenes Original, sorgfältig poliert, fast nicht zu zerstören und
extrem haltbar. Gesichtszüge des Königs und jedes Detail wurden gründlich bearbeitet und mit zeitgenössischen
Darstellungen abgeglichen. Von Agwanjan führen wir weitere kostbare und künstlerisch wertvolle Statuen.
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Preußisches Liebesglück. Eine deutsche Familie aus Afrika, Gorch Pieken, Cornelia Kruse, Propyläen Verlag – Ullstein Buchverlage, 271 Seiten, 24 Euro
Selbst auf diesem Druck hier rechts erkennt man, daß ein junger Schwarzer in preußischer Uniform und eine junge Frau sich umarmen. So kurz kann man die Geschichte kaum erzählen, die Gorch Pieken (früher DHM) zum Gemälde herausfand. Prinz Albrecht (Albrecht Palais, Wilhelmstraße) wurde von FW IV. der Stadt verwiesen, weil er es außerehelich zu wild trieb. In Kairo erhielt er vom ägyptischen König einen nubischen Jungen geschenkt, brachte ihn mit, machte ihn zum Leibdiener. Dessen Sohn Gustav wurde Militärmusiker (später Kapellmeister beim Rundfunk), hier auf dem Gemälde, aber eigentlich nicht so dunkel. Seine Söhne dienten in der Wehrmacht, sein Enkel (Jahrgang 1937) war Textilingenieur und lebt HEUTE als Tauchlehrer am Direktlink zum Produkt in unserem Webshop

Preußische Gärten in Europa, 300 Jahre Gartengeschichte, Michael Rohde, Edition Leipzig, 384 Seiten, 29,90 Euro
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat sich selbst ein Buch geschenkt und läßt sich natürlich nicht lumpen. Es wurde ein ganz großer, schwerer Prachtband. Das mit dem Preis oben stimmt, den Rest zahlt der Steuerzahler. Interessant sind die vielen Berichte und Bilder von Gärten außerhalb unserer näheren Umgebung, also in Schweden, Ungarn, Russland, Triest, Norwegen oder Böhmen. Klaus-Henning von Krosigk schreibt über den Tiergarten in der Zeit von Friedrich II., auch Kassel-Wilhelmshöhe wird gewürdigt, wo sich die kaiserliche Familie gern aufhielt. Verschenken und glücklich machen! Sich und andere.
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Friederike von Preußen, Carolin Philipps, Piper Verlag 384 Seiten, 19,90 Euro
„Jeder will sie haben”, das kann man in unserem Buch „69 Jahre am preußischen Hofe” von Oberhofmeisterin Gräfin Voss über Friederike nachlesen. Verbotene Liebesverhältnisse, aufgelöste Verlobungen, drei Ehen – das war alles bekannt. Aber jetzt hat Autorin Phillips im Landeshauptarchiv Schwerin Geheimpapiere gefunden, mit denen Königin Luise ihre Schwester (und den Hof, den Staat) vor Unbill schützen wollte. Carolin Philipps sah die Prinzessinnengruppe, war von Friedrike fasziniert und begann zu forschen. Unglaublich, was sich in den Archiven findet, jetzt gefunden wird und welch wunderbare Biografien für uns entstehen. „Ich habe immer das Glück gesucht und ersehnt zu lieben und geliebt zu werden”, sagte sie mit 21.
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Musik von Louis Ferdinand, Prinz von Preußen (1772 – 1806)
Das ist unsere Entdeckung des Jahres, denn durch die Beschäftigung mit der napoleonischen Zeit trat auch die Musik von Louis Ferdinand erst so richtig in unser (musikalisch eigentlich geschultes) Bewußtsein. Und seitdem läuft mindestens eine der drei CDs einmal am Tag in der Buchhandlung. Das Göbel Trio freut sich, die GEMA auch. Dem Göbel Trio verdanken wir diese sensiblen Einspielungen, die uns beschwingt machen, die die Mitarbeiterinnen wie Feen durch den Laden schweben lassen. So hatte sich Louis Ferdinand das auch vorgestellt, wenn er am Piano saß und seiner Liebsten vorspielte. Lebensfreude, Romantik, Energie, ungebremstes Glücksgefühl werden vermittelt. Mein Lieblingsstück ist auf der dritten CD, die Romanze im Oktett für Klavier, bei der die Hörner das Herz ergreifen, so schön durchkomponiert.Louis Ferdinand, Prinz von Preussen 1772-1806, Göbel Trio, CD, 21.90 Euro
Klaviertrios, ca. 65 Minuten
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Louis Ferdinand, Prinz von Preussen 1772-1806, Göbel Trio, CD, 21.90 Euro
Larghetto varié, ca. 66 Minuten
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Louis Ferdinand, Prinz von Preussen 1772-1806, Göbel Trio, CD, 21.90 Euro
Rondo für Klavier und Orchester, ca. 55 Minuten
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Gneisenau. Leben und Werk des Königlich-Preußischen Generalfeldmarschalls, Gerhard Thiele, Verlag für Berlin-Brandenburg, 448 Seiten, 22,80 Euro
Thiele hat sein Examen im Jahr 1952 an der Humboldt-Universität über Clausewitz gemacht, seitdem beschäftigt er sich mit den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Jetzt kann man sich ja etwa vorstellen, wieviel laufende Meter Bücher er darüber in seinen Regalen stehen haben muß. Kolberg – Großgörschen – Waterloo sind die Stationen von Gneisenau (und Waterloo bitte nicht wie bei Abba ausgesprochen). Das Buch ist streng chronologisch aufgebaut und bezieht die Briefe Gneisenaus ausführlich ein. „Heute habe ich beim General von Blücher den General Toll, russischen Generalsquartiermeister, kennengelernt. Es ist dies ein höchst arroganter Mensch. Für höhere Ideen ist er ganz unempfänglich und unfähig.” (25. April 1813)
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Berliner Juden 1941. Namen und Schicksale. Das letzte Amtliche Fernsprechbuch der Reichspostdirektion Berlin, Hartmut Jäckel, Hermann Simon, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum (Herausgeber), Verlag Hentrich & Hentrich, 156 Seiten, 22,00 Euro
Die Einträge sieht man im Original. „Herzfeld, Israel Joseph, Prof. Dr. Ohren-Nasen- Halskranke, W30, LandshuterStr. 29, 26 44 67.” Dann folgt ein Kommentar, gelegentlich ein Foto. Geblieben sind vor allem Ärzte und Lehrer in der Hoffnung, es werde schon nicht so schlimm. Schon bevor dieses Telefonbuch erschien, wurde allen Juden zum September 1940 der Anschluß gekündigt, Existenzen weiter vernichtet. Von 160.000 lebten 1941 noch 73.842 in Berlin. Herzfeld wählte im Oktober 1942 den Freitod.
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Das Glück der Mendelssohns. Geschichte einer deutschen Familie, Thomas Lackmann, Aufbau Verlagsgruppe, 576 Seiten, 14,95 Euro
Vom 18. Jahrhundert bis 1938 prägten die Nachfahren von Moses Mendelssohn die Geschicke unserer Stadt als Künstler, Bankiers und Gelehrte mit. Jetzt liegt das Werk von Thomas Lackmann, wir hatten es hier schon ausführlich besprochen, als Taschenbuch vor. Lackmann hat zusammen mit Kulturstaatssekretär André Schmitz im Oktober 2007 die Nachfahren nach Berlin eingeladen. Es kamen 240 aus aller Welt. „Er ist ein Eisenbahn-Mann der neuen Zeit. Durch seinen Willen regiert, wird nächstens ganz Europa durcheinander rutschen.“ Lebendig, sehr politisch, prall voller Kultur.
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Moses Mendelssohn. Begründer des modernen Judentums. Eine Biographie , Dominique Bourel, Ammann Verlag, 800 Seiten, 39,90 Euro
Anton Friedrich Büsching (vergl. unser Buch Berlin 1775 von Büsching) irre, so der Autor Bourel, wenn er mit Blick auf Mendelssohn sage „Die aufgeklärten Juden, welche mitten unter den erleuchtetsten Christen leben, ohne sich zu derselben Religion zu bekennen, sind wahrscheinlich Naturalisten.” Dann zitiert Bourel aus Büsching ausführlich, wie der Große Kurfürst die Juden nach Preußen holte. Bourel ist extrem belesen und Sie werden es nach 688 Seiten Text, wenn man die Anmerkungen wegläßt, auch sein. Vieles ist lockerer als man vermutet. Aus einem Brief Mendelssohns vom 27. November 1784: „Kann Aufklärung schädlich seyn? An und für sich freylich nicht; aber zufälliger Weise, so wie das Sonnenlicht blöden Augen.” Gut zu lesen, philosophisch, religiös, klassisch.
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Die Mittagsfrau, Julia Franck, S. Fischer Verlag, 430 Seiten, 19,90 Euro
„Die Mittagsfrau“ erzählt die Geschichte der jungen Helene, die vor dem Hintergrund zweier Weltkriege mit ihrem Leben überfordert ist. Als ihre große Liebe kurz vor der Verlobung stirbt, heiratet sie in ihrer Verzweiflung einen anderen. Sie bekommt einen Sohn, aber dem Leben als Ehefrau und Mutter ist sie kaum gewachsen. Schließlich trifft sie eine unglaubliche Entscheidung: Sie verlässt ihren Sohn. (alles Spiegel.de) Julia Franck ist die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises, vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum dritten Mal für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres vergeben. Sie wurde 1970 geboren, studierte Altamerikanistik, Germanistik sowie Philosophie, veröffentlichte bislang fünf Bücher und lebt in Berlin.
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Literarisches Berlin 2008, Kalender, Unda Hörner (Hg.), edition ebersbach, 20 Euro
Ein Wochenkalender, das heißt, jede Woche etwas WIRKLICH Neues über Berlin. Nabokov, Klaus Mann, Scheffler, Lotte Lenya, Billy Wilder, Vicki Baum. Das Besprechungsexemplar hängt schon bei mir.
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Karl May in Berlin, Johannes Zeilinger,VdN, 364 Seiten, 19,95 Euro
Karl May war gern in Berlin, er genieße die erquickende Ruhe einer Weltstadt. Aber er litt hier auch, von seiner ersten Frau Emma gequält. May schreibt selbst über Berlin in einer wilden Geschichte über einen Gardelieutenant – so spannend mitten in Berlin wie wir es von Old Shatterhand kennen. Texte von ihm und über ihn. Die kommentierte Zeittafel seiner Berlin-Besuche bildet eine super Grundlage für eine Stadtführung. Wer macht das?
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Berlin. Neue Erkenntnisse zur Gründung und Stadtentwicklung, Hansjürgen Vahldiek, Selbstverlag 2007, 126 Seiten inklusive Bild-CD, 19,80 Euro
Vahldiek legt hier eine CD vor zum Thema „Wie kam es zur Gründung Berlins?” Das Buch erläutert die Abbildungen, es enthält den Begleittext zu 335 Bildern. Die Gründung von Berlin und Cölln ging von einer über die Rathausbrücke laufenden Achse aus, der Spreepaß lag an der Rathausbrücke. Die Stärke Vahldieks liegt in den vielen Experimenten, der neuen, und gründlichen Auswertung aller Daten. Sein Blick ist nicht fachlich verengt, er ist Querdenker, kritisch gegenüber Historienabschreibern.
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Friedhof Dahlem und St.-Annen-Kirchhof. Ein Friedhofsführer, Hans-Jürgen Mende, Debora Paffen, Christian Simon Verlag. Edition Luisenstadt, 84 Seiten,6 Euro
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Abenteuer Kurfürstendamm. Damals und heute, Helga Frisch, Kahmann Druck+Verlag, 224 Seiten, 14,95 Euro
Helga Frisch, 26 Jahre Pfarrerin der Grunewaldgemeinde, Psychotherapeutin, kann aus eigener Erinnerung weit zurückblicken. Vom Knüppeldamm über die 50er Jahre bis zur aktuellen Planung.
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Heinrich Zille. Künstlermappe, 12 Motive, Heinrich Zille, Komet Verlag, 14,95 Euro
Die schönsten Motive wie „Kinder der Straße”, Trockenwohner, Nussbaum, Rodelbahn in der Baugrube, Hinterhofzirkus sowie ein Selbstporträt sind auf starkem Bütten in A 4 so ordentlich gedruckt, daß man die zum Verschenken einer Mappe gelieferten Bilder gleich auch in Standardrahmengrößen hängen kann.
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Königsberg in historischen Ansichten und Plänen, Egon Klemp, Sabine Harik (Hg.), Köhler & Amelang Verlag , 248 Seiten, 19,90 Euro
Was ich hier zu erzählen habe, ist kaum zu glauben. Es ist ja nicht mehr viel da vom alten Königsberg. Auch die neueste Erscheinung der Stadt bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, sagen die Besucher. Eine Handvoll zumeist junger Kaliningrader Historiker hat allerdings während der kurzen Zeit der Perestroika 1989 – 1991 mit Enthusiasmus über den Neubeginn sowjetischer Umsiedler gearbeitet und dabei die ältere Geschichte aufgegriffen. Eckard Matthes (Hrsg.) Als Russe in Ostpreußen heißt dieses vorbildliche Werk.

Königsberg in historischen Ansichten und Plänen zeigt, wie man die Stadt rekonstruieren könnte. Das Buch ist großartig! In der Kartenstelle der Stabi liegt viel, das Bildarchiv Preußischer Kulturarchiv hat Material. Der alte Hafen erinnert an Danzig. Kants Denkmal von Christian Daniel Rauch ging 1945 verloren, die nachgebildete Kopie stiftete Marion Gräfin Dönhoff. Auf dem original erhaltenen Granitsockel stand zu Sowjetzeiten ein anderer Deutscher – Ernst Thälmann. Interessiert das denn da in Kaliningrad überhaupt jemanden? Während ich dieses Buch bespreche, tatsächlich, ruft mich auf dem Handy jemand an: „Ich bin aus Königsberg, wir wollen die Stadt rekonstruieren, zunächst in einem Museum ausstellen, wie es eigentlich war. Dazu suchen wir die Modelle, die Horst Dühring von Königsberg gebaut hat. Das haben wir auf der Homepage von Enno Lenze gefunden, der mich an Sie weitergeleitet hat.” Mit Berlin-Modellen des verstorbenen Horst Dühring fing die Berlin Story an! Wer kann helfen? Wo ist sein Königsberg-Modell?
Direktlink zum Produkt in unserem WebhopMeseberg. Schloss und Dorf, Jörn Lehmann, Edition Rieger, 9,90 Euro
Das Gästehaus der Bundesregierung, früher verbunden mit Prinz Heinrich, Kaphengst, Familie Lessing,restauriert auch von Bildhauer Hoferick, der unsere großen F. II Büsten herstellt.
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Menschen am Sonntag. Das Drehbuchdebut von Billy Wilder, DVD, Ein Stummfilm von Robert Siodmak und Edgar G. Ulmer. Mit den neuen Musikfassungen von Steven Garling und Elena Kats-Chernin, 105 Minuten, 22,80 Euro
Eine Liebesaffäre am Wannsee 1929,restauriert aus Kopien vier europäischer Archive.
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Mittelalterliche Architektur im Preußenland, Christofer Herrmann, Michael Imhof Verlag, 816 Seiten Großformat, 135 Euro
Es geht um den deutschen Orden im heutigen Polen und Russland. Entweder da hat jemand ein Leben lang dran gearbeitet oder es war eine ganze Universität beschäftigt. Unglaublich, diese Materialfülle, die Dichte an Abbildungen. Von der Baufinanzierung über Vorbilder und Wanderbewegungen, über Bischofsburgen und Klosterkirchen im Textteil. Dann folgt der Katalogteil mit 427 genau beschriebenen Objekten von Abschwangen, heute Russland (Tischino) bis Zmiewo in Polen, früher Hohenlinden. „Das Forschungsprojekt wurde von einer Person durchgeführt. Daher war die Beschränkung auf eine begrenzte Zahl von Fragestellungen notwendig.”
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Die Englandreise der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau im Jahr 1775, Johanna Geyer-Kordesch, Nikolai, 287 Seiten, 24,90 Euro
Aus Dessau über den Kanal gesegelt, dann drei Monate mit ihrem Mann, dem regierenden Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau in England. „Sie führten uns nach ihres geliebten Vaters Stiftung, nach einem Haus, welches der Milord einer schon bejahrten Frauensperson überlassen, welche dort arme Kinder erziehet und auf gewissen Art Schule hält.” Sozialstudie, Reisetagebuch, Aufklärung, unterhaltsam, mit Blick für gesellschaftliche Veränderungen.
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Die Bahnhöfe der Berliner Hoch- und Untergrundbahn. Verkehrsdenkmale in Berlin, Landesdenkmalamt Berlin, Imhof Verlag, 198 Seiten, 24,95 Euro
Wir sind immer wieder nach einem solchen Buch gefragt worden, in dem möglichst alle Bahnhöfe beschrieben und abgebildet sind. Dieses Buch geht noch darüber hinaus. Es beschreibt die Entwicklung der Hoch- und Untergrundbahn, die Stamm-strecke, zeigt Fotos von den Bauarbeiten, das frühe Streckennetz. Es folgen Aufbau und Teilung nach 1945, die Bahn während der Mauer und danach. Den Hauptteil bilden die präzisen, schön erzählten Beschreibungen der Bahnhöfe von U1 , U2, U3, U4, U5, U6 und U7, U 8 sowie U 9. Nach der Anzahl der (wenigen) Menschen auf den Bahnhöfen zu urteilen, müßte die BVG längst pleite sein. Aber so lenkt den Betrachter wirklich nichts von diesen Tempeln ab, stimmt schon.
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Berlin Hauptbahnhof, Roland Horn (Fotograf) Alfred Gottwaldt, Falk Jaeger (Autoren), Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 176 Seiten, 34,90 Euro
Klassische Industriereportage vom Bau des Bahnhofs, Architekturfotografie, schöne Bilder vom rasenden, verschwimmenden Zug im statischen Bahnhof. Wie wir einmal die Spree verlegten, wie Beton ins Eisengeflecht gegossen wird, wie nackte Arbeiterhände aus Eisen wirken und wie die Glashalle langsam entsteht, fast zu schwimmen scheint auf der sie umgebenden Spree. Die erste Auflage des Buchs war fertig als der Bahnhof eröffnet wurde. In der zweiten, aktualisierten geht es weiter, aber, komisch, da sind ja immer noch keine Menschen. So sind die Architekten. Immer in schwarzen Klamotten und Menschen stören nur irgendwie.
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Berlin im Licht der Nacht, Berlin by Night, Dieter Grube, 107 Seiten, parthas Verlag, 24 Euro
Ein Rätselbuch für Berliner, denn hier sind kaum einmal Sehenswürdigkeiten abgebildet, stattdessen S-Bahnterrasse mit einem beleuchteten, blauen Fenster gegenüber, Toreinfahrten, langgestreckte Wände großformatige Reklametafeln, verregnet reflektierende Reklamelichter sowie korrekt parkende Kraftwagen. Rote Ampel im Regen vor Kraftwerk. Das leuchtet!
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Flughafen Tempelhof, Frank Schmitz, 139 Seiten, be.bra Verlag, früher 29,90 Euro, jetzt 19,90 Euro (begrenzte Restauflage)
Es gibt Fotos, da laufen noch Schafe rum, eine große Herde, 1900. Noch früher, 1871, nahm Kaiser Wilhelm I. eine Truppenparade auf dem Tempelhofer Feld ab. Luftschiffe sind ab 1897 zu sehen. Karl May hätte sich 1909, als er mit seiner Frau da war, schon ein Flugzeug kaufen können, die wurden vorgeführt und angeboten. Das stammt aber aus dem Karl May Buch. Die Luftbrücke, der schicke Flughafen in den 60er Jahren, fast unverändert bis heute. Das sollen wir also loswerden. Hier bieten wir die Restexemplare an, dann wird dicht gemacht.
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Das große Buch der Interflug, Klaus Breiler, Das Neue Berlin, 256 Seiten , 19,90 Euro
Hier geht es nur am Rande um Technik, sondern um die politische Sicht der Flugkapitäne der Interflug. Sie berichten, wie die Interflug nahezu kriminell abgewickelt wurde, welche Rolle die Interflug in Afghanistan spielte. 1976 holte die Mannschaft einer TU-134A eine Westberliner Reisegruppe aus Kabul ab. Afghanistan, so vermuten die Autoren zu Recht, dürfte besonders interessant sein, weil inzwischen ganz Deutschland am Hindukusch verteidigt wird. Hier wird ausführlich geschildert, wie sich die politische Situation aufgrund der Intervention der USA und Saudi-Arabiens mit hunderten Millionen Dollar pro Jahr zugunsten der Gotteskrieger entwickelte und Russland in die „afghanische Falle” tappte, so US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski. Schöne Fotos, interessante Sichtweisen.
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Bewegende Bilder, Kristina Oberwinter, Deutscher Kunstverlag, 204 Seiten, 48 Euro
Triumph des Willens ist der bekannteste Propagandafilm Leni Riefenstahls und des Dritten Reichs – leider gibt es ihn nicht als DVD. Kristina Oberwinter analysiert die Bildersprache des Films. Mit welchen filmischen Mitteln und mit welchen Bildern konnte Riefenstahl diese Emotionalisierung entfalten? Ganz viel lernt man aus diesem Buch, auch wenn es um die Analyse anderer Filme geht: Affektbrücken, Pathosformeln und emotionale Transmissionsriemen; was ist Atmosphärenregie, wie wird emotional manipuliert, welche Rolle spielen Montage und Musik. Alles sehr gut visualisiert, ein richtiges Filmlehrbuch.
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Berlin entdecken. Der Stadtführer für Kinder, Günter Strempel, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, überarb. Neuauflage, 80 Seiten, 12,90 Euro
Vom ersten Vorlese- bis zum ausgehenden Grundschulalter. Wer die Sendung mit der Maus gern sieht, um endlich etwas von der Raumfahrt zu verstehen, der ist auch hier gut aufgehoben, wenn es darum geht, die Gründung der Stadt einfacher zu verstehen als in dem Buch von Hansjürgen Vahldiek (Seite 10). Auf zwei Zeichnungen sieht man, wie Cölln und Berlin, von der Spree umflossen, auf der Museumsinsel heranwuchsen. „Berlin ist also als eine Art Zwilling auf die Welt gekommen. Lange Zeit war es ganz eng mit seinem Nachbarort Cölln verbunden. Man sprach von der Doppelstadt Berlin-Cölln.“ Der neue Hauptbahnhof wird erklärt, es gibt Puzzle, Rätsel und Witze.
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Die Mauer ist gefallen. Eine kleine Geschichte der DDR, Susanne Fritsche, Deutscher Taschenbuch Verlag, 145 Seiten, 8,50 Euro
Das Buch für die anschließende Altergruppe, 10 Jahre und etwas darüber, also für Kinder, für die die DDR lange vergangene Geschichte ist. „Die Mauer ist gefallen, weil es die Menschen nicht mehr ertragen konnten geteilt zu sein“, Gesine, 10 Jahre. Die Autorin Susanne Fritsche erzählt über sich in der DDR, was sie gelesen hat, was sie geprägt hat. Aber das Buch beginnt mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Teilung, den beiden Verfassungen. Ihre Zeugnisse, Wandzeitungen in der Schule, Wimpel und Anstecker spielen eine Rolle. Alles anschaulich, hätte es doch früher solche Geschichtsbücher gegeben!
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Sandmann, ca. 20 cm, 18,80 Euro
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PittiPlatsch, ca. 26 cm, 16,80 Euro
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Mein Leben im Schrebergarten, Wladimir Kaminer, Manhattan HC, 224 Seiten, 17,95 Euro
Der macht sich lustig über uns und dennoch werden die Bücher gekauft wie verrückt. „Die gemeinsame Vorbereitung auf den Besuch der Prüfungskommission ließ die sonst eher solipsistischen Gärtner der Kolonie kontaktfreudiger als sonst werden. Sie blieben immer öfter an einem fremden Zaun stehen, tauschten Erfahrungen aus und gaben einander Ratschläge, wie man die Kommission überlisten und die Prüfung besser bestehen könne.“ Daß Kaminer in jedem Absatz, in jedem Satz allgemeine Lebenswahrheiten verbirgt und interpretiert und ironisch zuspitzt, das macht ihn so witzig. Er macht sich nicht lustig über uns, sondern über die Menschheit.

Kalender Green Berlin 2008, Gregor Mayntz Photo Art, 29,5 x 29,5 cm, 9,90 Euro
Berlin grün, da denken wir an die Parks und Seen, liegen aber völlig daneben. Der Kalender hat etwas von konkreter PopArt. Grün sind die Tische des Café Einstein, grün die Kuppeln des Doms, und grün ist die Quadriga. Wie es aber kommt, daß auch Willy Brandt, die Statue im SPD-Haus grünt, ist schwer zu erklären. Grün ist der Fummel der brasilianischen Tänzerin beim Karneval der Kulturen und grün sind die Fensterläden der Letzten Instanz. Es fehlt nur als Obergrüne Claudia Roth. (oh Kalau, wie furchtbar).
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Das Alles ist Berlin, Bildband, Herbert Schlemmer, Werner Radasewsky Borges da Silva, F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, Belser Reich Verlag, 175 Seiten, 39,90 Euro
Ein thematisch gegliedertes Buch mit großformatigen Fotos, sehr ordentlich und farbenfroh gedruckt. Am Anfang steht ein mehrseitiger geschichtlicher Überblick. Dann folgen Fotos nach Themen geordnet: Schöne Gärten, Parks und Wasserkunst, die kunstvollen Fassaden der Gründerzeit sowie der Industriearchitektur, Kuppeln und Dome wie im Deutschen Historischen Museum oder bei Sony, schmuckvolle Treppenhäuser, leuchtende Kirchengemälde, witzige Schornsteine und Lichtarchitektur. Wie der Name des Verlags sagt: Eine wunderbare Welt, schön ausgeleuchtet und präsentiert.
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Karl-Marx-Bürste in Rostoptik, eisenbehandelt,ca. 13 cm, 38,80 Euro
„Ein Gespenst geht um in Europa…“ Das Manifest im Januar 1848 geschrieben
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Brandenburger Tor angerostet auf deutscher Eiche, ca. 12 cm, 48,80 Euro
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Die Revolution 1848 – Berlinerinnen und Berliner auf den Barrikaden, Wilfried Löhken, Edition Hentrich, 94 Seiten, 9,90 Euro
Das Buch gibt den schnellsten Überblick zu den Ereignissen in Berlin, ist umfangreich mit Grafiken ausgestattet, wirkt etwas wie ein Schulbuch. Dokumente (Bekanntmachungen des Polizeipräsidenten) und Auszüge aus Zeitzeugenberichten, eine Schilderung der beiden Schüsse am Schloßplatz, den unmittelbaren Auslösern. War es so? Eine große Karte mit den Barrikadenstandorten. Als Überblick gut geeignet.
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Für Freiheit und Fortschritt gab ich alles – Robert Blum, Martina Jesse/Wolfgang Michalka, Verlag für Berlin-Brandenburg, 270 Seiten, 19,80 Euro
Das Bundesarchiv hat eine Ausstellung organisiert über Robert Blum, den bedeutenden Vertreter der Linken in der Paulskirche, in Köln geboren, in Wien von einem Exekutionskommando erschossen. Er vertrat im Vorparlament Zwickau, in der Nationalversammlung Leipzig. Gründlich, umfassend, bißchen akademisch.

1848 – Eine Revolution in Deutschland, Christof Dipper/Ulrich Spreck (Hg.), Insel Verlag, 463 Seiten, 25,80 Euro
Hier erhält man einen Gesamtüberblick, nicht nur Berlin. Baden, Sachsen, Berlin, Wien, Köln und Frankfurt werden einzeln vorgestellt, Adel, Bürgertum, Unterschicht, Frauen, Juden – das alles von Autoren, die zu ihrem Thema ein oder mehrere Bücher geschrieben haben. Weitere Themen sind Nationalbewegung, Kommunikation, militärische Gewalt, schließlich Zerfall und Scheitern. Alles sehr anschaulich, aus den Quellen, nicht akademisch.
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1848 – Die Geschichte von Jette und Frieder, Klaus Kordon, Verlagsgruppe Beltz, 523 Seiten, 9,90 Euro
Für Jungen und Mädchen zwischen 10 (wenn sie viel lesen) und 16, auch zum Vorlesen geeignet, falls es das noch gibt. Die Heldin Jette ist 15, sie lernt den etwas älteren Zimmermann Frieder kennen. Klaus Kordon ist meiner Meinung nach der beste deutsche Schriftsteller für Jugendliche. Es ist ihm gegeben, starke Identifikationsfiguren entstehen zu lassen, die er durch die herausragend recherchierte Geschichte führt. Für 2008 sollten junge Leute in der Altersgruppe das Buch lesen.
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Elisabeth von Preußen, Königin in der Zeit des AusMÄRZens, Dorothea Minkels, DeMi-Verlag, 625 Seiten, 300 Abb., 79,80 Euro
Diese Biographie erhellt das Leben der bayerischen Prinzessin Elise (1801-1873), der Gemahlin des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861). Zwanzig Jahre ihres Lebens wirkte sie an der Schaltstelle der Macht. Das Buch enthält Fakten und beschreibt Zusammenhänge, die nach dem Willen des Königshauses und des Militärs nie an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Sie sind jedoch für das Verständnis der historischen Entwicklung unserer Demokratie von besonderem Interesse. Wegen der engen Verwandtschaft Elisabeths mit Königen und Kaisern aus den wichtigsten Dynastien Europas entstand ein Blick auf die politischen Ereignisse u.a. im Revolutionsjahr 1848 bis zur Kaiserkrönung ihres Schwagers Wilhelm im Jahr 1871. Text und biographische Bildinterpretationen vereinen Geschichte, Kunst- und Religionsgeschichte, Musik, Malerei, Architektur und Sozialkritik miteinander. Im Spiegel seiner Frau entstand ein Beitrag zur erweiterten Sicht auf Friedrich Wilhelm IV.
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Zwischen Schloss und Alexanderplatz. Montageroman aus Berichten von Zeitgenossen über 33 bedeutende Stunden in der deutschen Geschichte, Dorothea Minkels, DeMi- Verlag, 323 Seiten, 19,50 Euro
Die historischen Ereignisse am 18. und 19. März 1848 werden anhand von Zeitzeugenberichten aus verschiedenen Gesellschaftsschichten beschrieben. Der Tatsachenroman fügt die Ereignisse aus der Sicht der handelnden Personen in chronologischer Reihenfolge montageartig zusammen. „Das gesamte Buch besteht nur aus durch Zeitzeugen in Schrift- oder Bildquellen belegten Fakten …“ (S. 4). Der Blickwinkel wechselt dabei ständig von den Geschehnissen auf der Straße zu denen im Schloß, wo Militärs, Minister, Berater und Stadtbeamte wechselseitig und je nach ihrer Interessenlage den König in ihrem Sinne zu beeinflussen suchten, das Militär zurückzuziehen bzw. zu verstärken. Währenddessen wuchsen in den Straßen rund um das Schloß die Barrikaden.
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Das Haus. Die Kulturen. Die Welt. 50 Jahre. Von der Kongresshalle zum Haus der Kulturen der Welt, Bernd M. Scherer, Nicolai Verlag, 191 Seiten, 19,90 Euro
Fünfzehn Autoren kümmern sich um die 50 Jahre, in denen aus der Kongreßhalle das Haus der Kulturen der Welt wurde. Michael S. Cullen, der Amerikaner, der seit 1983 ein Buch nach dem anderen über den Reichstag schreibt (bei uns auch demnächst, ausschließlich über die russische Fahne), über die Entstehungsgeschichte: „Laßt uns etwas bauen!“ – „Was?“ – „Ist egal, Hauptsache wir bauen.“ -“Und wo?“ – „In West-Berlin, in der Nähe zu Ost-Berlin.“ So wurde die Entscheidung getroffen, um die Überlegenheit des amerikanischen Systems mit Meinungsfreiheit und Pressefreiheit gegenüber dem Russen zu demonstrieren. Claus Leggewie sagt, heute sei die Kongreßhalle kosmopolitisch geworden. Es findet sich mehr Gedankenfülle im Buch als man erwartet.
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Das Pergamon Museum Berlin, Doppel-DVD, Besucher-Dienste Staatliche Museen zu Berlin, 150 Minuten, 22,90 Euro
150 Minuten Museumsinsel im Bild, nämlich das Pergamonmuseum, die Antikensammlung, das vorderasiatische Museum sowie das Museum für islamische Kunst. Es führen Sie die Direktoren persönlich. In herausragender Qualität, nämlich HDTV, sieht man mehr als bei einem Rundgang. Mit Verlaub, es ist so ein bißchen wie Fußball im Fernsehen, wo man die einzelnen Spieler besser erkennt als auf dem Platz. Außerdem läßt sich im Film besser verdeutlichen, wie der Turm von Babel wirklich aussah, welche Schlacht der Pergamonfries zeigt. Und man gelangt mit dem Filmteam in Teile des Museums, die man sonst nie sehen würde: Depots und Werkstätten, der Blick hinter die Kulissen.
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Wilhelm von Bode. Zwischen Kaisermacht und Kunsttempel. Biographie, Manfred Ohlsen, Gebrüder Mann Verlag Berlin 348 Seiten, 24,90 Euro
Der Vater hatte kein Verständnis für Kunst, er sollte unbedingt Medizin studieren, wich auf Juristerei aus und kam allmählich immer stärker in den Sog der Museen. Welche Qual bedeutet es, sich von den väterlichen Vorgaben lösen zu müssen. Sein Ehrgeiz trieb ihn. Beim Tod des Malers Menzel, im Alten Museum aufgebahrt, ignorierte der Kaiser Direktor Schöne, dieser trat zurück und Bode wurde Chef. Von da an konnte Bode nahezu ungehindert sammeln und die Museen nach seinen Vorstellungen aufbauen. Biographie aus dem Jahr 1995, neu aufgelegt.
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Nikolassee. Vom Vorort Berlins zum Ortsteil Zehlendorfs, Eckart Henning, Stapp Verlag Berlin, 167 Seiten, 12,50 Euro
Der Bahnhof Nikolassee auf einem Foto von 1902 sieht so verloren aus wie der Hauptbahnhof heute, als hätte ihn jemand aus Versehen irgendwo in die Landschaft gesetzt. Für den langjährigen Herausgeber des „Jahrbuchs für Brandenburgische Landesgeschichte“ war dieses kleine Buch eine Fingerübung in kleinstteiliger Lokalgeschichte. Das gibt es auch anderswo, die Publikationen über ein Haus, eine Straße, eine Siedlung – aber in Berlin mehr, intensiver. Auf dem Friedhof sind bestattet der Ehrenpräsident des P.E.N Richard Friedenthal; Peter Lorenz, vom 2. Juni entführt; der Architekt Hermann Muthesius und Axel Springer.
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Die Liebknechts. Karl und Sophie – Politik und Familie, Annelies Laschitza, Aufbau Verlag, 450 Seiten, 24,95 Euro
Komisch, daß es seit vielen Jahren nichts über Karl Liebknecht gibt. Von Anfang an stellt die Autorin klar, daß Liebknecht und Rosa Luxemburg in der sozialistischen Bewegung mit ungleichen Motiven und Methoden agierten. Beide waren humanistisch gesinnt, vielseitig gebildet, in ihrem Tun und Denken in gründlichem Wissen über die Menschheitsgeschichte verwurzelt. Über Luxemburg veröffentlichte die Autorin 1996 eine große Biografie. Typische Sätze lesen sich so: „Liebknecht sah sich mit seinen Forderungen nach einer umsichtigen und prononciert antimilitaristischen Kampfesweise bestärkt.“ Eine politische Biografie, in der die Familie eine bedeutende Rolle spielt.
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Die Deutschen 1815-1918. Fürstenherrlichkeit und Bürgerwelten, Rolf Hosfeld, Hermann Pölking, Piper Verlag, 526 Seiten, 98,00 Euro
Nach dem Erfolg von »Die Deutschen 1918 bis 1945« und »Die Deutschen 1945 bis 1972«, wird jetzt von Pölking und Hosfeld ein weiteres Kapitel unserer Vergangenheit aufgeschlagen: 1815 bis 1918 – eine spannende Zeitreise zu Fürsten, Bürgern und Arbeitern, wie aus dem gemütlichen Deutschland mit seinen alten Städten, hergebrachten Ordnungen und der Fürstenherrlichkeit ein moderner Industriestaat wird. Von der gepuderten Perücke bis zur Moderne mit Telefon und Büroalltag. Am Anfang tanzt der Wiener Kongreß, am Ende steht der Griff des Kaiserreichs nach der Weltmacht. Einmalige Filmaufnahmen aus dem Archiv Pölking.
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Adventskalender (Pappe), Illustration von Heinrich Zille, 32,5 x 26 cm,5,90 Euro
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Und immer droht der Weihnachtsmann, Ilse Gräfin von Bredow, Scherz Verlag, 224 Seiten, 14.90 Euro
Schöne Weihnachtsgeschichten, leichte Kost, äußerst angenehm serviert. „In jenen nun schon fast sagenhaften Jahren, als Kinder noch nicht Kids hießen, so manche unverheiratete Frau großen Wert darauf legte, mit Fräulein angesprochen zu werden, Kindergärtnerinnen als Tante bezeichnet wurden, liebte ich Geschichten vom Weihnachtsmann und meine Mutter. Natürlich liebte ich auch meinen Vater, aber der war im Krieg …“
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Historiale-Dokumentation 2007,Historiale e.V., 96 Seiten, 9,80 Euro
Die preußischen Reformen als historische Talkshow im Abgeordnetenhaus von Berlin und in Vorträgen. Das
große Fest im Nikolaiviertel, alles voll in Farbe und auf DVD. So wird Geschichte gemacht!
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Bücher für Berlin
Zu allen Bestellungen bis Weihnachten gibt es kostenlos dieses Buch (9,80 Euro) mit Auszügen aus den 25 Büchern, die wir in diesem Jahr gemacht haben.
Mehr Informationen zum Buch:
