Geschichtsvermittlung durch den Historiale e.V.

Der Historiale e.V. hat neue Formen niederschwelliger Geschichtsangebote aufgenommen und weiterentwickelt, immer verbunden mit gründlicher Analyse, Veröffentlichungen oder Tagungen.
Wie Napoleon Berlin 1806 besetzen ließ, inszenierte die Historiale spektakulär mit einem originalgetreu nachgestellten Einmarsch des französischen Kaisers mit seinen Truppen durch das Brandenburger Tor. In der Nikolaikirche fand dazu eine vom Radio Berlin-Brandenburg (rbb) übertragene Diskussion zur Geschichtsvermittlung statt, und es erschienen drei Bücher zum Thema. Die preußischen Reformen fanden als nachgestellte Talk-Show mit Hardenberg, von Stein, Fichte und von der Marwitz im voll besetzten Abgeordnetenhaus statt.
An die Revolution für Demokratie und Meinungsfreiheit 1848 wurde durch die Schlacht um die Königsbarrikade am Alexanderplatz, durch ein Theaterstück im Berliner Rathaus sowie durch die Nachstellung der Aufbahrung der Märzgefallenen auf dem Gendarmenmarkt erinnert.

Die Historiale sammelt Erfahrungen damit, Geschichte zum (medialen) Thema zu machen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu heben. Immer sind die Aktionen mit dem Ziel verbunden, zu gesellschaftlichem Handeln zu aktivieren. Unsere heutige Meinungsfreiheit wurde auch 1848 blutig erkämpft.

Zielgruppe des BERLIN STORY MUSEUMS

Das BERLIN STORY MUSEUM im Berlin Story Bunker (Hochbunker am Anhalter Bahnhof) ist konzipiert für alle Besucher Berlins. Mit unseren zehnsprachigen AudioGuides erreichen wir 93 Prozent der Berlin-Besucher.
Unsere Zielgruppe entspricht damit den Ergebnissen der aktuellen Studie zu den Besuchern der Museen, Gedenkstätten und kulturellen Einrichtungen. Demnach steigt die Tendenz, dass immer mehr junge Besucher kommen. Neben der kontinuierlich zunehmenden Zahl von ausländischen Besuchern wird zudem ein starker Anstieg der Besucher aus Deutschland beobachtet.

Kooperationen

Der Historiale e.V. ist mit den Einrichtungen zur Geschichte und Zeitgeschichte eng vernetzt und steht in stetigem Austausch mit den zentralen Institutionen. Auf jene Einrichtungen und auf  authentische Orte Berlins wird in der Ausstellung direkt hingewiesen, sowie in einer Abteilung am Ende, in der es entsprechende Flyer und weiteres Informationsmaterial gibt. Das BERLIN STORY MUSEUM versteht sich als Eingangsportal in die umfangreiche Historie Berlins:

  • Inhaltliche Zusammenarbeit mit den InfoStores von Visit Berlin
  • Hilfe bei der Ausbildung der Stadtführer bei der IHK
  • Enge Zusammenarbeit mit Stadtführungs- und Rundfahrtsorganisationen
  • Mitgliedschaft in vielen historischen Vereinen
  • Enger Kontakt zu Einrichtungen der Geschichte und Zeitgeschichte
  • Teilnahme an den Veranstaltungen, Tagungen und Messen der Kooperationspartner

Inhaltliche Konzeption

Die zentrale These der Ausstellung lautet „Immer im Werden, nie im Sein – das macht die Dynamik Berlins aus“. Die (europäische) Geschichte des 20. Jahrhunderts wurde in Berlin gemacht. Erster Weltkrieg, Vernichtung der Juden, Zweiter Weltkrieg, Mauer und Wiedervereinigung. Das sind die zentralen Themen. Die Ausstellung nimmt das Tempo Berlins auf und gibt den Geist der Stadt wieder. „Keine Atempause – Geschichte wird gemacht!“.
Da Besucher aus Ausstellungen langfristig Emotionen mitnehmen, nicht so sehr Fachwissen im Detail, sind die Stationen der Geschichte verbunden durch die Leitmotive Berlins:
„Freiheitsliebe“ vom Berliner Unwillen bis zur friedlichen Revolution,
„Tatkraft und Leidenschaft“, weil nach Berlin immer diejenigen kamen, die es in die dynamische Metropole zog.
„Hier hat jeder seine Chance“, weil Berlin sozial durchlässig und neugierig ist.

Biografien

Das BERLIN STORY MUSEUM möchte das Augenmerk auf die handelnden, aktiven Menschen lenken. Kurze Biografien stellen Berliner Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst vor: die Gebrüder von Humboldt, Moses Mendelssohn, Luise von Mecklenburg-Strelitz, Karl Friedrich Schinkel, Otto von Bismarck, Ernst Litfaß, Wertheim, Otto Weidt, Albert Speer, Konrad Zuse, Gail Halvorsen, Willy Brandt, Conrad Schumann, Wolf Biermann …

Kritisches Hinterfragen der Geschichtsdarstellungen

In Berlin gab es im 20. Jahrhundert fünf sehr unterschiedliche Systeme. Jede Herrschaftsform musste durch die eigene Erzählung der Geschichte ihre Gesellschaftsform legitimieren. Berliner haben also einige Übung darin, ihre eigene Geschichte neu zu erfinden. Immer wieder geht die Ausstellung darauf ein, welches Interesse hinter der jeweiligen Geschichtsschreibung steht.

Audiovisuelle Präsentation

Die Ausstellung zeigt große Fotos, bis zu 2,40 Meter hoch, die im Gedächtnis haften bleiben. Sie hat eine klare chronologische Struktur, damit eine durchgängige Erzählung möglich wird.
Die kurzen, intensiven Filme entsprechen zeitgemäßer Informationsaufnahme. Sie sind geschnitten wie in den Online-Präsentationen der großen deutschen Nachrichtenmagazine und legen den Schwerpunkt auf eine knappe, informative Darstellung. Herausragende dokumentarische und historische Filme sowie virtuelle Rekonstruktionen finden dabei Verwendung. Ergänzt werden sie durch Ausschnitte aus den international erfolgreichen Spielfilmproduktionen „Lola rennt“, „Good Bye, Lenin!“ und „Liebe Mauer“.
Die Audioführungen bieten prägnante Erläuterungen und sind qualitativ auf dem hohen Standard der großen Berliner Museen.
Formal ist die Ausstellung schlüssig und übersichtlich aufgebaut. Die klare chronologische Struktur wird ergänzt durch zentrale Schauplätze Berliner Geschichte. Hier wird die Geschichte aus einem Schaubild heraus entwickelt (Brandenburger Tor, Alexanderplatz, Schloss-Areal).

Drehbuch, Ausstellungsgestaltung

Das Drehbuch der Ausstellung stammt von Wieland Giebel. Er hat an mehreren großen Ausstellungen mitgearbeitet oder sie konzipiert, Filme über Berlin gemacht und zahlreiche Bücher über Berlin geschrieben und herausgegeben. Wieland Giebel kennt die Touristen Berlins gut, da er seit 1997 regelmäßig in der Buchhandlung Berlin Story steht und dadurch deren oft sehr spezifische Fragen kennt. Er hat das Geschichtsfestival Historiale aufgebaut und arbeitet in Geschichtsvereinen mit.

Die Inszenierung der Ausstellung übernimmt die bekannte Filmarchitektin Monika Bauert. Sie hat an mehr als sechzig Filmproduktionen und mehr als 80 Theaterproduktionen mitgewirkt, angefangen bei der Erfolgsproduktion „Das Boot“. Monika Bauert ist historisch bewandert, war lange im Vorstand der Deutschen Filmakademie und hat ein Gefühl für einprägsame Bilder.

Ein Projekt des Historiale e.V., gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin