Archiv für Januar 2005
Sonntag, 30. Januar 2005
"Ich habe im Internet gelesen, daß Sie ein neues Buch über Schloß Monbijou haben. Wo liegt denn das?" – Und schon fängt das Gesuche an. Nicht bei Schlössern, sondern bei Bildbänden. Aha. Und dann sagt der Kunde: "Ach, es gibt ja noch genug Häuser Unter den Linden, wo Sie mal hinziehen können."
Sonnabend, 29. Januar 2005
"Ich war voriges Mal hier, als Ihre Mutter Geburtstag hatte." – "Ende Juni? Das ist aber schon lange her." – "Ja, da haben Sie gesagt: Liebe Gäste, wir haben jeden Tag für Sie geöffnet, auch am Sonnabend, auch am Sonntag. Und normalerweise sind wir ganz flexibel, aber heute will ich noch zum Geburtstag meiner Mutter." Genau. Das war haargenau der Wortlaut. Und weil sich so ein Quatsch einprägt, sagen wir gern so einen Quatsch.
Freitag, 28. Januar 2005
Das war endgültig der letzte Abend für uns in UdL 10. Der Bundesinnenminister lobte das wunderbare Sienarot, das ihm gleich beim Eintreten in diese Räume empfangen habe, unser Sienarot, in das wir vier Jahre glücklich eingebettet waren. Er als alter Freund Italiens, besonders der Toskana, hat sich ganz an diese Wärme erinnert gefühlt. Tja, Otto, damit ist jetzt Sense. Otto Schily hat sich persönlich dafür eingesetzt, daß dieses Projekt gelingt, daß das Pilotprojekt italienischer Außenhandelsförderung nach Berlin kommt und nicht nach Moskau oder Shanghai. Ehrlich gesagt, wir hätten Schanghai viel besser gefunden für die Italiener. Wir wissen ja, daß sie gern nach Berlin kommen und den Potsdamer Platz ansehen, neue Architektur sehen und etwas über Friedrich den Großen wissen wollen. Wir haben sie so lieb, daß wir italienisch lernen. Echt. Aber Schanghai wäre auch spannend gewesen, viel dynamischer, diese wirtschaftlichen Chancen – und wir hätten in den Sienaroten Räumen bleiben können. Der Innenminister war bisher ja nie bei uns. Im Gegensatz zu seiner Cousine, einer regelmäßige Besucherin der Buchhandlung und im Gegensatz zum Bundesaußenminister.
Der italienische stellvertretende Wirtschaftsminister, Prof. Mario Baldassarri, möchte nicht nur Produktion, Wirtschaft und Industrie zusammenbringen, er sieht dieses Projekt als Teil der Verantwortung Europas für eigenständiges Auftreten, für soziale Gerechtigkeit, Chancen, Demokratie und Frieden. Es hörte sich so an, als sei er eben von einer Privataudienz im Vatikan gekommen und hätte mit Berlusconi nicht viel am Hut.
Herr Strieder konnte seinen Prosecco in aller Ruhe trinken. Er wurde nicht umlagert wie früher. Wir haben nur etwas Wehmut, weil es so schön hier war. Aber natürlich kann das Haus nicht auf Dauer fast ungenutzt bleiben. Enge Beziehungen zu Italien finden wir auch gut. Wir wünschen dem Projekt und allen Beteiligten nur Gutes, in Hülle und Fülle.Der verwackelte Redner zwischen dem Bankeranzug und der Glatze ist Otto Schily, der Bundesinnenminister. Rechts von ihm führt die Treppe hoch in Cookies ehemaliges illegales Restaurant, später in unsere Berlinausstellung.
Frische Blumen als große Buketts, ein Kronleuchter und Diskobestrahlung verwandeln unsere ehemalige Buchhandlung in einen warmen Empfangssalon.
Donnerstag, 27. Januar 2005
Unsere Homepage, auf der Sie sich gerade befinden, ist ja schon ganz schön umfangreich. Aber noch doller treibt es der Verein für die Geschichte Berlins. Da findet man jetzt an die 600 Seiten zur Geschichte Berlins, manchmal ziemlich lange, immer äußerst informative oder spannende Seiten. Gestern abend wurde die neue Homepage in historischem Ambiente vorgestellt, im Zentrum für Berlinstudien im Ribbeckhaus in der Breiten Straße gleich hinterm Schloß, wo jetzt der Palast steht. Zurück zum Thema. Unser Webmaster Joest Feenders, also der Mann, der unsere Internetseiten betreut, kümmert sich jetzt auch um die Seiten des Vereins für die Geschichte Berlins – www.DieGeschichteBerlins.de. Der Verein ist jetzt gerade 140 Jahre alt. Wer auch immer etwas substantielles zur dieser Stadt zu sagen oder schreiben hatte, kam aus dem Verein oder hatte mit dem Verein zu tun. Derzeit schreibt Dr. Gerhild H.M. Komander sehr viel. Frau Dr. Komander und Herr Feenders sind jetzt ein eingespieltes Geschichtsteam geworden. Und es kommt noch doller. Morgen tagt der Bürgerverein Luisenstadt. Wen möchte dieser Verein als Webmaster? Natürlich, Joest Feenders, den Berlin Experten für historische Fragen und das Internet.
Mittwoch, 26. Januar 2005
Unsere fernsehenden Mitarbeiter waren entschieden im Vorteil, sie sind es fast immer, wenn es um Promis geht. Diesmal kam die Bestätigung durch die Berliner Morgenpost, die das neue Projekt des Regisseurs Helmut Dietl auf der Gesellschaftsseite beschrieb und ein großes Foto von ihm veröffentlichte. Da ging mir dann auch ein Licht auf. Dietl, der Schtonk und Rossini und jetzt "Vom Suchen und Finden der Liebe" gemacht hat, möchte einen Film über die Gesellschaft in Berlin drehen. "Auf der einen Seite ist da die Großmannslust der Berliner, auf der anderen ihre tiefe Herzlichkeit. Diesen Kontrast zwischen den Möchtegern-Kosmopoliten und der fast herzigen Provinzialität gibt es nirgendwo sonst", sagte er der Zeitung. Bei uns war Helmut Dietl schon zweimal. Und jedesmal ziemlich lange. So echt außergewöhnlich ist das nicht. Viele Leute vom Film decken sich bei uns mit Berlinmaterial ein.
Dienstag, 25. Januar 2005

Max Riemelt (Napola) mit seinem Freund Till Lenze, der ihn ursprünglich zur Berlin Story gebracht hat. Max besucht uns eigentlich immer, wenn er zwischen den Drehs in Berlin ist und etwas Zeit hat. Damit macht er uns allen eine große Freude. Anschließend waren wir Sushi essen. Max war ganz ausgehungert und sehnte sich nach den schönen zarten runden knackig frischen und doch irgendwie immer noch exotischen Leckereien in diesem hervorragenden Restaurant in der Mittelstraße.
Am Abend fand im neuen Laden die erste Versammlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Wir sind der Meinung, daß der Aufbau des Ladens so funktioniert. Es ist nach etwas wenig lebendig, etwas steril, eben so, wie wenn man neu in eine Wohnung zieht. In den kommenden Tagen werden wir den Laden ausschmücken: Die Poster kommen an die Wand, die Schilder werden aufgehängt und die Werbung kommt vorn an den Laden. Unser Ziel ist, zur Eröffnungsfeier am 3. Februar alles fertig zu haben. Wenn die Fassade so ist, wie wir es gern möchten, machen wir ein Foto und können damit den neuen Flyer in Druck geben. Hinter den Kulissen geht immer noch der Ausbau weiter. In der Büroetage wurde heute der vorerst letzte Computer ans Netz angeschlossen. Das ist der, an dem die Mitarbeiterinnen in der Mittagspause ihre Mails checken und Theaterkarten bestellen können.
Donnerstag, 20. Januar 2005
Das Bildungsfieber ist ausgebrochen, nachdem das neue Programm des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ankam. Für Seminare in den nächsten Monaten haben sich zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemeldet. Es gibt Veranstaltungen zu Themen wie „Bücher machen: Planung“ – „Praxisbericht aus dem Museumsbuchhandel“ und „Wie kommt das Buch zum Film“. Da bin ich ja gespannt, wer von uns das erste Drehbuch schreibt.
Mittwoch, 19. Januar 2005
In der aktuellen Diskussion geht es darum, ob wir die gelben Namenschilder, die jeder trägt, „Berlin Story, Susanne Mustermann“ um relevante Daten ergänzen, damit sich immer wiederholende Fragen im Vorfeld geklärt werden. Da könnte dann draufstehen: „Single, hetero“.
Dienstag, 18. Januar 2005
Es ist ja nicht so, daß wir damals noch keine Kunden gehabt hätten oder besonders klein waren. Auf dem kleinen – leider etwas unscharfen – Foto sehen Sie die Berlin Story im Jahr 1999 in den Räumen, in denen wir jetzt wieder sind.
Zur Erinnerung oder als kleine Geschichtsstunde: Im Jahr 1701 wurde am heutigen Tag Preußen gegründet, als Friedrich sich in Königsberg die Krone aufsetzte.
Sonnabend, 15. Januar 2005
Erst war die Abendschau vom RBB da, kommt heute abend, anschließend hatten wir einen Life-Beitrag auf Radio 88,8.

Sonnabend und der Laden füllt sich. Wir sind erleichtert.
Mittwoch, 13. Januar 2005

Max Riemelt. Karrierestart in der Berlin Story. Heute Filmstart als Hauptdarsteller in der Rolle des Friedrich Weimer im Film NAPOLA, Elite für den Führer. Das hört sich zwar gut formuliert an, stimmt aber nicht. Richtig ist, daß Max bei uns ein Praktikum gemacht hat. Er wollte damals, 1999 oder 2000, schon Schauspieler werden und suchte als Schüler eine nicht zu stressige Möglichkeit, zwei Wochen Schulpraktikum hinter sich zu bringen. Sein bester Freund Till vermittelte ihm den Job. Aber seine Karriere hat sich Max dann schwer erarbeitet, mental, schauspielerisch, rein körperlich, das kann man sehen. Er spielt einen jungen Mann, der sich aus kleinbürgerlicher Enge im Wedding befreit, indem er die Chance nutzt, zur Eliteschule der den Nazis zu gehen. Wie aus der Begeisterung allmählich Zweifel entstehen, wie sich das Verhältnis der jungen Männer untereinander entwickelt und wie die gnadenlosen Nazi-Erwachsenen sie drillen und als Kanonenfutter vorsehen, stellt Max (und das Drehbuch) überzeugend dar. Wir waren mit seinen Freunden in der Premiere in Berlin im Colloseum in der Prenzlauer Allee und sind tief beeindruckt.
In der Vorbesprechungen der Presse wurde der Film vom Tagespiegel verrissen. „Pseudoprovokanter Nazigrusel, banales Pubertätsdrama an einer NS-Eliteschule.“ Ich bin in meinem Leben immer wieder Klugscheißern begegnet, deren Lebenserfahrung gerade für das bedienen von Word gereicht hat. Der Filmrezensent der Berliner Morgenpost dagegen ist in verkanntes Drehbuchgenie, der die Gelegenheit nutzt, den Autoren zu sagen, wie sie es besser hätten machen sollen. Und der zudem den Schauspieler Max Riemelt und dessen Rolle verwechselt – oder der Journalist hat es nicht so mit der deutschen Sprache. „Irgendwann muß sich Max Riemelt entscheiden …“, heißt es in der Morgenpost. Nein, im Film muß sich Friedrich Weimer entscheiden. Macht nichts, denn einer, der selbst den Drill auf einer nationalsozialistischen Erziehungsanstalt NAPOLA erlebt hat, findet den Film „gut, effektsicher, hervorragend gespielt“. Und das ist Hellmuth Karasek, der jetzt nicht mehr für den Tagesspiegel, sondern für die Morgenpost schreibt. Karaseks Erfahrung und seine Meinung zum Film kann man lesen unter.
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/01/11/feuilleton/727696.html
Montag, 10 Januar 2005, Umzugstag
Impressionen von unserem Umzug. Wir haben eine kleine Bildergalerie zusammengestellt.
Noch mehr Fotos. Die Berlin Story während der Inventur und des Umzugs.
Sonntag, 9. Januar 2005
Der Zustand des alten Ladens einen Tag vor Umzug: Die Kunden merken noch nichts, obwohl wir bereits anfangen, Inventur zu machen, nämlich unter den Tischen und in den Ecken zählen. Am Nachmittag kommt Imke Schuster und macht Inspektion. Am Sonntag! Und der Zustand des neuen Ladens: Alles ist fertig. Wie ein Wunder. Holger ist mit seinen Leuten da. Am Sonnabend wurde der vordere teil des Ladens gereinigt, heute der hintere. Wir stellen den Kassen- sowie den Infotresen und das CD-Regal auf. Am Abend glänzt der Laden, alles funktioniert und ist bereits für den Umzug.
Sonnabend, 8. Januar 2005
Die Berliner Morgenpost berichtet auf der Titelseite des Berlinteils in großer Aufmachung: „Touristen bringen Berliner Wirtschaft in Schwung“. Darin wird errechnet, was die Besucher der Stadt in Heller und Pfennig hierlassen (im Durchschnitt 44,99 Euro) und wie sich das auf die Steuereinnahmen der Stadt auswirkt. Knapp sechs Milliarden Euro Bruttoumsatz soll der Tourismus im Jahr 2003 gebracht haben, 12, 8 Prozent mehr als im bisherigen Boomjahr 2000. Schön in der Mitte der Seite wird in einem Kasten auch die Berlin Story zitiert unter der Überschrift: Die Hälfte der Kunden sind Berlin-Besucher. „Die Hälfte meines Umsatzes bringen mir die Touristen“, sagt der Inhaber von Berlin Story, Wieland Giebel. Der ehemalige Entwicklungshelfer, der zahlreiche Reisebücher verfaßte, schaffte es binnen weniger Jahre, die größte Buchhandlung für Berlin-Bücher zu erschaffen. In einer Woche zieht er von der Charlottenstraße an die Adresse Unter den Linden 10.“ Das ist schön, wir freuen uns, und auch fast richtig, die Kunden werden schon merken, daß wir UdL 40 ziehen. Mit hat am besten gefallen, daß im Hintergrund des (meines) Porträts unser schönes ziegelrot der Wand zu sehen ist. Das haben wir ja leider im neuen Laden nicht mehr, weil manche meinen, das würde zu bunt. Ich finde das farbenfrohe ja gut. Durchgesetzt hat sich aber die (zeitgemäß) puristische Fraktion. Noch zwei Tage. „Junge, schafft ihr das denn überhaupt?“, fragt meine Mutter. Wird schon klappen. Hat immer alles geklappt. Die einzelnen Teams sind so gut und selbständig, daß alles wie am Schnürchen läuft.
Donnerstag, 6. Januar 2005
Die Baustelle Unter den Linden 40 entfaltet ihre volle Dynamik. Mehr als zehn Mitarbeiter bringen Regale an, machen die drei Fernsehräume fertig, in denen der Film laufen wird, basteln neue, zusätzliche Toiletten, lassen ohne tiefschürfende Planung die Konstruktion für die vier Fernseher entstehen, die Richtung Schaufenster gerichtet sind. Das alles verläuft in guter Atmosphäre, reibungslos und flott. Die Ausstellung zur Geschichte Berlins hängt bereits. Heute sind auch die Büros der Abteilungen Grafik Design und Webshop umgezogen in die erste Etage über den Laden, wieder ein echtes Paradegeschoß.
Je näher der Umzugstermin des Ladens rückt, desto herzlicher sind die guten Umzugswünsche der Kunden, gelegentlich vermischt mit Unverständnis dafür, daß wir aus diesen schönen Räumen raus müssen. Aber so ist das. Mit unseren Büchern können wir nicht mithalten gegen den italienischen Außenhandel. Gut ist doch, wenn das Haus in Ordnung gebracht wird. Nächstes Thema: Es passiert immer wieder, daß Kunden nach Geschäftsschluß kommen. Offiziell haben wir bis 19 Uhr auf, meist aber bis 19.30 Uhr. Die Kunden meinen aber, wir hätten bis 20 Uhr auf. Wir werden uns also diesem unterbewußten Vertrauen in unser Leistungspotential, das der Mitarbeiterinnen genaue genommen, anpassen. Demnächst ist immer bis 20 Uhr auf. Wir kündigen an ab wann.
Mittwoch, 5. Januar 2005

Zum neuen Jahr erhielten wir eine Karte von Gertrud Rhades, die unsere Bärchentreppe als Motiv der von ihr verschickten Neujahrgrußkarte verwendete und dazu dieses schöne Gedicht schrieb:
Die Bärenschar
grüßt aus Berlin
zum Neuen Jahr
mit Disziplin.
Vertreter ist der Meister Petz,
in jeder Form wird er geschätzt:
Auf Aktensiegeln, Brückenpfosten,
als Gummibär’n, die wenig kosten,
auf Fahnentuch im Winde wehend,
fast immer auf zwei Beinen gehend.
Mal bärengroß und imposant
vertritt er mächtig unser Land:
aus Stein, aus Bronze – würdevoll –
doch auch in Kunststoff, bunt und toll.
Mal hat man lieber ihn „in Klein“
zu Haus’ als Nippes auf dem Schrein.
Und solche sind hier angetreten;
sie kommen segnend uns entgegen.
In Fünferreih’n, in Formation
leuchten die Farben der Nation.
Dazu dann noch das Weiß und Blau,
putzmunter, und mitnichten grau.
Mit Heilsgebären zu Neujahr
grüßt fünfundzwanzigmal die Schar
hier aus Berlin – mit Disziplin.
Dienstag, 4. Januar 2005
Wir begehen den neuen Laden und das gesamte Haus sowie den Hof mit den Sicherheitsbehörden, der Polizei und einem Vertreter des Senators des Inneren. Direkt hinter der Berlin Story auf der anderen Seite der Mittelstraße befindet sich die amerikanische Botschaft. Da bedarf es einiger Absprachen, um die gegenseitigen Sicherheitsinteressen gut zu berücksichtigen. Wir erhalten Unter den Linden eine Anlieferungszone, damit wir von unseren nicht über die Mittelstraße versorgt werden müssen. Wir freuen uns, daß alles so gut und freundlich klarging. Wir freuen uns auch, jetzt für unsere Stammkunden aus der amerikanischen Botschaft noch besser erreichbar zu sein.
Globalisierung der Bärchenwelten
Weiter mit Amerika und der. Cheri und Steve Thomas waren im Sommer in der Berlin Story, haben diese T-Shirts gesehen, und im Kopf entstand bei Ihnen dabei bereits das Weihnachtsfoto. Dann haben sie im Juli mit all den Enkeln (Abigail, Tim, Natalie, Micah, Daniel, Jacob, Trenton, Rebekah) dieses wunderbare Foto gemacht und uns jetzt als Weihnachtsgruß in alle Welt verschickt.
Sonntag, 2. Januar 2005
Heute sind mehr junge Leute im Laden. Die sind inzwischen aus dem Koma-Zustand nach Silvester erwacht, wenn auch die Augen noch überwiegend glasig erscheinen.
Die Frage, wo eingehende Ware im neuen Laden ausgepackt wird, interessiert zwei Mitarbeiterinnen, ohne daß eine richtig gute Antwort erfolgt. Dann hört man sie tuscheln: „Alt-68er. Mit Planen haben sie es nicht so. Immer nur auf Demos gewesen. Wir als Kinder sind davon bis heute traumatisiert.“
Sonnabend, 1. Januar 2005
Unserem traditionellen Motto: „Vor der eigenen Tür kehren“ konnten wir am Neujahrsmorgen noch eben so gerecht werden, bevor dann ab Mittag die Besucher Unter den Linden strömten. Die Stadtreinigung macht sehr gut und sehr schnell alles sauber. Für uns bleibt aber immer noch genug Arbeit mit kleinen Scherben und Zigarettenkippen. Aufgrund des Ansturms mußten wir heute zeitweise einen Schlangen-Entertainer einsetzen, der die Schlange wartender Menschen vor der Kasse unterhielt. Eigentlich möchten wir, daß an der Kasse niemand mehr als eine Minute wartet. Heute waren es bis zu drei Minuten. Im neuen Laden werden wir zwei Kassen haben.