Geschichte

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Die ausführliche Geschichte können Sie im Buch „Anhalter Bunker Berlin“ lesen.

Der Bunker des Anhalter Bahnhofs, kurz Anhalter Bunker, wurde 1943 in zehn Monaten Bauzeit errichtet. Er war durch Tunnel mit dem Anhalter Bahnhof verbunden. Durch das unterirdische Schienennetz in Berlin konnte man den Anhalter Bunker somit auch von anderen Bahnhöfen aus erreichen. Auf fünf Etagen (drei überirdisch, zwei unterirdisch) bot er auf 6.500 m² in rund 100 Räumen Schutz.

Er sollte den Angestellten und Reisenden des Anhalter Bahnhofs im Falle von Luftangriffen Schutz gewähren. Der Anhalter Bahnhof war damals einer der größten Bahnhöfe Europas. Der Plan sah vor, dass etwa 3.500 Menschen im Bunker Zuflucht finden konnten.

Nachdem der Bunker seine Sicherheit unter Beweis gestellt hatte, drängten auch die Anwohner aus der Umgebung in den Bunker. Somit fanden bis zu 12.000 Menschen Zuflucht. Da die Zugänge für so viele Menschen nicht ausgelegt waren, dauerte es sehr lange, bis alle Leute in den Bunker bzw. wieder hinaus kamen. Zusätzlich wurden die Luftangriffe häufiger und dauerten länger an. Daher bleiben die Menschen oft länger als die ursprünglich geplante Zeit, im Bunker – am Ende bis zu sieben Tage und Nächte.

Anhalter-Bahnhof-mit-Bunker-1943-gedreht_4621943: Der Bunker (rechts) befand sich direkt am Anhalter Bahnhof. Er war durch zwei Gänge mit dem Bahnhof verbunden.
Der Bahnhof erstreckte sich vom Portal, das heute als Ruine erhalten ist, bis fast zum Tempodrom.
Heute befindet sich (etwa) auf der ehemaligen Bahnhofsfläche ein Sportplatz.

1945: Der Bunker (unten) steht, der Anhalter Bahnhof ist zerbombt. Er wird später abgerissen.

Bunker_Anhalter_Inspektion-nach-Flutung_4621945: In den letzten Tagen des Krieges, am 2. Mai 1945, nachdem Hitler bereits Selbstmord begangen hatte, sprengt die SS den S-Bahn-Tunnel unter dem Landwehrkanal und setzt damit den Verbindungsgang zum Bunker unter Wasser.
Die “Russen”, die Rote Armee, sollen den Tunnel nicht zum Vormarsch nutzen können.
Viele Menschen kommen bei der Flutung um. Hier wird bei der ersten Fahrt nach dem Ende des Krieges von einem Boot aus die Lage kontrolliert.

Anhalter-Bahnhof-19461945: Der Bahnhof hätte wie viele Gebäude in Berlin wieder aufgebaut werden können. Der Bahnverkehr nach Westen ging aber über den Bahnhof Zoo.

Berlin, Ruine des Anhalter Bahnhofes1951: Die Bedeutung des Bahnhofs nahm ab. Im Mai 1952 wurde der Verkehr vollständig eingestellt.

1983: Vom Anhalter Bahnhof ist bis auf das Portal nichts mehr zu sehen. Der Bunker (Bildmitte) bleibt erhalten. Er dient während des Kalten Kriegs als Lagerort für die “Senatsreserve”, also für Lebensmittel, die nach der Erfahrung der Berliner Blockade und der Luftbrücke eingelagert werden, um die Bevölkerung (West-)Berlins jederzeit versorgen zu können.
(Der Görlitzer Park war zu jener Zeit Lagerplatz für Kohle.)