| Berlin Story | 24. Februar 2017

Dussmann Neueröffnung — Housewarming Party


Es wirkt wie ein Kindergeburtstag, aber es ist viel mehr.

 

Das gesamte Kulturkaufhaus ist umgebaut worden, bei laufendem Betrieb.

 

Die Mitarbeiterinnen planten mit – das ging über viele Jahre.

 

Catherine von Fürstenberg-Dussmann (rechts) zeigt mir die neu internationale Kinderbuchabteilung – ihre Idee.

 

Ich treffe mehrere Mitarbeiterinnen, die im Laufe der vielen Jahre von der Berlin Story zu Dussmann gegangen sind, teils dann noch weiter wanderten.

 

Mehrere sind Abteilungsleiterinnen.

 

Die Bücher des Berlin Story Verlags sind in alen Abteilungen gut präsentiert.

 

 

DANKE!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



| Allgemein | 24. Februar 2017

Wilhelm von Boddien als Gast von Paul Spies bei „Berlin-Machern“



Wilhelm von Boddien wird im Märkischen Museum von Paul Spies als einer der Berlin-Macher vorgestellt.
Von Boddien berichtet, wie er im Alter von 19 Jahren für seine Schülerzeitung aus Hamburg nach Berlin kam – direkt nach dem Bau der Mauer. Eine Szene setzte sich bei ihm fest, wie ein Pärchen in Hochzeitskleidung auf einer Seite der damals noch niedrigen und oben mit Stacheldraht bespannten Mauer stand, auf der anderen Seite beide Elternpaare, alle Tränen in den Augen und daneben ein blutjunger Grenzsoldat mit Kalaschnikow, der aufpassen musste, dass sie sich nicht die Hand geben und der wiederum vom Wachturm aus unter Beobachtung stand.

Später fuhr er in den Osten und fragte in der nähe des riesigen, leeren Aufmarschplatzes, was das ist oder war. So erfuhr er vom Schloss. So ging es los. Jetzt ist das Schloss bald fertig und wird übergeben. Das Schloss gibt es nur, weil Wilhelm von Boddien sich unermüdlich dafür eingesetzt hat. Paul Spies gehört zu den ersten Nutzern, er baut mit einem Team die Berlin-Präsentation – Berlin und die Welt. Im Märkischen Museum wird es ab etwa 2023 um Berlin mit Innensicht gehen.

 

Was dann über die Situation im Humboldt Forum zu erfahren ist, macht nicht optimistisch. Die Kuratoren wissen jetzt schon. um welche Themen es gehen wird. Das Humboldt Forum soll Katalysator für Weltbürgerschaft sein.
Von Boddin runzelt die Stirn: Keep it simple. Für ihn ist nicht verständlich warum das erste Diskussionsthema für die Entwicklung des Humboldt Forums der § 175 ist, der Homosexuellen-Paragraph. Er frage sich, ob das eine zentrale Frage von Berlin im Verhältnis zu Welt sei.

Es scheint, bekommt man den Eindruck, dass immer noch kein tragende Konzept für das Humboldt Forum vorhanden ist. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einrichtungen und die mit Neil MacGregor hat sich wohl immer noch nicht intensiviert. Paul Spies will Menschen die Möglichkeit geben, sich in der Berlin-Präsentation darzustellen. Dafür sollen einige Räume leer bleiben. Man will mit Formaten zum Beispiel nach Neukölln gehen und Menschen von dort ins Humboldt Forum bringen.

Von Boddien legt nahe, den Eintritt ins Humboldt Forum kostenfrei zu gestalten. Spies argumentiert, dann wolle die Museumsinsel, die anderen Berliner Museen und alle in Deutschland das auch so haben. Der Gast kommt darauf hin nicht mehr oft zu Wort. Die Diskussion um freien Eintritt nimmt großen Raum ein. Von Boddien mahnt, das sei ja nur eine Randfrage. Gut wäre, würde geklärt, welche Grundidee das riesige Gebäude trage. Viele von Wilhelm von Boddiens Anhängern sind eigentlich ins gut besetzte Märkische Museum gekommen, um ihn zu hören.

 

 





| Berlin Story Bunker | 21. Februar 2017

Hitler – wie konnte es geschehen — die Dokumentation zum „Dritten Reich“


Dutzende Ausstellungstafeln, eine Palette Fernseher und ein Umzugskarton voller Mediaplayer kommen im Berlin Story Bunker an – ein bisschen wie Weihnachten.

 

Erstmal machen wir aber nur Licht- und Stellproben mit den Tafeln.

 

In der kommenden Woche werden die Tafeln montiert.

 

Klingt, als sei man dann fertig. Aber der schwierige Teil der Gestaltung geht dann erst los.

 

Im Mai eröffnet die Dokumentation über drei Etagen des Bunkers.




| Berlin Story Bunker | 19. Februar 2017

Anden oder Alpen — ist doch egal — Hitlers Ferienhaus in Argentinien


Noch ein Beitrag zum Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“. Dieses Foto ist nicht aus dem Film, sondern aus einem Buch zum gleichen Thema, dass nämlich Hitler in Argentinien überlebt haben soll. Jan von Helsing und Stefan Erdmann stehen vor dem Haus, in dem Hitler lange Zeit in Argentinien in den Anden gelebt haben soll.  Aus dem Kamin des Hauses qualmt es. Da ist also jemand anwesend. Sie stehen einfach da, touristisch bekleidet, warme Sachen, es ist kalt in den Anden. Offensichtlich sind sie da ganz einfach hingegangen. Es sieht jedenfalls nicht so aus, als seien sie geschwommen.

 

Im Film „Hitlers Flucht“ wird diese Grafik eingeblendet. Man sieht, wie schwer man an das Anwesen herankommt, nur übers Wasser. Das Boot hält versteckt hinter einer Insel, damit man es vom Haus aus nicht sehen kann. Dann schwimmt ein Kampfschwimmer auf das Grundstück. Spannungsmusik. O-Ton im Film: „Das Abzeichen der Spezialkräfte zeigt, was wir können, an Land, zu Wasser und in der Luft. Wir müssen äußerst vorsichtig sein. Wir sind nicht auf einem Fronteinsatz. Wenn man hier auf uns schießt, können wir nicht zurückschießen.“

 

Guckt man dann bei Google Maps, stellt sich die Situation ganz anders dar. Unmittelbar am Haus vorbei führt eine Fernstraße. Es sind nur wenige Schritte von der Straße zum Haus, vielleicht etwas mehr als 100 Meter.

Im Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ hechtet ein Kampfschwimmer vom Boot und taucht unauffällig an das Anwesen heran.

Im Film: Das Inalco-Haus in „Hitlers Flucht“. Es wird nur von Ferne gezeigt, weil man an dieses geheimnisvolle und gut gewachte Haus angeblich nicht herankommt. Der Kampfschwimmer musste aufgeben, er kommt unverrichteter Dinge zurück, weil ihn jemand gesehen hab.

Im Film: Der Kampfschwimmer pirscht sich dann an das Haus heran. Er entdeckt eine Rampe, an der Wasserflugzeuge herausgezogen werden können. Es gibt kein Bild, auf dem der Kampfschwimmer zusammen mit dem Haus zu sehen ist.

Den Autoren des Buchs „Hitler überlebte in Argentinien“ scheint es kein Problem gewesen zu sein, sich vor dem Haus gegenseitig zu fotografieren- Seite 293 des Buchs.

„Hitler überlebte in Argentinien“ – die Autoren dieses ausführlichen Buchs werden im Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ nicht erwähnt. Sie stehen in Konkurrenz zu den Verschwörungstheoretikern, die beim Film mitgemacht haben.

Gestern, am Sonnabend, habe ich im Berlin Story Bunker zwei Führungen „Dokumentation Führerbunker“ gemacht.

 

Erst geht es dabei um die apokalyptischen Tage im Anhalter Bunker am Ende des Zweiten Weltkriegs und anschließend um die Situation im Führerbunker. Goebbels hatte alle Lebensmittelvorräte freigegeben, es gab Champagner, Endzeitstimmung.

 

Gestern waren Besucher aus Deutschland, England, Irland, Japan. der Schweiz, Italien, Frankreich und Dänemark da. Als es dann am Modell des Führerbunkers um das Ende Hitlers ging, kam wieder die Frage auf, ob es sein könnte, dass er nach Argentinien entkommen ist.

 

Fast immer beruht diese Frage auf der achtteiligen Serie „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ einer amerikanischen Produktionsfirma. Der Film lief in Deutschland zum Beispiel auf n-tv. Der Vertrieb der Firma verkauft in 160 Länder, daher haben so viele zeitgeschichtlich interessierte Menschen ihn gesehen.

 

Deswegen gehe ich hier nochmal auf den unglaublichen Mist ein, der den Menschen in dieser (technisch gut gemachten, überzeugenden) Produktion vorgesetzt wird.

 

Die Zuschauer werden in diesem Film gleich mehrfach verschaukelt. Erstens mit dieser Verschwörungstheorie überhaupt – siehe dazu meine beiden vorigen Blogposts. Es ist völliger Unsinn, dass Hitler entkommen sein könnte. Er nahm sich – wie lange und mehrfach und direkt zuvor – angekündigt das Leben. Gift und Schuss in den Kopf.

 

Der Film „Hunting Hitler – Hitlers Flucht“ will die Zuschauer aber mit fast jeder einzelnen Szene weiter verblöden. Dieses Beispiel über das Inalco Haus habe ich jetzt etwas ausführlicher dargestellt.

 

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele ausgemachten Blödsinns in „Hitler Hunting“.

 

In Berlin entdeckt der investigative Journalist ein riesiges Tunnelsystem. WOW! Die U-Bahn.

 

Und die Tunnel unter dem Flughafen Tempelhof. WOW!

 

Darüber gibt es mehrere Bücher, zahlreiche Fernsehberichte und historische Filme, wie in der Nazi-Zeit unter Tempelhof die Flugzeuge zusammengeschraubt werden.

 

Diese ausführliche Berichterstattung im Blog ist Teil der Vorbereitung auf die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, die im Mai im Berlin Story Bunker eröffnet wird.

 

Mehr zu „Hitler Hunting“ in zwei weiteren Blogposts …

Tunnel nach Tempelhof und U-Boot nach Argentinien …

Hitler escape fantasy …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



| Berlin Story Bunker | 17. Februar 2017

Pseudo history — Hitler Escape fantasy


O-Ton etwa: Hitler kam nach dem Zweiten Weltkrieg in Argentinien nach La Falda in das Hotel, er wohnte aber bei bei der Familie Eichhorn, den Hoteleigentümern. Katharina Camero, die mehr als 90 Jahre alte Zeitzeugin im Bett liegend, brachte immer das Frühstück für Hitler. neun oder zehn Tage. Kommentar des Sprechers: „Wir haben jetzt eine Zeugin, dass Hitler nicht 1945 im Bunker starb.“ Im Bericht, auf den ich hier verlinke, heißt es: Ja, sie brachte das Frühstück. Ein Fahrer sagte ihr, dass es sich um Hitler handeln müsse. Gesehen habe sie ihn allerdings nie. Das hat sie in einem früheren Interview ausführlich dargestellt.

Im Januar 1948 sind von Vigo aus in Spanien, direkt nördlich von Portugal, Deutsche nach Argentinien geflohen, Rattenlinie, Hilfe der Katholischen Kirche. und vom Roten Kreuz unterstützt. Stimmt soweit mit der Hilfe. Einer der Klosterdiener des Klosters von Samos in Spanien hat dem Historiker (links) bestätigt, mit eigenen Augen Hitler hier im Kloster gesehen zu haben. „Ohne jeden Zweifel haben Nazis Vigo als Fluchtort genutzt. Deutsche U-Boote wurden hier bis Ende 1945 betankt – ohne jeden Zweifel.“

 

Hier soll Hitler viele Jahre gewohnt haben. Das Inalco Haus, abgeschirmt, nur von See zu erreichen , es gibt keine Zufahrtsstraßen. Es wurde in den 1930ern vom Chef der Mercedes-Benz Niederlassung Argentinien gekauft. Im Film versteckt sich das Kamerateam mit seinem Boot hinter einer kleinen Insel. Ein Kampfschwimmer schwimmt zum Grundstück, pirscht sich an, dramatische Musik. Was man nicht sieht: 250 Meter vom Haus entfernt auf der anderen Seite verläuft die Nationalstraße 40. In dem Buch „Hitler überlebte in Argentinien von Abel Basti, Stefan Erdmann und Jan van Helsing, findet sich auf Seite 293 ein Foto „Jan und Stefan vor dem Haupthaus des Inalco-Anwesens“ in touristischer Kleidung, ganz locker, wie man sich vor einer Sehenswürdigkeit fotografiert.

Die acht Teile sind so gemacht, wie moderne Dokumentation, hier mit Grafik, wohin Hitler als nächstes ging. Von Bariloche später weiter nach Kolumbien. Da will man den Film ja auch verkaufen.

Hitler und Speer bauten eine Stadt unter der Stadt. Warum sollte sich ein Diktator, der die Weltherrschaft will, umbringen, wenn er durch die Tunnel fliehen kann?

„Hunting Hitler is part of a flourishing Hitler survival industry.
This history film does harm. It offends war veterans and millions of victims of the Nazis.  To suggest Hitler retired to some hideaways with the connivance of the western allies is insulting.

 

It trivialises and negates the hard-won victory over the Nazis. It depicts Hitler and his henchmen as shrewd and skilful supermen outwitting their enemies.
The Fuehrer, we are led to believe, was never defeated. Instead he escaped and was planning to retaliate.“  Roger Clark, Link dazu unten.

 

Wir werden bei der Führung zur „Dokumentation Führerbunker“ jeden Tag gefragt, ob das stimmt, ob da nicht doch etwas daran sein kann.
History Channel verkauft nach eigenen Angaben an 160 Länder. Millionen sehen diesen Film, Tausende glaube das. Kaum einer kommt auf die Idee, dass hinter der 16 Millionen Dollar Produktion (nach eigenen Angaben) eine Firma für Entertainment steht, Red Arrow Entertainement Group. Es hat nichts mit Geschichte zu tun, was hier gezeigt wird. Verschwörungstheoretiker machen sich breit und es ist schwer zu erkenne, weil der Film für den weniger Informierten überzeugend wirkt.

 

Roger Clark ist der Sache nachgegangen. Er beschreibt, wer dahinter steckt (wer gerade im Gefängnis ist und wer nicht), wie der Film gemacht wurde und welcher absolute Blödsinn verzapft wurde.

 

Es geht aber weiter, siehe das englische Zitat oben. Das ist nicht harmlos. Der Film verspottet die Opfer, er verspottet uns alle. Wir werden dem Kampf gegen diese acht Episoden in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker breiten Raum widmen.

Bildung  – Aufklärung  – nicht Verblödung.

 

Der Trailer zu Hunting Hitler. Hier entdeckt der US-Marshal das Berliner U-Bahnnetz.

„Hundreds of kilometers of tunnels!“ WOW

 

Lesen Sie den gesamten, sehr langen, sehr genauen Hintergrundbericht über diese üble Serie von History Channel …

 

Mehr zu „Hitler Hunting“ in zwei weiteren Blogposts …

Tunnel nach Tempelhof und U-Boot nach Argentinien …

Hitlers Ferienhaus in Argentinien …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



| Berlin Story Bunker | 16. Februar 2017

Ist Hitler durch einen Tunnel nach Tempelhof und dann mit dem U-Boot nach Argentinien entkommen?








Dauernd kommt diese Frage, bei fast jeder Führung in der Dokumentation Führerbunker, wenn wir vor dem Modell des Bunkers stehen. Gibt es einen Tunnel vom Führerbunker zum Flughafen Tempelhof? Ist er dann mit dem U-Boot nach Argentinien geflüchtet? Uns stehen die Haare zu Berge.

 

Die Besucher sagen, sie hätten das im Fernsehen gesehen, neulich. Das muss in vielen Ländern gelaufen sein. Um was geht es denn? Die achtteilge Serie heißt „Hitler Hunting“ oder „Hitlers Flucht“. History Channel hat sie 2015 in den USA produziert 2016 lief sie in Deutschland.

 

Jeder, der an der Serie mitgearbeitet hat, wusste, dass sie den größten Mist produzieren. Es ging nur ums Geld.
Eine Frage sorgt bei einer Gruppe Forschern seit Jahrzehnten für schlaflose Nächte: Hat Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg überlebt? Anfang 2014 gab das FBI hunderte vertrauliche Dokumente frei, die Hitlers Selbstmord abstreiten und stattdessen eine Flucht des Diktators nach Südamerika möglich scheinen lassen …“

 

Zentraler Punkt, auf den sich alle Verschwörungstheorien beziehen, ist ein (angebliches) Memo von J. Edgar Hoover, dem FBI-Chef, dass die Amerikaner die Leiche Hitlers nicht gefunden haben und auch keinen Beweis dafür, dass er tot sei.

 

„A recently unearthed memo from legendary FBI Director J. Edgar Hoover states, “American Army officials in Germany have not located Hitler’s body nor is there any reliable source that will say definitely that Hitler is dead.”

 

Selbstmord war am 30. April 1945 im Bunker. Berlin ist von der Roten Armee eingenommen, von den Sowjets. Und wann kommen die Amerikaner? Nicht am 1. Mai 1945, nicht am 2. Mai, nicht am 3. Mai, selbst nicht am 31. Mai … um es kurz zu machen, die Amerikaner kommen am 1. Juli 1945, 62 Tage danach – und das FBI wundert sich, dass Hitler nicht mehr vorm Führerbunker liegt.

 

Die Beweisführung im Film geht so:
Niemand hat die Leichen gesehen, weil sie eingewickelt waren. Vielleicht war es ein anderer.“
„Es gibt keinerlei Beweise“
„Diktatoren haben oft Doppelgänger
„Wie Osama Bin Laden, der hatte zehn Doppelgänger.“

 

„Warum sollte sich ein Diktator, der die Weltherrschaft will, umbringen, wenn er durch die Tunnel fliehen kann?“

Berliner Unterwelten baut offenbar für History Channel ein eindrucksvolles Szenario im Fichte Bunker auf und hilft bei der Suche nach Hitlers Fluchttunnel.

Die Flucht durch Tunnel wird im Film nahe gelegt: „Es gibt hunderte Kilometer solcher Tunnel unter Berlin. Sie verbinden alle wichtigen Verkehrspunkte wie zum Beispiel Bahnhöfe und Flughäfen.“ Vielleicht U-Bahn?

„Glauben Sie, dass Hitler an Bord des U-Boots war?“ – „Ja, sie haben ihn wie einen König empfangen.“

 

Über den Tod Hitlers, wie die Leichen nach oben gebracht wurden, wie die Verbrennung war, dazu gibt es mehr als hundert Seiten Zeugenaussagen von Verhören durch die Amerikaner. Und von den Sowjets, lügen wäre tödlich gewesen. Später ermittelten auch deutsche und andere Journalisten.

 

Das kann man natürlich alles ignorieren. Das wollten die Produzenten ignorieren.

 

Recherchiert man etwas intensiver, erfährt man, dass Lenny DePaul, für History Channel in Berlin, zwar als ehemaliger, erfahrener US-Marshal vorgestellt wird, eigentlich aber Schauspieler war in Filmen wie „Manhunters“ oder „Electrick Children“. Eine Internetseite Ask Lenny DePaul why he’s an  EX-Marshal kommt zu unschönen, allerdings nicht verifizierbaren Antworten.

 

Der andere „Rechercheur“ des Teams, Tim Kennedy, wird als Soldat der US-Spezialstreitkräfte vorgestellt. Das ist lange her. Zuletzt war er Boxer, Mittelschwergewicht. Seine Familie habe ihm nahe gelegt, diesen Filmauftrag mit der Hitler-Sache anzunehmen. Er solle sich nicht länger die Nase einschlagen lassen. Und – heißt es auf dieser Internetseite – keiner des Filmteams habe jemals daran geglaubt, dass die Geschichte mit der Flucht stimmen könnte. Aber so viele Flüge um die Welt zu solch interessanten Zielen und bei einem so gut bezahltem Job wollte sich keiner entgehen lassen.

 

“ … of us knew that there was even any doubt about what became of Adolf Hitler.

 

While there might be some debate as to exactly how he died in that German bunker in the spring of 1945, I’ve always thought the fact that he didn’t live to see 1946 was one of those settled matters of history.“

 

Mehr zu „Hitler Hunting“ in zwei weiteren Blogposts …

Hitler escape fantasy …

Hitlers Ferienhaus in Argentinien …

 

 

 



| Berlin Story Verlag | 14. Februar 2017

Kreuzberg früher, als das Haus besetzt war, in dem heute der Berlin Story Verlag ist


Christoph Wartenberg hat ein Buch über Kreuzberg zur Zeit der Hausbesetzer geschrieben. Das kann man jetzt umsonst und draußen online lesen. Christoph hat damals „Radlust“ gegründet.

Hier ist das ganze Buch – einfach als PDF herunterladen und bitte unbedingt Christoph etwas dazu sagen.

 

Mitte 1981 waren in West-Berlin 168 Häuser instandbesetzt,

die Besetzer behaupteten sogar, es seien über 265 besetzte

Häuser, die meisten in Kreuzberg 36. Die Subkultur begann

nach Kreuzberg zu ziehen, der Bezirk wurde der angesagteste

Ort Westeuropas, er versprühte weltweit seinen Charme als

buntkreativer Schmelztiegel.

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Eines Abends, es war der 7. Juli 76, saß ich gelangweilt in

der kleinen Küche, hörte an dem umgebauten Röhrenradio

dem Polizeifunk zu.

„ City 43 meldet Reifenschaden. Weitere Streifenfahrt nicht

möglich. Was sollen wir machen ?“ „Standort ?“

„Hier City 43. Wir befinden uns Lehrter Straße. Vor dem

Haupteingang der Frauenvollzugsanstalt. Wir können nicht

weiterfahren. Was sollen wir machen ?“

„Hier DRQ, an City 43, Technischer Dienst erst zur

Frühschicht ab 6 Uhr erreichbar. Am Fahrzeug verbleiben.

Wir schicken Kräfte zur Aufnahme.“

„An DRQ , hier City 23. Haben ebenfalls Reifenschaden.

Standort Perleberger Straße.“

Pause im Polizeifunk .

„City 23 meldet: Mehrere Reifentöter auf der Perleberger

Straße. Was sollen wir tun?“ „Hier DRQ, an City 23. Am

Standort verweilen. Wir schicken die Straßenreinigung.“

… Die Perleberger und die Lehrter Straße sind übersät mit

Reifentötern. Erbitten Kräfte zum Sperren der Straße.“

Dann entdeckte einer der Beamten ein Seil aus Bettlaken an

der Gefängnismauer.

Heilloses Durcheinander brach aus. Man benachrichtigte die

Gefängnisleitung. Weitere 10 Minuten später hatten sie

endlich kapiert, was los war.

„Haben sie gehört, dass eine Anarchistin ausgebrochen ist,

mit Bewaffnung? Gut, auf Eigensicherung achten.

„ DRQ an alle: 2 Uhr 54, mit einer Durchsage:

Ausbruch von fünf weiblich, bewaffneten Frauen aus der

Haftanstalt Lehrter Straße. Weiteres ist nicht bekannt. Es ist

auf verdächtige Personen und Fahrzeuge zu achten.“

„Hier noch mal DRQ an alle, bitte schreibbereit halten, ich

gebe jetzt die vier Namen der geflüchteten weiblichen

Personen durch: 1. Inge Viett, 12.01.44 , 2. Gabriele Rollnik,

14.05.50, 3. Monika Berberich, 23.10.42, 4. Juliane

Plambeck, 16.07.52 .  .“

Wir riefen ein Taxi und fuhren bis zur Turmstraße.

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BROKDORF 2

Mit viel Wut über diesen Staat fuhr ich mit Sabine am 13.

November, mitten im „Deutschen Herbst“, zur zweiten Anti-

AKW Großdemo nach Brokdorf.

Die Regierung drohte jedem, der sich auf den Weg zu der

Demo macht, ernsthafte persönliche Konsequenzen an,

trotzdem kamen über 40 000 Menschen nach langer

beschwerlicher Anreise mit stundenlangen Fußmärschen über

die matschigen Felder der Wilster Marsch bis an die

Baustelle des Atomkraftwerkes, noch mal so viele blieben an

den zahlreichen Straßensperren der Polizei hängen. Die Ost-

Vopos klärten uns übrigens bestens über die vielen

Kontrollpunkte der Polizei auf.

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Während einer langen Nacht stellten wir Hunderte von den

später legendären schwarzweißen „Freistaat Kreuzberg“

Buttons her. Diese konnte man nicht kaufen, man musste sie

sich verdienen. Sie waren so was wie ein Mitgliedsausweis

für Insider vom erträumten Freistaat Kreuzberg. Diesen

Button erhielt nur, wer garantiert ein guter Mensch war. Der

Button war heiß begehrt. Wir mussten ständig nach pressen.

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Der ganze Block wurde für mehrere Monate abgesperrt.

Zusammen mit einigen Kommunarden und Freunden wollten

wir uns das ansehen.

Wir dachten, die üben den Krieg gegen uns.

In der Kohlfurter Straße 42 holten wir uns noch frische

Informationen über das Manöver der Amis. …

Wie es sich für ordentliche Kreuzberger gehört, ignorierten

wir die Absperrungen und pflanzten uns in die Mitte der

Mondlandschaft. Um uns herum kletterten die GI`s über

Trümmer, seilten sich von Dächern ab, marschierten

Trampelpfade entlang, schossen mit Platzpatronen, fuhren

mit Jeeps umher, übten Aufstandsbekämpfung und

Häuserkampf. Sie beachteten uns gar nicht.

Dicht neben mir kam ein Trupp im Gleichschritt

anmarschiert, alles Schränke von 2 mal 2 Metern. Einer der

US-Soldaten schob mich mit seinem Gewehr zur Seite und

ich flog ein paar Meter durch den Staub. Wir gaben Vollgas

nach Hause, um diesen Monster-Kampfmaschinen aus dem

Weg zu gehe …

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Mehr zufällig landeten wir im Kaufhaus Hertie. In kleinen

Gruppen sickerten wir in die Lebensmittelabteilung ein, nach

ca. 15 Minuten wollten wir uns vor einer der Kassen treffen

und dann mit unseren Tüten voll Delikatessen losrennen.

Wir waren uns sicher, dass keine Kassiererin beim Anblick

von zwölf starken Lederjacken irgendein Theater machen

würde …

Wir kamen in die Nähe der Kassen, ich sah die anderen, die

fast vollzählig in der Schlange standen.

Plötzlich fielen Schüsse, mehrere hintereinander, es brach die

totale Panik aus, Schreie und Rauch erfüllte die Luft, überall

rannten die Leute durcheinander, viele warfen sich auf den

Boden, Regale stürzten um, Stimmen überschlugen sich,

keiner blickte durch, was hier abgeht. Ich wurde mit dem

Strom der Flüchtenden nach draußen gespült, in der Hand

eine Plastiktüte mit 2 Flaschen Edelchampagner. Ich rannte

mit meinem Begleiter was das Zeug hielt die Fußgängerzone

entlang. In der Kantstraße stoppten wir ein Taxi und ließen

uns nach Kreuzberg fahren.

Völlig aufgelöst, weil ich überhaupt nicht klar kriegte, was …

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Jemand kam auf die Idee, als Ausweg aus der

Finanzkrise Ausländer zu heiraten. Dies sollte für jeden

Mann 2000 bis 3000 DM und für jede Frau 5000 DM

einbringen. Man konnte so nicht nur eine Menge Kohle für

wenig Arbeit bekommen, sondern außerdem die rassistische

Ausländerpolitik austricksen, Solidarität mit Minderheiten

zeigen und der bürgerlichen Spießigkeit eins auswischen.

Also heirateten wir wie verrückt. Ich bekam eine Jugoslawin

ab, die ich erst einen Tag vor der „Hochzeit“ zu Gesicht

bekam, ein Schock, weil die mindestens 15 Jahre älter war

und fast meine Mutter sein konnte. Der Standesbeamter

musste glauben, dass ich total einen an der Schüssel habe,

zumal die alte Frau kein Wort deutsch sprach, oder er

erkannte den Heiratsschwindel und schwieg. Ich bekam

meine Kohle, 2500 DM, wovon die ganze Gruppe

mindestens einen Monat lang vorzüglich gelebt hat …

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Mit der Einkaufswagenmethode wurden ganze Supermärkte

leer geräumt. Mit 2 extrem vollgepackten Einkaufswagen

ging man zur Kasse, und während die arme Kassiererin den

zweiten Wagen eintippte, verschwand man mit dem Ersten.

Bloß kamen die Supermärkte bald hinter diesen Trick,

stellten Wachen auf und immer mehr von uns wurden

erwischt.

Nicht mehr feierlich wurde es, als einige aus dem Haus dazu

übergingen, die neu entstandenen Bioläden leer zu räumen.

Dort war hinter der Kasse kein Widerstand zu erwarten, was

soll eine kleine Ökoemanze auch tun angesichts einiger

bedrohlicher Lederjacken.

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Maiwiderstand

An einem schönen leuchtend blauen Sonntag im Mai ging der

Kreuzberger Widerstand auf die Dächer. „Der Himmel

gehört uns“.

Aus jedem Haus, das entweder besetzt war oder in dem

Mitglieder des „Freistaates Kreuzberg“ wohnten, kletterten

die Bewohner mit bunten Fahnen, Transparenten und

Trommeln auf ihr Dach. Ausgehend von den am östlichsten

gelegenen Häusern in der Cuvrystraße sollten Nachrichten

von Dach zu Dach weitergegeben werden, bis zum weit

entfernten Kukuck in der Anhalterstraße. Fast auf jedem

zweiten Kreuzberger Dach saßen Freaks, wehten mit ihren

Fahnen, trommelten wild durcheinander auf Bongos oder

Kochtöpfen

In unserem Kiez waren u.a. besetzt:

Die Waldemar Straße 32 , 33 , 35 , 36 , 37 , 40 , 41 , 42 , 52

Adalbert Straße 6 , 22 , 24 , 74 , 81 , 83 , Naunyn Straße 36,

58 Oranien Straße 3 , 14 , 44 , 45 , 197 , 198 , Mariannen

Straße 48 , Manteuffel Straße 40 , 41 , 90 , 97 , 108 ,

Luckauer Straße 3 , Leuschnerdamm 7 , 9 , 37 , 39 , Wüste

Sahara

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Am 16. Mai fand auf Hitlers Paradestrecke, rund um die

Siegessäule auf der Straße des 17. Juni, die alljährliche

Militärparade der 3 West-Alliierten statt. Diesmal unter

verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Schon im Vorfeld

nahmen nervöse Polizisten über 50 Leute fest, zwischen den

vorbeirollenden Panzern und den jubelnden Zuschauer baute

sich eine Perlenkette aus Ordnungshütern in voller

Kampfmontur auf.

Trotzdem gelang es immer wieder einigen Kleingruppen, die

Absperrungen zu durchbrechen und so für kurze Zeit die

ohrenbetäubend lauten Panzer zu stoppen, bevor sie

festgenommen wurden. Eine Gruppe von 10 Nackten konnte

sogar auf einen Panzer klettern und eine große

Regenbogenfahne schwenken.

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Als weitere „behördliche“ Institution gründeten wir die

„Kiez-Feuerwehr“. Denn der „Warme Abriss“, beauftragte

Brandstiftung leerer Häuser, ging fleißig weiter. Wir klauten

zig Dutzende Feuerlöscher aus Tiefgaragen oder den

Universitäten und verteilten sie im Mieterladen, im

Frontkino, im Heilehaus. Radlos baute einen speziellen

Fahrradanhänger, für 20 Feuerlöscher, Seile, Schaufeln und

Äxte. Er kam ein paar Mal zum Einsatz und verhinderte

Schlimmeres.

So langsam bekamen wir unseren Kiez unter Kontrolle. Es

ging nichts mehr GEGEN uns.

Jede Kleinigkeit, die Vermieter an ihren Häusern vornehmen

wollten, musste vom Mieterladen akzeptiert werden und

danach auch von den Mietern in den Mieterversammlungen …

 

Das Buch von Christoph Wartenberg hat 416 Seiten … Viel Spaß beim Lesen.

 

 

 


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