| Berlin Story Bunker | 22. März 2017

„Jüdische Nachrichten“ 1941 mit Werbung für den Maccabi Sportclub in New York


 

In den Jüdischen Nachrichten vom September 1941 wird für den Maccabi Sportclub in New York geworben. Viele Anzeigen aus den Vereinigten Staaten finden sich in der Zeitung. Wahrscheinlich, um bei der Finanzierung der Zeitung zu helfen.

 

Ausreisen konnten jüdische Deutsche zu der Zeit kaum noch. Von den 170.000 Juden in Berlin vor der Nazi-Zeit waren 1941 etwa noch 60.000 da. 5.000 haben als „getauchte Juden überlebt“, als untergetauchte, von Berlinern versteckte Juden. Die meisten anderen werden umgebracht worden sein. Die ersten Deportationen finden im Oktober 1941 statt.

Bei den Bunkerführungen berichten wir davon. Juden durften nicht in die Bunker. Sie waren „Ariern“ vorbehalten.

 

Bunkerführungen kann man hier buchen …

 

 

 



| Berlin Story Bunker | 21. März 2017

Warum wollte Hitler das Saarland so gerne?


Visualisierung macht politische Zusammenhänge manchmal ganz einfach – in der gerade entstehenden Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen.“

 

So qualmten die Schlote im Saarland. Da wollte Hitler zugreifen. Stahl für den Krieg. Kein Wunder, dass Propagandaminister Goebbels zur Volksabstimmung alles in Bewegung setze, als die Einwohner des Saarlands 1935 abstimmen durften, ob sie zu Frankreich oder Deutschland gehören wollen. Das war im Vertrag von Versailles nach dem Ersten Weltkrieg so festgelegt worden.

 

Der Völkerbund, der die Wahl beaufsichtigt, gibt bekannt: 90,4 Prozent der rund 540.000 Wahlberechtigten sprachen sich für Deutschland aus, nur 8,8 Prozent für eine weitere Neutralität – und zu Frankreich wollten gerade einmal 2000 Wahlberechtigte oder 0,4 Prozent.

 

„Neun von zehn Wählern stimmten für die Rückkehr des Saarlandes ins Deutsche Reich – und damit für Adolf Hitler. Es war der deutlichste Sieg, den die NSDAP jemals bei einer freien Abstimmung errang.“ Sven Felix Kellerhoff, Historiker

 

 



| Berlin Story Bunker | 20. März 2017

Wie umgehen mit Nazi-Kunst? Mit Propaganda?


Ist es Kunst? Ja, eindeutig Gemälde – mehr wollen wir nicht bewerten. In der Ausstellung „Hitler – wie konnte es geschehen“ geht es auch um Propaganda, auch um die Parteitage der NSDAP.

 

Hitler steht immer im Mittelpunkt. Alle Augen richten sich auf den „Führer“. Das Gemälde macht mit seiner Symbolik und den Farben die Stimmung des Nazi-Parteitags anschaulicher deutlich, als Fotografien. Es könnte in den Raum über die Volksgemeinschaft kommen. Wer mitmacht, gehört dazu. Juden, Homosexuelle und andere Minderheiten hatten in der Volksgemeinschaft der Arier nichts zu suchen.

 



| Berlin Story Bunker | 19. März 2017

Lustiges Pärchen — Volksempfänger und Goebbelsschnauze


Schon der Volksempfänger war preiswert. Er kostete etwa ein Drittel eines ordentlichen Radios. Dafür konnte man BBC kaum empfangen – mit den anderen schon.

 

Rochus Misch, der „Telefonist des Führers“, ging an seinen freien Tagen, also frei im Führerbunker, gern zu seinem Onkel und hörte BBC. „Mal gucken, wie weit es ist. Wie lange es noch dauert.“

 

Rechts das ist die Goebbelsschnauze. Noch billiger, noch einfacher. Aber es reicht, um die Reden des „Führers“ zu hören und zwischendurch Unterhaltungsmusik.

 

Beide Schätzchen kommen in die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen.“



| Berlin Story Bunker | 18. März 2017

Bunkerführung — authentischer Ort, apokalyptische Tage


Beides zeigen wir, wie die Menschen im Anhalter Bunker unter unsäglichen Bedingungen ohne Wasser ohne Luftzufuhr blieben.

 

Es tropfte das Schweißwasser von der Decke. Toiletten wurden nicht abgepumpt. Die Frauen hatten Kopfschmerzen und waren dem Koma nahe, weil es keine Luft gab.

 

Und dann geht es in den Führerbunker (Nachbau), wo Hitler sagte: Unterliegt das deutsche Volk, dann soll es verrecken und dem biologisch Stärkeren Platz machen.

Tickets gibt es hier …

 



| Allgemein | 17. März 2017

„Da war ich fassungslos“ — Erika berichtet über Besucher heute


An jedem Tag kommt ein Bericht von der Museumskasse, heute von Erika aus Italien. Im Service steht kein Mietpersonal. Unsere Mitarbeiterinnen sind engagiert, interessiert und freuen sich, wenn wir Besuchern etwas vermitteln können.

 

Heute war das so: „Ein Junge und eine Frau, vermutlich seine Oma, sind vor den englischen Tour gekommen – Foto rechts ohne den Jungen. Der Junge hatte schon ein Online-Ticket und nahm an der Tour allein teil. Sie hat sich mittlerweile das Museum angeschaut, da sie kein englisch verstand. Sie konnte nur ein bisschen deutsch.

 

Am Ende der Tour sind beide bis halb 17.30 Uhr im Museum geblieben, etwa zwei Stunden. An der Audioguides Rückgabe habe ich nach ihrer Meinung gefragt und der Antwort war frappierend: die Frau meinte dass das Museum die beste Geschichtsmuseum war, die sie bisher überhaupt besucht hatte, und der Junge sagte „the tour was amazing!“.

 

Sie kamen aus Prag und meinten, sie haben über den Bunker im Internet erfahren. Die Eltern des Junge kamen aber aus der USA, daher konnte er Englisch. Sie hatten selbst etwas gesucht weil der Junge so an der Geschichte interessiert ist, sie waren in der Tat schon gut informiert. Sie haben dann noch 20 Minuten im Shop verbracht und sind an der Kasse gekommen mit 3 DVDs, ein Buch und andere Souvenirs, die alle der Junge gewählt hatte. Ich hab ihm dann das Berlin-Paket gezeigt und der Junge hat mich mit glühenden Augen geguckt, und ich „you can also flip through the books to see what is about“ und er „oh, I don’t need it, I will definitely love them, so we will buy that too, for sure!“

 

Bevor sie gingen, da ich neugierig war, habe ich den Junge nach seinem Alter gefragt, er ist 11 Jahre alt. Da war ich fassungslos.

 

 



| Berlin Story Bunker | 15. März 2017

Hitler – wie konnte es geschehen



Grausam, brutal, gnadenlos. Der Erste Weltkrieg setzte bisher ungekannte Gewalt frei. Hitler war Soldat im Ersten Weltkrieg.

 

Die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ geht ausführlich darauf ein, wie Millionen von deutschen Männern durch den Krieg geprägt waren, von den Jahren an der Front. Sie waren fest der Meinung, als Sieger aus dieser Urkatastrophe des vergangenen Jahrhunderts hervorgegangen zu sein. „Der Übermacht erlegen, im Felde unbesiegt.“

 

Als ihnen dann klar wurde, dass sie den Krieg verloren haben, wollten sie das nicht wahrhaben und forderten Revanche – der zweite Weltkrieg.

 

Die Installation in der Dokumentation ist mehr als fünf Meter breit.

 



| Berlin Story Verlag | 12. März 2017

Donald Trump und Herschel Grynszpan — krasse Vorwürfe


Timothy Snyder, der amerikanische Geschichtsprofessor und Autor, meint im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung,  es gäbe nur ein Jahr, um die Demokratie vor Trump zu schützen. Dabei bringt er auch ein Beispiel, wie die Nazis den Tod von Herschel Grynszpan als Vorwand für die Reichskristallnacht nahmen.

 

Unterscheiden sich die deutsche und amerikanische Wahrnehmung des Holocaust?

Lassen Sie es mich so sagen: Im Gespräch mit deutschen Journalisten betone ich jene Aspekte des Holocaust, die Deutsche übersehen oder minimieren. Das kann dazu führen, dass die Deutschen Aspekte der historischen Verantwortung übersehen und Lehren aus dem Holocaust ziehen, die zu eng gefasst sind. Amerikaner hingegen können aus dem Holocaust politische Schlussfolgerungen für die Gegenwart ziehen. Wir müssen überlegen, wie die Behandlung der Muslime heute mit jener der Juden zu vergleichen ist. Trumps bisherige Politik ist eine Provokation: Sie soll wohl dazu dienen, ein Ereignis wie den Mord am deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath in Paris am 7. November 1938 hervorzurufen. (Anm. d. Red.: Der 17-jährige Herschel Grynszpan schoss zwar am 7. November vom Rath nieder; dieser erlag jedoch erst am 9. November seinen Verletzungen.) Dies nutzte das NS-Regime als Vorwand für die Novemberpogrome. Die Ähnlichkeiten sind unheimlich.

 

Der vollständige Beitrag in der Süddeutschen Zeitung …

 

Das Buch von Armin Fuhrer über Herschel Grynszpan erschien im Berlin Story Verlag …

 

 


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